HB9CV für 11m Selbstbau ... o je, o je

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stocki
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HB9CV für 11m Selbstbau ... o je, o je

#1

Beitrag von stocki »

Servus Leuts,

in einem anderen Thread hatte ich ja schon um Rat gebeten, ob ich standmobil eine Yagi für CB Funk auf einem GFK Mast betreiben kann. Dem Vorhaben stand ich anfangs eher skeptisch gegenüber. Allerdings haben mir die Antworten gezeigt, dass es durchaus machbar ist.

In dem Thread schlugen Mario und Helmut vor, als Richtantenne die HB9CV zu verwenden, um eine möglichst leichte Antenne auf den Mast zu flanschen. Ich glaube es war Mario, der auch eine Moxon vorschlug, wobei diese aus PG Rohr und darin verlegten Kabeln aufgebaut werden könnte.

Nun, der Gedanke, eine HB9CV selbst zu bauen, geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich konsultierte den Rothammel und berechnete für den Reflektor und den Direktor folgende Werte:

Parameter: lambda = 11 m; f = 27,000 MHz;
Rothammel:
Direktor: 145/f = 145/27 = 5,37 m
Reflektor: 156/f = 156/27 = 5,78 m
Boom: lambda/8 = 11/8 = 1,38 m
Trimm-C: ca. 175pF (kann ich weder beim kleinen r noch beim großen C finden)

Das die Tabelle auf Seite 415 bei den Strecken mm und m vertauscht, lasse ich einmal dahingestellt. Der Rothammel weist aber auch darauf hin, dass DK7ZB sich näher mit dem Bau dieser Antenne beschäftigt hat. Folgenden Link fand ich: http://dk7zb.darc.de/Download/hb9cv.pdf

Wenn ich nun dessen Formeln zugrunde lege, erhalte ich folgende Werte:
Direktor: 139/f = 139/27 = 5,15 m
Reflektor: 150/f = 150/27 = 5,56 m
Boom: > 1,40 m
Trimm-C: ca. 70pF

Dann fand ich noch eine Bauanleitung für diese Antenne für das 11m Band: http://www.radioaficion.com/HamNews/art ... band-.html
Hier entnehme ich nun folgende Werte:
Direktor: 5,31 m
Reflektor: 5,76 m
Boom: fand keine Angabe
Fest-C: 275pF

Alle drei Varianten werden mit Alu Rohren mit eine Durchmesser von 10mm bis 16mm aufgebaut. Bei DK7ZB ist der Boom als Vierkantrohr (25 * 25) ausgeführt. Mit meinem Anfängerverständnis würde ich deshalb hier die Verantwortlichkeit der Abweichungen nicht beim Verkürzungsfaktor suchen.

Zwei Fragen habe ich nun:
a) Wieso gibt es bei den Abmessungen doch solch signifikante Abweichungen?
b) Die Angaben für den Kondensator laufen ja erheblich auseinander. Warum?

Vielleicht kann jemand mir Anfänger das erklären? Gerne auch einen Link, wo ich mich einlesen kann.

Freue mich auf Eure Meinungen!

Es grüßt

Andreas
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Zintus
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Re: HB9CV für 11m Selbstbau ... o je, o je

#2

Beitrag von Zintus »

Wenn du zwischen einer Moxon und einer HB9CV schwankst, kann ich dir nur zu der Moxon raten. Hier die Argumente:

1. Die Moxon ist mit ca. 3,50 m Breite wesentlich handlicher gegenüber ca. 5,80 m bei der HB9CV bei annähernd gleichem Gewinn (die HB9CV ist ca.0,5 dB stärker).
2. Die Moxon ist wesentlich leichter abzustimmen.
3. Die Moxon hat mindestens die gleiche Rückdämpfung, möglicherweise sogar noch etwas besser.
4. Die Speisung ist wesentlich einfacher und man braucht keine überkreuzte Phasenleitung, Drehkondensator und ähnlichen Mist. Einfach das vordere (gespeiste) Element speisen wie einen normalen Dipol und fertig.

Zusammenfassend wage ich zu behaupten, dass die Moxon die HB9CV mittlerweile ablöst, bzw. bald abgelöst haben wird. Eine handliche Antenne, die simpel aufzubauen ist und gutmütig in der Abstimmung und im Gebrauch ist.

Ich habe eine Moxon auf dem Dach und würde sie nicht wieder hergeben.

Zintus

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KLC
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Re: HB9CV für 11m Selbstbau ... o je, o je

#3

Beitrag von KLC »

Ich hau mal in die gleiche Kerbe wie der Zintus. Die HB9CV habe ich nicht versucht und kann dir leider keine erprobten Erfahrungen geben.
Und in der Zeit , in der du über die HB9CV nachgrübelst, kannst du dir auch mal zur Probe ne Moxon zusammenkloppen.

Die Seite dieser Berliner Runde scheint es nicht mehr zu geben. Aber der Funkbasis-Thread hier gibt einen beidseitigen Einblick.
Die verschiedenen Berechnungsprogramme weisen leider auch ein wenig unterschiedliche Maße auf. Deswegen muß man "seine Mitte" finden. Vielleicht klappt''s nicht beim ersten Mal, der Aufbau ist aber eher simpel , und nach ein wenig Experimentieren & Maßüberprüfung ist der Erfolg im Regelfall unausweichlich.

Wenn du weißt, wie du deine Moxon bauen willst (da kann man richtig kreativ sein) , ist die Ausführung schon fast erledigt.
Meine ist nicht aus Vollmaterial , sondern Draht und Schnur über altes Elektro-Installations-Material gespannt.
Keine Abstimmglieder notwendig , sondern Draht passend abschneiden. Messung mit simplen SWR-Meter Monacor FSI-5.

Vielleicht noch Mantelwellen-Sperre in die Zuleitung wickeln.
:book: Thread hier http://www.funkbasis.de/viewtopic.php?p=101549#p101549
:link: http://www.moxonantennaproject.com/
:paper: Hier noch das Programm dazu:http://www.moxonantennaproject.com/design.htm

:tup: Rolf :wave:
SAARLAND
Großes vergeht immer im Kleinen.

Yaesu FT857D

Re: HB9CV für 11m Selbstbau ... o je, o je

#4

Beitrag von Yaesu FT857D »

Andreas,
hier mal nach Trimmerkondensator geschaut?
http://www.reichelt.de/index.html?&ACTION=446&LA=0
Dort siehst du, es gibt welche bis ca. 80 pF.
Ausserdem, kann man auch aus Koaxialkabel (nicht nur die Phasenleitungen) den Kondensator herstellen.
Dazu sieht man in Tabellen von Koaxialkabel nach. Dort steht z.B. für RG58 CU 101 pF pro m... http://www.kabel-kusch.de/Koaxkabel/Datenblatt.htm
Das Kabel kann man in der Aufputzelektrodose zusammengerollt unterbringen.
Laut DK7ZB musst du bei seiner Variante für 10m aufgrund der höheren Leistung, mehrere dieser Kondensatoren parallel schalten.
Das ändert sich, sobald du die Elemente dicker oder dünner machst. Oder auf die höhere Leistung verzichtest (nur bis 100 W).
Nur eine Änderung der Elementlänge vom errechneten Sollwert, ändert auch das SWR.
Nimmst du dünnere Elemente, (weichst du von den angegebenen ab) erhöht sich der Wert des Kondensators, dadurch wird die gesamte Antenne leichter.
Aber die beschaffbaren Durchmesser beachten!
Denn du solltest beide Elemente auf jeder Seite so teilen, dass 2/3 das dickere darstellt
und der Rest als dünneres einschiebbar und etwas länger ist, um später damit das SWR einzustellen.
Beispiel: 5,50m Reflektor halbiert ist 2,75m pro Seite links und rechts. Davon 2/3 ca. 2m in 16mm und der Rest plus Zugabe dann 1m lang in 12mm....
Das Reststück in dem anderen Rohr eingeschoben, stabilisiert das andere dann.
Ich würde die Werte nach DK7ZB nehmen (ausrechnen/umrechnen).
Die Verkürzung der Elemente ergibt sich u.a. daraus, dass DK7ZB als Boom ein rechteckiges Alustück verwendet,
in dem die Elemente dadurch fixiert sind, weil sie durch dieses gehen.
Bei den anderen Varianten, wird der Boom als Rohr ausgeführt und die Elemente auf dem Rohr mit Schellen fixiert.
Dadurch muss das mit einer Änderung (nach oben) der Kapazität kompensiert werden und die Antenne wird insgesamt schwerer.
Führt man den Boom als Rohr aus, muss es dicker sein, da jedes durchbohren
(um das Element komplett durch dieses zu führen anstatt oben oder unten zu befestigen) dieses schwächt.

Noch ein wichtiger Punkt: Der Anschlusspunkt X vorne am kürzeren Element bewirkt, dass das hintere (längere) Element als Reflektor und das vordere als Strahler wirkt.

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Mikado
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Re: HB9CV für 11m Selbstbau ... o je, o je

#5

Beitrag von Mikado »

stocki hat geschrieben:...

Zwei Fragen habe ich nun:
a) Wieso gibt es bei den Abmessungen doch solch signifikante Abweichungen?
b) Die Angaben für den Kondensator laufen ja erheblich auseinander. Warum?
...
Moin Stocki!

a) Also, die HB9 ist, wie jede andere Antenne, immer auch abhängig vom Material und dem Ort wo sie errichtet wird. Stichwort kapazitive Belastung durch Annäherung an Gebäudeteile z.B.. Ich würde mich daher zuerst an die Maße halten, die DK7ZB im PDF empfiehlt! Resonanz und SWR-Minimum fallen hier ja erst durch Messen und Abstimmen zusammen. Kann man die exakte Resonanzfrequenz nicht bestimmen, dann gibts halt die Möglichkeit, mit dem C in Bandmitte auf minimales SWR einzustellen. Also leichte Fehler mit "Gegenfehler" zu korrigieren.

b) Wenn du auf den Artikel bei Radioaficion.com reflektierst wegen dem Kondensator, dann bedenke folgendes: Die Formeln zur Berechnung/Umrechnung auf 11m hat er nicht dokumentiert, er merkt ja sogar an dass der Ursprung "wahrscheinlich" für 10m ausgelegt war. Ebenso wird nicht angegeben, für welchen Bereich des 11m-Bandes sie eingesetzt werden sollte. Dazu noch wurde die Antenne durch ein anderes, massiveres Gamma-matching mit "Überlängen" und Abgreifschellen erregt und somit doch deutlich anders als der Ursprung. Dieses kann und wird auch einen anderen Kompensationskondensator nach sich ziehen.
Rechnet man seine Längen nach dem Artikel von DK7ZB um, dann käme man auf Verhältnisse wie DL1BU im PDF vorschlägt bei ca. 27,2 MHz. Da hätten wir dann schon eine wesentliche Unterscheidung gefunden.

Möchtest du es gleich "richtig" machen, dann musst du dich an deine baulichen Gegebenheiten halten und da ist probieren, wo die Resonanz "landet", erstmal mit drin. Ersatzweise auf bestimmte, gleichbleibende Höhe mit deinen Portabelmasten über "Durchschnittsgrund" wenn du sie standmobil nutzen möchtest.

Da du ja gerne bastelst, empfehle ich dir als langjährigen Begleiter ein sog. Dip-Meter! Um auch Antennen ausmessen zu können auf Resonanz (und nur Resonanz!), muss es ein leistungsfähiges Modell sein, wie sie früher mit Röhren gebaut wurden. "Einfache" Transistordipper schaffen das nicht. Alternative ist als moderne Version der "DipIt" vom QRP-Shop mit dem Antennenmeßzusatz und einer digitalen Frequenzanzeige.
Ich schrieb "nur Resonanz", denn die allein stellt der "Dipper" fest und kümmert sich dabei nicht um den Wellenwiderstand. Der "Dipper" sieht in einer resonanten Antenne eben nur einen Schwingkreis.

Schlussendlich ist aber eine geringe Abweichung der Maße der HB9CV wegen Resoanz nicht der Weltuntergang. Die Antenne funktioniert auch noch gut, wenn die Resonanz nicht exakt stimmt und mit passendem Kondensator nicht nur die induktive Last kompensiert, sondern auch noch das SWR angeglichen wird. Eine rein rechnerische Ermittlung der Elementlängen ist durch gegenseitige Beeiflussung und die Art der Speisung, die auch den Reflektor einbezieht, eine recht komplexe Angelegenheit die auch, ich erwähte es ja schon, die Umgebung immer mit einbeziehen muss, also auch die Aufbauhöhe.

73 Mikado
...wenn 10 deziBel ein Bel sind, sind dann 20dB nicht ein ZwieBel? :O))

stocki
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Re: HB9CV für 11m Selbstbau ... o je, o je

#6

Beitrag von stocki »

Servus,

so, ich mußte all' Eure Zeilen ersteinman verdauen! Vielen Dank für Eure Ausführungen!

Jetzt kann ich auch nachvollziehen, warum es zu diesen, in meinen Augen doch recht großen Abweichungen bei den Dimensionen der HB9CV kommt. Schon heftig welche Faktoren eine solche Antenne beeinflussen können und welche Feinheiten den Resonanzpunkt verschieben. Alleine schon, dass zwei Drittel der Länge des Direktors oder des Reflektors aus dem dickeren Material gefertigt werden sollen, hätte ich bestimmt nicht beachtet

Einen weiteren, sehr wichtigen Punkt, der bei mir einfach noch nicht vorhanden ist, erwähnte Stefan. Mit einem einfachen SWR Schätzeisen, werde ich sicherlich keine HB9CV ordentlich einmessen können.

Als Lehre aus Euren Ausführungen werde ich mich ersteinmal an der Moxon versuchen. Hierzu gibt es ja vielfache Hilfestellungen, was mir als Anfänger das Leben doch erleichtert. Habe insofern die hier weiter oben erwähnten Links "verschlungen". Der Hinweis von Zintus auf die wesentlich geringeren Maße ist ebenfalls zu berücksichtigen. Zumal ich ja vorhabe diese Antenne standmobil zu betreiben.

Auch das man einen Trimmkondensator aus RG58 "bauen" kann, habe ich nun in mein "Repertoire" übernommen. Und der Tipp mit der Mantelwellensperre war wieder ein Wertvoller.

Es gibt noch viel zu lernen ... gehen wir es an!

Es grüßt

Andreas
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Glühwurm
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Re: HB9CV für 11m Selbstbau ... o je, o je

#7

Beitrag von Glühwurm »

Moin Stocki,

willst Du die Antenne horizontal oder vertikal betreiben? Bei horizontalem Betrieb schau Dir mal die Skypper an......Diese Antenne wird nicht mehr arbeit machen als die HB9CV, allerdings ist sie in 5-10Mins aufgebaut und wiegt nur 3Kg.

Hier der Link http://44.saro.free.fr/skypper_internet/skiperbeam.htm


73's Stefan

stocki
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Re: HB9CV für 11m Selbstbau ... o je, o je

#8

Beitrag von stocki »

Servus Stefan,

vielen Dank für Deine Anregung! Die Skypper wurde in einem anderen Thread auch schon vorgeschlagen. Sie scheint eine seht interessante Antenne zu sein.

Ich werde mich aber zunächst, wie schon geschrieben, an einer Moxon probieren. Vom physikalischen Aufbau (Gestänge) her hat sie ja sehr viel Ähnlichkeit mit der Skypper, wie sie in Deinem Link beschrieben ist. Da mir eine ähnliche Konstruktion auch schon im Kopf herumschwirrt, werde ich nun mein ganzes Französisch zusammenpacken und diese Seiten eingehend studieren.

Dir und allen die hier mitlesen, geruhsame Weihnachtstage!

Es grüßt

Andreas
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