werden UKW-Radios verboten?

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Bobby1
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Re: werden UKW-Radios verboten?

#76

Beitrag von Bobby1 » Sa 21. Apr 2018, 15:20

Die letzten Beiträge zeigen daß es durchaus subtilere Methoden gibt den analogen UKW-Rundfunk zu sabotieren als einfach nur ein Verbot per Gesetz durchzudrücken.
Man kann eben auch die Antennen an Finanzinvestoren verhökern die selber gar keinen Rundfunkbetrieb machen möchten sondern nur die Rundfunkbetreiber abzocken.
Und wenn man diese dadurch endlich ruiniert hat kann man mehr DVB+ Radios verkaufen. Oder so ähnlich.
73, Carsten

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DocEmmettBrown
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Re: werden UKW-Radios verboten?

#77

Beitrag von DocEmmettBrown » Sa 21. Apr 2018, 15:47

Bobby1 hat geschrieben:Die letzten Beiträge zeigen daß es durchaus subtilere Methoden gibt den analogen UKW-Rundfunk zu sabotieren als einfach nur ein Verbot per Gesetz durchzudrücken.
Man kann eben auch die Antennen an Finanzinvestoren verhökern die selber gar keinen Rundfunkbetrieb machen möchten sondern nur die Rundfunkbetreiber abzocken.
Und wenn man diese dadurch endlich ruiniert hat kann man mehr DVB+ Radios verkaufen. Oder so ähnlich.
Nicht nur so ähnlich, sondern ziemlich genau so. Es geht bei dem "Verbot" ja nicht um Elektrosmog oder sowas, sondern im G€LD.

Die EU sagt, man solle sparen: Entweder analog oder digital, aber nicht beides. Das heißt, das eigentliche "Verbot" ist nur ein Verbot, mehrgleisig (also gleichzeitig analog und digital) zu fahren, es sei denn, man kümmert sich selber um die Finanzierung. Da das aber für ein privates Radio (die ÖR dürfen ja nicht wegen EU) kaum zu finanzieren ist, erhält man über einen ungewollten Umweg eine implizite UKW-"Abschaltung" und das paßt ziemlich genau zum Thread.

73 de Daniel

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KLC
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Re: werden UKW-Radios verboten?

#78

Beitrag von KLC » So 22. Apr 2018, 10:48

Bobby1 hat geschrieben:Die letzten Beiträge zeigen daß es durchaus subtilere Methoden gibt den analogen UKW-Rundfunk zu sabotieren als einfach nur ein Verbot per Gesetz durchzudrücken.

Bei der Eindämmung von Analog-Funk aber auch regelungsarmer & providerfreier Kommunikationsmittel (Hobby-Funk) hat man mit dem Anhang durch " Richtlinien & Empfehlungen" an Gesetzestexte durch Lobbyisten (u.a.DEVxxo) und "indirekte Wirkungen" (Störpegelerhöhung) auch schon ähnliche Erfolge verzeichnen können.
DocEmmettBrown hat geschrieben:Nicht nur so ähnlich, sondern ziemlich genau so. Es geht bei dem "Verbot" ja nicht um Elektrosmog oder sowas, sondern im G€LD.
Ich weiß nicht , ob es mehr sarkastisch und irgendwie oppurtunistisch ist , wenn man sich mal vor diesem Hintergrund vorstellt ,daß irgendein "Böser Despot", ob nun aus Nordkorea oder sonstwo, ein KGB-Klassenbester Halbinsel-Anektierer aus Moskau oder andere, über eine solche Gesellschaft - legal - den Fuß in die Tür unseres "freien Rundfunks" stellen.
Ohne mich auf die Stufe eines Kalauer-Komikers, dessen Sendung vor der D-TR-"Staats-Affaire niemanden interessiert hat ,zu stellen, nehmen wir doch den "Präsi" der wohl größeren Volksgruppe in D aus dem Ostrand Europas.

Szenario wie gehabt , vordergründig gleich, gleiche Argumentation, nur mit anderen Namen und anderem Hintergrund, (von mir)geänderter Bericht aus dem MERKUR vom 6.04.2018
Bankfurt/Main/Ankara (dpa) - In einem Streit um die Bezahlung von UKW-Übertragungen drohen Dienstleister mehreren großen Radiosendern mit Abschaltung. Die Firma Tayyip Media Broadcast kündigte an, kommende Woche die Sender abzuschalten, die bis dahin bestimmte Bedingungen nicht zeitnah erfüllt haben.

"Bis zu zehn Millionen Hörer könnten schon ab Mittwoch von einer Abschaltung ihrer UKW-Radiosender betroffen sein", sagte Tayyip-Media-Broadcast-Chef Ahmet Necmeddin Breuer der Tageszeitung "Sasalama" (Freitag).

Neben privaten Radiosendern wird auch dem MDR, dem NDR in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschlandradio die UKW-Abschaltung angedroht. Sie betreiben keine eigene Sende-Infrastruktur, sondern haben Sendernetzbetreiber wie Erdo-link aus Düsseldorf und Gan-con aus Leipzig beauftragt. Diese Firmen müssen nun mit den Antennenbetreibern die Preise für die Miete der Antennen aushandeln, was bislang nicht gelungen ist.

Der Norddeutsche Rundfunk blickt nach eigenen Angaben "mit Sorge" auf die aktuellen Entwicklungen. "Unsere Hörerinnen und Hörer in Mecklenburg-Vorpommern dürfen nicht Opfer ideologischer und finanzieller Verhandlungen von technischen Dienstleistern (??? =8) werden", sagte Sprecher Martin Gartzke. "Wir hoffen auf einen zügigen und konstruktiven weiteren Verlauf und Abschluss der Verhandlungen."
:shock: Das sieht doch schon gleich anders aus . Die Einfügung entsprechend "ideologischer Verhandlungen" ist etwas mißglückt , aber ich denke , die Bereicherung des Herrn Breuer mit den Vornamen der Söhne von Recep Erdogan und die Einpflegung seines zweiten Vornamens und seines Nachnamens in die betroffenen Firmen verändern den Bericht unwesentlich, würden aber den demokratisch-freiheitlich-(nicht liberal) interessierten Leser doch zum Nachdenken anregen.
:think: Was wären die Schlußfolgerungen?
Die Gefahr durch einen wohl Demokratie-Feindlichen-Machthaber, der "seine Leute" hier aufruft , über die Geburtenrate von innen über dieses Land einzufallen - was zudem meine These untermalt - ist relativ zweitrangig (aber leider groß genug ! ).
Die größte Gefahren gehen durch unsere eigenen inkompetenten Volksver(t)räter aus , die bar jeder Verantwortung und entgegen ihrer Verpflichtung dem Volk gegenüber, jedem neoliberalem Hype devot hinterherlaufen und nur den eigenen monetären Vorteil im beengten Fokus haben. Nur so werden solche Mißstände überhaupt möglich.

:nono: Das unabhängig davon , ob analoger Rundfunk überhaupt zeitgemäß ist oder nicht. Der Bedarf an "klassischem Rundfunk" ist da, die Digitalisierung hat in Deutschland bisher keinen Erfolg gehabt. Da sind wohl Bedarf , Angebot & Technik bisher ausreichend und "Maßnahmen der Meinungsfindung" :hammer: nicht wirkungsvoll genug.
:angry: Inwieweit die Zwangsgebühr (un-)berechtigt ist , ist hier auch zu beachten, stellt sie doch für die Verantwortlichen & Nutznieser eine üppige , nie versiegende Quelle des finanziellen Wohlbefindens dar , der aber auf der anderen Seite nicht die nötige Aufmerksamkeit und Verantwortung gezollt wird. Daß dazu der Einfluß der Hörer am Medium Rundfunk eher verschwindend ist, und sich heutzutage von der Aufgabe in der DDR oder dem 3.Reich nicht mehr sehr viel unterscheidet , sollte man auch beachten.

So, genug den Tag mit Politik versaut. :kotz:
Auf der CQDL steht was von historischen Langwellensendern (die in D mit den Mittelwellensendern ja schon seit Jahren zu der abgeschalteten Geschichte gehören.
:wave: Rolf
SAARLAND
Großes vergeht immer im Kleinen.

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Re: werden UKW-Radios verboten?

#79

Beitrag von DocEmmettBrown » So 22. Apr 2018, 18:52

KLC hat geschrieben:Der Bedarf an "klassischem Rundfunk" ist da
Der Bedarf an klassischem Rundfunk sinkt, ob das einem nun gefällt oder nicht.

1. Musik
Früher nutzten viele ihr Radio als Dauerdudelkiste, bei der man nicht alle paar Minuten die Musikkassetten wechseln mußte. Heute kann man seine komplette Musiksammlung auf einer einzigen µSD-Karte mitnehmen und auf Knopfdruck sowie auf Wunsch sogar mit Zufallsprinzip abspielen lassen. Außerdem wird der Musikgenuß nicht durch "Lieder" mit Sprechgesang gestört. Als reine Musikquelle hat das Radio ausgedient.

2. Nachrichten
Als Nachrichtenquelle für öffentlich-rechtliche Fake News verliert das Radio auch immer mehr an Bedeutung. Das ist allerdings größtenteils selbstverschuldet, weil es so viele Sender gibt, daß man z.B. relativ leicht im Rundfunk regionalisieren könnte. Das geschieht aber nicht. Wenn ich die Nachrichten auf, sagen wir mal, SWR3 höre, bekomme ich einen Überblick über die Welt-, Europa- und Deutschlandnachrichten, kaum aber Regionales, weil das alles zusammen nun mal schlecht in 3-4 Minuten paßt. Das könnte man natürlich recht einfach anders gestalten, aber der frustrierte Hörer zahlt seine Gebühren ja auch, wenn das Programm schlecht ist.

3. Verkehrsfunk
Hat seit den Navis an Bedeutung verloren, ist aber immer noch wichtig. Doch auch hier hört man nur zu oft: "Aufgrund der Fülle nur die wichtigsten Staus." Das heißt, wenn man die Programme regionaler gestalten könnte, ließen sich uninteressante Verkehrsmeldungen leichter ausfiltern. Denn was interessiert mich in der Westpfalz, wenn es im Allgäu einen Stau gibt, und umgekehrt?!

4. Moderation
Das Geblubber der heutigen Moderatoren ist zu einem nicht geringen Teil so unsäglich, daß man fast reflexartig das Radio abschaltet. Manchmal hat man das Gefühl, als ob nicht wenige von denen unter ADHS leiden.

Teilweise hat sich aufgrund der technischen Möglichkeiten das Hörerverhalten geändert, zum großen Teil ist der Attraktivitätsverlust des Radios aber auch von den Anstalten selbstverschuldet. Und dann noch etwas, was nichts mit UKW zu tun hat: Es gibt Urlauber, die am fernen Strand gerne heimische Klänge hören, ohne die Handydatenflachratte unnötig strapazieren zu wollen. Hier hatte das Radio auf den längeren Wellen sogar eine Monopolstellung. Aber was kümmert die Intendanten schon die Interessen der Hörer?!

73 de Daniel

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Re: werden UKW-Radios verboten?

#80

Beitrag von DK7IH » So 22. Apr 2018, 20:39

DocEmmettBrown hat geschrieben:
KLC hat geschrieben:Der Bedarf an "klassischem Rundfunk" ist da
Der Bedarf an klassischem Rundfunk sinkt, ob das einem nun gefällt oder nicht.
[...]
4. Moderation
Das Geblubber der heutigen Moderatoren ist zu einem nicht geringen Teil so unsäglich, daß man fast reflexartig das Radio abschaltet. Manchmal hat man das Gefühl, als ob nicht wenige von denen unter ADHS leiden.
Ganz besonders übel stößt mir hier der von Dir bereits erwähnte Sender "SWR3" auf. Dümmliches Gefasel auf unterstem Niveau so dass man sich das nicht anhören kann ohne ein Fall für die Psychiatrie zu werden.

Besonders bizarr wird es, wenn sich die Jungs und Mädels als Komiker versuchen. Und wirklich nie verstanden habe ich, warum der Sender eine Art Reisebüro betreibt und ich mit meinen Zwangsgebühren auch noch Hörerausflüge ans Nordkap, nach Malle oder auf die DomRep bezahlen darf.

vy 73 de Peter

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Re: werden UKW-Radios verboten?

#81

Beitrag von DocEmmettBrown » Do 26. Apr 2018, 14:29


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Re: werden UKW-Radios verboten?

#82

Beitrag von KLC » Do 26. Apr 2018, 22:27

Auch in der Welt gefunden.
LIDL in der Schweiz findet eine Möglichkeit, deutsche Politik etwas erträglicher zu machen.
https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... nabis.html
Hat jetzt aber weniger mit dem Thema und Funk zu tun.
SAARLAND
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Re: werden UKW-Radios verboten?

#83

Beitrag von DocEmmettBrown » Mi 20. Jun 2018, 21:03


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