Alan 42 DS (sowie 52 DS), was ist der Digitalsquelch ?

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BlaBlaBlubb
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Alan 42 DS (sowie 52 DS), was ist der Digitalsquelch ?

#1

Beitrag von BlaBlaBlubb » Mo 22. Apr 2019, 17:39

Hallo zusammen,

ich bin beim Lesen der neuen FUNKAMATEUR 5-2019 auf das "Alan 42 DS" aufmerksam geworden,
das neben dem üblichen Squelchregler eine schaltbare Festposition "Digitalsquelch" hat.

Lt. Beschreibung soll sich diese Rauschsperre "automatisch auf das Optimum" einstellen.
Große Verheißungen ! :mrgreen:

Das will ich dann prompt genauer wissen. :D

Leider gibt weder das Handbuch noch ein paar (wenige zur DS) gefundene Youtube Videos Auskunft darüber,
was unter der Digitalsquelch zu verstehen ist.

Ich vermute mal, die übliche signal-/rauschabhängige Rauschsperre. Die man optional anstelle dem AGC-gesteuerten und somit signalstärkeabhängigen Squelchregler verwenden kann.

Hat hier jemand nähere technische Informationen ? Besten Dank vorab.

vy 73,
Jochen

gernstel
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Re: Alan 42 DS (sowie 52 DS), was ist der Digitalsquelch ?

#2

Beitrag von gernstel » Fr 26. Apr 2019, 07:31

Also "digital" bedeutet "diskrete Abstufungen", im einfachsten Fall an/aus. Genau das erwartet man von einer Rauschsperre, und ein blumiges Marketing macht vielleicht daraus originell-spannend klingende Begriffe, die Neugier auslösen und Kaufanzreize bieten.

Soweit der schlimmste Fall. Im besten Fall gäbe es unter vielen denkbaren Lösungen beispielsweise diese hier:

Für FM ist ein Tick-Counter einsetzbar. Ohne Signal liefert der FM-Diskriminator dieses beinharte Rauschen, das aus einer Vielzahl von Nadelimpulsen pro Zeiteinheit besteht. Ein Sprachsignal liefert hingegen eine deutlich geringere Frequenz um 1...2 kHz mit Spitzen um 3 kHz. Man muss also nur das Ausgangssignal auf einen Frequenzzähler geben, der die Anzahl der Impulse pro Zeiteinheit zählt und je nachdem die Rauschsperre öffnet oder schließt. Das kann ein heutiger Mikrocontroller bequem nebenher erledigen.

Bei AM liegen die Dinge anders. Da müsste man genau umgekehrt auswerten: Die Rauschsperre müsste dann erst bei einer Überschreitung von z.B. 200 Hz öffnen.

Das funktioniert i.d.R. recht gut und wurde auch schon vor langer Zeit "analog" eingesetzt mit Hoch-/Tiefpässen und nachfolgender Pegelauswertung. Gab es komplett in Motorola-ICs wie dem uralten MC3357.

Einen Nachteil hat diese Schaltung: Sie bringt alles zu Gehör, was halbwegs Sprache sein könnte. Also auch Töne und Gebrabbel aus dem Hintergrund/Ausland, was man vielleicht eher nicht hören möchte.

Jack4300
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Re: Alan 42 DS (sowie 52 DS), was ist der Digitalsquelch ?

#3

Beitrag von Jack4300 » Fr 26. Apr 2019, 13:19


gernstel hat geschrieben:Also "digital" bedeutet "diskrete Abstufungen", im einfachsten Fall an/aus. Genau das erwartet man von einer Rauschsperre, und ein blumiges Marketing macht vielleicht daraus originell-spannend klingende Begriffe, die Neugier auslösen und Kaufanzreize bieten.
Der Begriff Digital Squelch bezieht sich lt. Handbuch auf eine Squelch-Automatik. Im Gegensatz zur per Poti mit der Hand einzustellen Rauschsperre.

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Re: Alan 42 DS (sowie 52 DS), was ist der Digitalsquelch ?

#4

Beitrag von DL 4 FCY » Fr 26. Apr 2019, 14:31

Bei der, ebenfalls steinalten, Stabo-Handfunke SH-8000 rastet der Squelchregler am "Minus-Anschlag" (gaaaanz nach links gedreht) in der Stellung "Auto-SQ" ein. Das ist ebenfalls eine flexible Rauschsperrenregelung (wobei ich mir den Schaltplan noch nicht angeschaut habe, wo man evtl. Einstellungen vornehmen kann). Wenn man den Regler dann nach rechts dreht, wird die normale Squelch-Regelung (je weiter man nach rechts dreht, desto höher muß die Feldstärke des empfangene Signals sein, um den Weg zum Lautsprecher zu finden. Ich persönlich finde den Auto-Squelch ganz praktisch (das ganze Gerät ist meiner Meinung nach gelungen, außer dem damaligen Neupreis...).
73 und schönes Wochenende,
Klaus, DL4FCY

BlaBlaBlubb
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Re: Alan 42 DS (sowie 52 DS), was ist der Digitalsquelch ?

#5

Beitrag von BlaBlaBlubb » Fr 26. Apr 2019, 20:20

Danke für Eure Antworten.

Ja, ja, soweit - so gut.

Bei den älteren Geräten hatte eine zusätzliche Raststellung "AUTO-SQ" allerdings immer einen im Gerät fest vordefinierten und rein signalstärkeabhängigen Schwellenwert geschaltet, z.B. ca. S4 oder einen anderen. Anstelle mit dem SQ-Regler einen ebensolchen Schwellenwert dynamisch einzustellen, war die Schalterstellung eben eine einfache "Set-it-and-forget-it"-Vordefinition ohne groß darüber nachdenken zu müssen. Entweder hat dann dieser fixe S-Wert gepasst, oder das Signal war halt nicht im Lautsprecher zu hören.

Alte dnt-Geräte hatten hingegen eine signal-/rauschabhängige Rauschsperre (wie die meisten 2/70cm-Afugeräte auch), die den (abgesenkten) Rauschanteil im NF-Spektrum als Schwellenwert nahmen. Zum Beispiel mit von dem von "Gernstel" genannten MC3357, bei dem durch minimale externe Beschaltung ein aktives NF-Hochpassfilter die Vorstufe zum nachgeschalteten Schwellendetektor darstellte.

Beide Verfahren sind jahrelang bekannt. Mit eben den bekannten Vor- und Nachteilen:
  1. Bei der signalabhängigen SQ (egal ob mit Drehregler oder schaltbarem Fixwert) kamen halt schwache Signale, die unter der Einstellung lagen, nicht durch.
  2. Beim signal-/rauschabhängigen SQ waren (unabhängig vom S-Wert) ggf. unerwünschte Signale, wie z.B. Störungen, zu hören - solange sie nur das FM-Rauschen stark genug absenken konnten.
Und nun wird eben diese "digitale Rauschsperre" beim ALAN-Gerät genannt.
Das alleine wäre noch kein Novum, denn ich würde es zunächst schlichtweg nur als einen neuen Marketingnamen - um Aufmerksamkeit beim Käufer zu erzielen - abtun. Mmmhhhh, hat ja irgendwie auch geklappt. :sup:

...wenn da nicht im Internet die Werbe-Nebensätze zu lesen wären, dass diese digitale SQ "immer die optimale Einstellung wäre" oder "automatisch arbeitet".

Denn das tun die beiden bisher bekannten SQ-Typen eben nicht.
Beim einen Fall (DX-Fading, Mobilbetrieb - aber beides ohne Signalstörungen, daher auch bei 2/70-Geräten gerne genutzt) wäre die signal-/rauschabhängige Variante besser, da das Signal immer oder meist zuverlässig den SQ öffnet, egal bei welchem S-Wert.
Beim anderen Fall (Störungen vorhanden) kann man nur mit einem rein signalabhängigen SQ arbeiten. Und hoffen, dass die Gegenstation dann vom S-Wert stärker ist und über die (ausgeblendete) Störung drüber kommt und den SQ öffnen kann.

Aber "automatisch" oder "optimal" gibt's da bei beiden Methoden nichts. :wink:

Ich hatte früher mal meine beiden President Lincoln 1 umgebaut. Standardmäßig hat die einen S-Wert-gesteuerten SQ. Die "AUTO"-Schaltstellung definierte hier nur einen fixen S-Wert. Bringt also nicht wirklich einen Mehrwert, denn mit dem SQ-Regler kann man das ja genauso.

Da das Gerät aber besagten MC3357 drin hat, hatte ich die fehlenden Bauteile um die PINs herum nachgerüstet und die AUTO-Schaltstellung dann entliehen. Damit wurde dann der signal-/rauschabhängige (ex dnt) SQ geschaltet. Und ich hatte somit in einem Gerät wahlweise beide Methoden zur Verfügung und konnte je nach Situation auswählen, was gerade besser passt.

Hey....ich hatte wohl schon vor 20 Jahren und somit lange vor ALAN den ersten "digitalen, immer optimalen SQ" fällt mir gerade auf... :dlol:

vy 73,
Jochen

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Re: Alan 42 DS (sowie 52 DS), was ist der Digitalsquelch ?

#6

Beitrag von DL 4 FCY » Sa 27. Apr 2019, 10:05

Hallo nochmal !
Ich habe mir eben mal die Bedienungsanleitung der SH-8000 rausgesucht und mal nachgeschlagen.
Der "Auto-Squelch" ist, wenn ich das richtig interpretiere, ein fest voreingestellter Wert, und bei Bedarf kann dann über den Poti der individuelle Wert eingestellt werden. Also nix mit automatisch selbstanpassend...
Schade das...
73,
Klaus, DL4FCY

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Re: Alan 42 DS (sowie 52 DS), was ist der Digitalsquelch ?

#7

Beitrag von 13CT925 » Do 8. Aug 2019, 07:26

Was ist der Unterschied von 42 DS und 52 DS?
Konnte auf Anhieb nichts finden, ausser das das 52 scheinbar nicht mehr oder kaum angeboten wird.

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