Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

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Wingman
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Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#1

Beitrag von Wingman »

Hallo zusammen,

viele Geräte zu Entstören gibt es in meinem Kleinen Shack zwar nicht aber da ich nebenbei noch Digimodes betreibe ist es sehr wichtig,
dass ich mir so wenig hausgemachte Störungen wie möglich einfange, natürlich auch generell für den Funkbetrieb.
Was ich festgestellt habe ist, dass meine beiden Dell Monitore sowie der neue Dell Optiplex 3080 Micro - genauer gesagt das externe Netzteil (65W, 19.5V - wie für Notebooks) Störungen bei mir im Transceiver (Icom IC-7300) verursachen.
Selbstverständlich achte ich darauf, dass der PC bzw. das Netzteil so weit wie möglich vom Funkgerät weg steht.
Ich hatte hier noch ein paar Klappferrite rumliegen, die habe ich auf die Kabel auf beiden Seiten des Netzteils geklappt, damit wurde es schon deutlich besser bzw. die Störungen sind fast weg, ich denke aber, dass das noch besser geht.
Das Gleiche gilt für die beiden Monitore und die Dell WD19S Dockingstation für mein Arbeitsnotebook.
Was ich bei den Monitoren festgestellt habe ist, dass offenbar nur die HDMI bzw. Display Port Kabel stören.
Hier hatte ich noch 2x große und schwere Ferritkerne in der Bastelkiste, die ursprünglich für den Bau eines Baluns gedacht waren, auf diese habe ich die Monitorkabel jeweils ein paarmal aufgewickelt und mit Kabelbinder fixiert, auch hier sind die Störungen nun fast weg.
Trotzdem gibt es nach wie vor einen leichten Rauschteppich, der erst dann komplett weg ist, wenn ich Monitore und den PC im Shack ausschalte.
Für die Digimodes benötige ich den PC natürlich und auch, wenn ich im Homeoffice bin lasse ich das Funkgerät gerne nebenher laufen und dann sind natürlich auch die Monitore eingeschaltet sowie mein Arbeitsnotebook über die Dockingstation.
Angebunden ist der PC über eine externe, am Gerät verbaute, WLAN Antenne (RP-SMA), der Arbeits-PC über eingebautes WLAN.

Die Frage ist nun wie ich am Besten vorgehe bzw. was ich zum Entstören wählen sollte.
Was nehme ich für die Netzteile (das Netzteil meines Arbeits-PCs werde ich gleich mitbehandeln) und was für die Monitore?
Fällt euch noch etwas ein was man unbedingt entstören könnte/sollte?
Ferrite (Klappferrite und Kerne) gibt es ja unter anderem bei Peter Bogner (DX-Wire) oder auch direkt bei Amidon.
Peter habe ich auch nochmal angeschrieben, allerdings sind sie noch eine Woche im Urlaub.
Da würde ich dann mal eine größere Menge ordern und alles was stören könnte einen Ferrit spendieren.
Das alte störende Schaltnetzteil für den Transceiver wurde inzwischen schon gegen ein Maas SPS-8350 ausgetauscht, was absolut keine Störungen macht, zusätzlich steht das auch noch weit genug entfernt vom Transceiver.

Über jegliche Tipps von euch wäre ich sehr dankbar.

Gruß Stefan
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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#2

Beitrag von lonee »

Moin Sefan.
Hier mal was über die entstörung von Schaltnetzteilen. -> http://schmidt-walter-schaltnetzteile.d ... ntdeu8.pdf
Vermutlich hättest Du das alte SNT gar nicht aussondern müssen, sondern nur "säubern".
Ich habe hier feststellen "dürfen", dass ich mir viele Störungen über den Schutzleiter und das Netz an die Geräte geholt habe.
Mit haben dann auch Informationen, wie die des Links geholfen. Mit dieser Vorgehensweise habe ich auch mein Servernetzteil so sauber bekommen, dass ich es als Versorgung für meine TRXe verwenden könnte. Bisher hängt da aber immer noch ein 50A Trafonetzteil mit völlig überdimensionierter Gleichrichtung und Glättung dran. Ich kann mich einfach nicht davon trennen und das Ding will auch nach 30 Jahren Intensivbetrieb auch nicht kaputt gehen. :clue:

Was die Monitore anbetrifft, kann man wohl nicht viel machen, außer mittels Ferriten verdrosseln. Ich habe bei mir alle Monitore (3 Stk) zusammengefasst und sowohl die Ferritorgie, als auch einen zusätzlichen Netzfilter bei der Mehrfachsteckdose eingesetzt. Störungen weniger, aber nicht zu 100% weg.
Jedenfalls bei Weitem nicht so, als das sie mich extrem stören würden.

Beim PC, bzw. Firmenlaptop kann ich kaum etwas machen; ist ja auch nicht ganz so schlimm, solange man die "dickeren" Stationen während der Arbeit noch hören kann! ;-)
W-Lan gibt es bei mir im Shack nicht (oder besser gesagt; ich habe alles via Kabel zusammegengesaftet). Switch ist bei mir ein administrierbarer 32port Netgear, der vorherige 16 port HP machte mir zu viele Störungen.
Anbindung an das "Hausnetzwerk" erfolgt bei mir dann via Glasfaser vom Switch aus.

Vielleicht ist ja ein Denkansatz dabei....
Gruß,
André
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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#3

Beitrag von mibo666 »

Monitor ist eine häufige Quelle, bekommt man wirklich nur schlecht weg. Hatte auch schon überlegt auf der Rückseite ein geerdetes Drahtgitter zu verbauen. Bei den Netzwerksachen sind häufig die Steckernetzteile schuld, deshalb hängen die bei mir alle an einer sauberen 12V oder 5V Leitung. Die Versorgung kommt aus einem alten PC Netzteil das auch gleich noch einige LED Lichtleisten und die kleinen CB Funken mit versorgt.

Gruß

MiBo
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Wingman
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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#4

Beitrag von Wingman »

Moin zusammen,

Danke für die Antworten bis jetzt :tup:
bei dem Thema könnte man echt verzweifeln :lol:
Würde ich keine Digimodes betreiben wäre mir Vieles womöglich egal aber man will ja trotz alledem einen so störungsfreien Empfang wie möglich haben.

Was mich gerade tierisch nervt ist die Tatsache, dass der Micro-PC, den ich mir extra zugelegt habe, weil er sehr sparsam ist, deutlich mehr Störungen produziert als der Tower-PC, als ich diesen Ca. 2-3m vom Funkgerät weggestellt hatte fing ich mir gefühlt keine Störungen ein.
Bei dem Micro-PC (Dell Optiplex 3080 Micro) mit externem 19.5V (3.34A - 65W) Steckernetzteil, wie man es von Notebooks kennt, habe ich direkt beim Einschalten starke Störungen, die unter Last (Bedienung der Maus oder wenn der PC arbeitet) stärker werden.
Das Netzteil in der Steckdose selbst, ohne Verbraucher, produziert keine Störungen.
Das Netzteil habe ich extra so weit wie möglich weg vom Transceiver in eine freie Steckdose gesteckt, der Micro PC steht auch ca. 2-3m vom TRX weg.
So sind die Störungen zwar auch weniger aber deutlich wahrnehmbar im Vergleich zum Tower-PC.
Nun möchte ich aber nicht auf den Micro-PC verzichten und frage mich, wie ich das Steckernetzteil (Schaltnetzteil) ruhig bekommen kann ohne es aufzusägen und komplett umzubauen?
Was ich bislang versucht habe ist ein Erdungskabel am Gehäuse mit einer Schelle an der Heizung verbunden, das brachte keine Verbesserung. (Sollte ich parallel dazu auch den Transceiver einmal mit dieser Erde verbinden?)
Beide Kabel am Netzteil aufgewickelt, mit Kabelbinder fixiert und dann an eine freie Steckdose, auch keine Besserung.
Ein anderes Dell Steckernetzteil von meinem Notebook getestet, die gleichen Störungen.
Ich gehe auch stark davon aus, dass es das Netzteil ist was stört und nicht der PC selbst.
Bei einem Tower PC ist das Netzteil im Gehäuse und läuft auch mit einer höheren Spannung, eventuell treten dadurch keine Störungen auf.
Eine Idee wäre noch das Netzteil in eine Blechdose zu packen, diese zu verschließen und ebenfalls zu erden.
Wobei ich bezweifel, dass das etwas bringt, da das Netzteilgehäuse ja aus Plastik ist.
Eine Möglichkeit wären noch Klappferrite oder Ferritkerne direkt vor und nach dem Netzteil einzusetzen, falls ja welche Ferrite würdet Ihr hier empfehlen?

Wie es aussieht habe ich die Störungen auch nur auf meinem Monoband Dipol (Inverted-V) für 15m, auf der 10/11m Groundplane keine Störungen, zu 80m kann ich noch nichts sagen, da mir hierfür die Antenne noch fehlt.
Die Antennen stehen am Haus, also vom Transceiver etwa 10m weiter oben und das Dach ist nicht isoliert, da ich meinen Shack über unserer Garage in einem Nebengebäude habe, vielleicht ist das noch wichtig zu wissen.
Schließe ich das Steckernetzteil an der gleichen Steckdosenleiste an wo auch das Netzteil für den Transceiver eingesteckt ist sind die Störungen am Stärksten.

Als letzte Möglichkeit, wenn ich wirklich bei dem Micro-PC bleiben will, wäre noch der Einsatz eines Labornetzteils, da ich hier die Spannung und Stromstärke entsprechend einstellen kann, die Frage ist nur ob diese Geräte für den Dauerbetrieb ausgelegt sind und was man hier empfehlen kann ohne gleich hunderte von Euros ausgeben zu müssen.
Fragen über Fragen aber vielleicht stand ja jemand schon vor dem gleichen Problem und hat die Lösung gefunden.

Echt schade, dass bei sonst hochwertigen Komponenten ausgerechnet bei der Stromversorgung so geschludert wird.. :roll:

Grüße
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lonee
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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#5

Beitrag von lonee »

Na, dann würde ich doch mal hergehen und den Mini-PC testweise mit dem Labornetzteil betreiben.
Dann siehst Du doch sofort woran Du bist. Vorausgesetzt das dieses NT nicht auch noch stört..

Die Steckernetzteile sind zuweilen gar nicht vollständig zu entstören. Eben wegen des Plastegehäuses.
Eine Alternative könnte eventuell ein Meanwell-NT sein. Diese sind in der Regel etwas besser entsört und zudem in einem Lochblechkäfig.
Für eine schöne Optik würde ich aber noch ein Gehäuse drumrumbauen.
Dieser OM hier, hatte sich in der Vergangenheit dem Thema schon einmal angenommen, auch wenn es eigentlich "getaktetes" heißen müsste:
https://www.hb9f.ch/bastelecke/pdf/Vort ... ren_V4.pdf


Was mich jetzt ein bisschen stutzig macht, ist das Du die Störungen auf nur eine Antenne beziehst.
Was ist denn, wenn Du nur einen kurzen Draht in die PL-Buchse des TRX steckst? Verändert sich dann die Feldstärke der Störung?
Nicht das Deine inverted V die Störungen aus dem Shack "empfängt" und nicht über die Sromversorgung des TRX!?

Für solche Zwecke, der "Störenfriedsuche" wäre sicher ein TinySA gut geeignet. Habe ich aber leider auch (ggf. noch) nicht.

Bei diesem Punkt kann aber was nicht stimmen:
Wingman hat geschrieben: Mi 11. Mai 2022, 14:28 Bei einem Tower PC ist das Netzteil im Gehäuse und läuft auch mit einer höheren Spannung,
Wieso höhere Spannung? 230V in primär und (je nach NT) sekundär 3,3V, 5V und 12V.
Es sind eher die "Steckernetzteile", welche eine höhere Sekundärspannung haben (wie Du ja auch schon geschrieben hattest).
Der Tower hat quasi ein blechgeschirmtes NT und zumeist auch bessere Netzfilter. Und auch die Stromversorgung zum Mainboard ist innerhalb des Gehäuse. Ganz im Gegensatz zum typischen Laptop-NT.

Was übrigens die "Erdungsversuche" via Heizung anbetrifft, solltest Du messtechnisch sicherstellen, dass diese auch am Potentialausgleich angeschlossen sind. Hier im Haus habe ich z.B. Kompositleitungen aus Plaste un Alu zu einigen Heizungen ("Modernisierung"). Da leitet mal gar nichts!
Gruß,
André
Jupp
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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#6

Beitrag von Jupp »

Wenn es wirklich am Schaltnetzteil liegt, hier ist eine gute Beschreibung wie man die entstört:
http://schmidt-walter-schaltnetzteile.d ... ntdeu8.pdf
mibo666
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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#7

Beitrag von mibo666 »

Wenn dein Netzteil nur eine Spannung liefert (typischerweise 12-19V) dann liegt die Ursache wohl im Mini PC. Die anderen Spannungen die so ein Ding benötigt(1,9-3,3-5+-) werden dann direkt auf dessen Board über Schaltregler erzeugt. Die sind bekannt für HF-Störungen, deshalb verwendet man in einem Funknetzteil andere Technik.

Machen kannst du nicht viel nur den Rechner soweit wie möglich von Antenne und Funke entfernt betreiben oder das Gerät wechseln.

Was am wenigsten Störungen verursacht sind, meiner Erfahrung nach, Notebooks: Die werden zwar auch nur mit einer Spannung gefüttert, sind aber auf Strom sparen ausgelegt. Und da ist ein Schaltregler eben auch nicht besonders effizient, deshalb umgeht man das. So erkläre ich es mir, denn mit Notebooks (oder auch dem Tablet) hatte ich bisher noch überhaupt keine Probleme, genausowenig wie mit dem "großen" PC.

Mini PCs von ASROCK hatte ich auch schon hier für einen Kunden, auch da gabs keine Störungen. Habe 20 Stück davon aufgebaut und eingerichtet, dabei wäre es aufgefallen wenn der Empfang auf einmal gestört worden wäre, denn sowas dauert seine Zeit und die Funke läuft fast immer mit.

Gruß

MiBo

PS: Was ich aber nicht verstehe warum dir die Ströung gerade auf Digital soviel ausmacht. Ich kenne mich nur mit PSK ein bisschen aus und das ist ziemlich resistent gegen Müll. Ich hatte hier ein halbes Jahr lang massive Prasselstörungen (bis S8) über die gesamte Kurzwelle, ausgelöst von einer Baustelle. SSB ging schlecht, FM gar nicht. PSK dagegen war einwandfrei möglich, sonst wäre ich verzweifelt.
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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#8

Beitrag von Jogibaer01 »

Moin.

Ich hatte selbiges mit 2 Notebooks.

Ich habe auf der 19v seite am anfang und am ende einen ferritkern gesetzt und das Kabel je 3-4 mal durchgezogen. Außerdem noch 2 auf der 230v Seite. Dann war ruhe.
Ich kann allerdings nur für 11m sprechen.
Aber ein Versuch ist es wert.

Hier ist der link zu den verwendeten Ferritkernen.
Ebay

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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#9

Beitrag von Jogibaer01 »

So sieht es bei mir aus. BildBild
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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#10

Beitrag von Jogibaer01 »

Moin.

Wurden schon Gegenmaßnahmen gegen die Störungen getroffen?

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Wingman
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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#11

Beitrag von Wingman »

Moin,

Nein, kam leider noch nicht dazu aber danke für den ganzen Input, muss ich erstmal alles sortieren :)

Ich bin mir allerdings inzwischen zu 99.9% sicher, dass das Netzteil und die Monitore nicht ins Funkgerät strahlen sondern die Antenne diese Störungen einfängt (Nahfeld).
Da es ein Inverted-V Dipol für 15m ist der unterhalb meiner Groundplane für 10/11m am Mast hängt, das Dach der Shacks (ein Raum über unserer Garage) nicht isoliert ist, die Antenne gefühlt knapp 10m über dem Transceiver endet und der eine Dipolschenkel auch noch schräg nach unten über das Hausdach führt liegt der Verdacht nahe.
Gehe ich mit dem Netzteil ans Funkgerät bzw lege es auf das Funkgerät habe ich keinerlei Störungen, sobald ich die Antenne anschließe sind die Störungen da.
Bei 10m sind die Störungen geringer, da die Antenne 1. Vertikal polarisiert ist und die Antennenspitze wesentlich höher ist.

Das erklärt es auch wieso ein Tower PC gefühlt nicht stört, das Netzteil ist dort im Metallgehäuse verbaut und somit wesentlich besser abgeschirmt.

Klingt also alles plausibel.
Die Antenne weiter weg vom Shack montieren wird schwierig (wohnen aktuell noch zur Miete) aber ich werde wohl das mit dem Netzteil in eine Alu Dose packen und an beide Seiten noch zusätzlich Klappferrite anbringen einmal versuchen, zusätzlich könnte ich die Alu Dose noch mit der Heizung verbinden, da diese wiederum mit der Erde verbunden ist.

Einen zusätzlichen Netzfilter könnte ich auch noch testen, kann ja nichts schaden. Das wäre natürlich das Einfachste, wenn das funktionieren würde, da ich am Original Netzteil nicht rumdoktoren werde, da sich der PC noch in Garantie befindet.

Mit den Klappferriten bzw. Ringkernen bin ich noch nicht so ganz sicher, Peter Bogner von DX Wire empfiehlt mit diesen hier:
https://www.dx-wire.de/ferriteringkerne ... 188mm.html

Hat auch eine hohe Permeabilität, deutlich höher als das was man sonst so zu Kaufen bekommt, da 2-3 Windungen durch und es sollte hoffentlich Ruhe geben.
Die Ferritkerne zur Entstörung haben eine leider viel zu geringen Innendurchmesser als dass da ein Stromkabel mehrfach durchpassen würde, demnach passt nur ein bzw. mehrere Klappferrite.
Oder gibt es noch andere Ideen?
Im Zweifelsfall würde ich 4 Klappferrite aufbringen, jeweils einen am Ein- und Ausgang der Blechdose, einen direkt am Schukostecker und einen direkt am Anschluss an den PC (da ist zwar ein Kleiner aber ich bezweifle, dass der überhaupt eine Funktion hat).
Bei den Monitoren mache ich es ähnlich, hier verdrossele ich am besten die Monitorkabel und Stromkabel direkt am Monitor.

Gibt es Blechdosen, die man besonders empfehlen kann? Optimal wären Dosen aus Blech mit einem Deckel oder Schraubverschluss aus Blech.

Gerne nehme ich auch noch weitere Empfehlungen für Ringkerne und Klappferrite entgegen.
Hatte mal auf der Amidon Seite geschaut aber diese Seite ist doch recht verwirrend.

Danke und Gruß
Stefan - Wingman

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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#12

Beitrag von mibo666 »

Wingman hat geschrieben: Sa 14. Mai 2022, 02:04 Gibt es Blechdosen, die man besonders empfehlen kann? Optimal wären Dosen aus Blech mit einem Deckel oder Schraubverschluss aus Blech.
Nimm einfach ein altes PC Gehäuse. Ab zum Wertstoffhof und schauen was da rumliegt. Ein Desktopgehäuse oder ein Minitower dürfte ideal sein.
Dann nimmst du dir noch ein bisschen Alublech, oder auch Hasendraht (doppelt!) und schirmst die Öffnungen der ehemaligen Laufwerksschächten und hinten wo die Steckkarten drin waren ab. Damit du nicht mit der Netzspannung rumbasteln musst eine Steckdosenleiste mit Schalter verwenden.

Ich habe auch schon mehrfach Bilder gesehen wo jemand das/die Fungerät(e) in einen Laufwerksschacht eingebaut hatten und so nochmal eine Schirmung hatten. Dazu noch die Anzeigen fürs Netzteil (Spannung/Strom) und das SWR/Powermeter in andere 5,25" Schächte. Wenn man sich mit sowas ein bisschen Mühe gibt, kann das richtig gut aussehen und gleichzeitig den Kabelsalat stark begrenzen.

Die Klappferrite bekommst du beim Reichelt, der hat auch ordentliche Artikelbeschreibungen. Billiger bei Pollin (muss man aber ein bisschen Geduld/Glück haben) oder du suchst dir einen Elektrobetrieb der auch Telefonanlagen installiert. Bei den hochwertigen Geräten wird immer ein umfangreicher Satz mitgeliefert der nur selten komplett verbraucht wird. Einfach mal anfragen was die rumliegen haben und deren Kaffeekasse auffüllen. Ich hatte früher mal einen Spezi bei der Post/Telekom und mich förmlich zugesch**en hat mit solchen Dingern. Ist leider nicht mehr am Leben.... :?

Gruß

MiBo

PS: Brauchbare Infos zum Thema Ferrit und Entstörung sind auch hier zu finden!
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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#13

Beitrag von Wingman »

Moin MiBo,

ich denke du meinst, dass ich in das PC Gehäuse dann das Schaltnetzteil von meinem Micro PC packe, das Stromkabel nach außen führe und in eine Steckdosenleiste mit Schalter stecke? So könnte ich das Gehäuse schön dicht machen und das Netzteil über die Steckdostenleiste ein/ausschalten.
Den Micro PC samt Netzteil kann ich nämlich schlecht in ein PC Gehäuse packen, da ich ja sonst nirgends mehr rankomme :lol:
Macht ohnehin keinen Sinn, da er nicht die Ursache der Störungen ist.
Habe einen Arbeitskollegen der viel an PCs rumschraubt, den kann ich mal fragen, sollte mit Sicherheit so ein Gehäuse haben :tup:

Kann ich mir vorstellen, dass es chick aussieht, wenn man alles in ein PC Gehäuse bastelt, auch die Funkgeräte.
Das wird aber mit einem Amateurfunktransceiver etwas schwierig und ist in der Regel auch nicht nötig, da die eigentlich relativ störfest sind.
Wie gesagt die Störungen werden durch die Antenne "aufgesaugt" und in den Transceiver weitergegeben und nicht direkt in den Transceiver eingestreut, auch nicht über das Stromnetz.

Günstiger sind die Klappferrite bei Reichelt, Pollin und Co, allerdings haben die auch eine deutlich geringere Permeabilität und sind somit für Frequenzen unter 25 MHz eher nicht geeignet.
Mir geht es wie gesagt primär um das 15m Band bzw. zum Herbst/Winter hin dann auch 80m, wobei die Antenne hier deutlich weiter vom Shack weg steht und das Nahfeld eigentlich nicht mehr so das Problem sein dürfte.

Gruß Stefan
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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#14

Beitrag von lonee »

Mal abgesehen von den notwendigen Entstörmaßnahmen, hast Du mal über eine Deltaloop anstelle der inverted V nachgedacht?
Eine Loop ist an sich schon etwas unempfindlicher gegenüber Störungen.

Und wenn man das Schaltnetzteil nun wirklich nicht ruhig bekommen kann, bliebe nur noch der Austausch gegen ein anderes oder Selbstbau eines solchen.
Gruß,
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Re: Funkentstörung des Shacks - Input benötigt

#15

Beitrag von Wingman »

Moin André,

natürlich habe ich schon über den Selbstbau einer Deltaloop oder Vertical nachgedacht, kommt alles noch, hoffe auch, dass wir bald was Eigenes bekommen wo die Antennen dann definitiv weiter weg vom Shack kommen :tup:

Ich denke ich werde jetzt erstmal nach dieser Anleitung vorgehen und die Netzleitungen wie in der Bebilderung ganz unten durch die Kerne führen:
http://www.dg0sa.de/acdcferrit.pdf

Die dort angegebenen Ferrite von Würth gibt es noch relativ preiswert zu kaufen.
Auch die mit dem großen Durchmesser.
Der Vorteil ist, dass diese Ferrite nicht so schwer sind und man auch mit Stromkabel locker 3-4 Windungen durch den Kern bekommt.
Einen teilbaren Kern benötigt man meiner Meinung nach nicht, diese gibt es auch leider nicht mehr.

Ich werde auf jeden Fall berichten ob die Maßnahmen etwas gebracht haben.

Grüße
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