Stromversorgung mobil - welcher Akku?

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Der Fliegenfischer
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Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#1

Beitrag von Der Fliegenfischer » Sa 20. Apr 2019, 20:55

Hallo zusammen!

Folgende Frage stellt sich mir:
ich habe mir eine Drahtantenne sowie einen 10m GfK-Mast besorgt und diesen auch schon mobil mit dem Auto als auch per pedes getestet.
Das funktioniert einwandfrei.
Für die Variante zu Fuß mit dem Rucksack habe ich mir eine Motorradbatterie besorgt. Diese ist nicht sooo schwer, mit ca. 3,5kg aber auch kein Leichtgewicht.

Bei Amazon bin ich jetzt über die Jump Starter Power Banks gestolpert, z.B. diese hier: https://www.amazon.de/Starthilfe-Spitze ... 144&sr=8-6

Deutlich mehr Ah und weniger Gewicht, preislich interessant. Taugen die für Funkzwecke? Im Forum konnte ich hierzu nichts passendes finden.

Vielen Dank vorab & schöne Ostertage!

Claus / Der Fliegenfischer (aus der Fränkischen Schweiz)
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DocEmmettBrown
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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#2

Beitrag von DocEmmettBrown » Sa 20. Apr 2019, 22:55

Der Fliegenfischer hat geschrieben:
Sa 20. Apr 2019, 20:55
Deutlich mehr Ah und weniger Gewicht, preislich interessant. Taugen die für Funkzwecke?
Taugt, siehe auch hier.

73 de Daniel
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13STW
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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#3

Beitrag von 13STW » So 21. Apr 2019, 06:36

Ja, das geht.
Aufpassen, nicht alle Jump-Starter haben separate Ausgänge zum Betrieb von Geräten, direkt über die Starthilfeklemmen lassen sich meistens keine Geräte betrieben.
Ich schätze, bei dem Preis sind normale Lithium-Ionen Zellen verbaut, keine LiFePo4, soll aber nicht das Peobkem sein.

Krampfader
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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#4

Beitrag von Krampfader » So 21. Apr 2019, 07:35

Guten Morgen

Prinzipiell geht das. In diesen Geräten sind rechteckige und flache Lipo´s (Lithium Polymer) verbaut, oft aber nur 2. Wahl ...

Hier ein Test eines Funkkollegen von mir, durchgeführt mit einer ähnlichen Powerbank "TackLife T8", siehe: https://www.amazon.de/TACKLIFE-T8-Start ... pons&psc=1

Das Ergebnis ist ein wenig ernüchternd:

Unter einer Last von 21W liefert das "TackLife T8" lediglich 4,6Ah, bei einer Nennkapazität von 18,0Ah. Weiters bricht die Spannung dabei von Anfang an sofort unter 12V ein. Der Akku liefert demnach lediglich 25% der angegebenen Kapazität, und das eben auch nur bei einer Spannungslage von unter 12V, Siehe Zitat Testbericht:

===================================================
TackLife T8: (nominal 18,0Ah): Leerlauf 12,4V
entladen an 21W Lampe: Spannung zwischen 11,77V und 9,82V; abgeschaltet nach 166,5 Minuten; errechnete Kapazität: 4,6Ah oder 48,6Wh
Quelle: https://www.cb-funk.at/forum/index.php/ ... ml#msg9274
===================================================

Wem das reicht der kann natürlich derartige Starthilfe-Akku-Packs auch zum Funken verwenden ...

Im Vergleich hier noch mein selbst konfektioniertes Akku-Pack aus 50 Stk. eneloop´s in der Konfiguration 10S5P. Dieses liefert bei einer Nennkapazität von lediglich 9,5Ah unter der selben Last immerhin noch 6,2Ah (sprich 65% der Nennkapazität), und das bei einer Spannungslage von über 12V, siehe Fotos unter: https://www.cb-funk.at/forum/index.php/ ... ml#msg9288

Schönen Ostersonntag wünsch!

Andreas
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Sofakater
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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#5

Beitrag von Sofakater » So 21. Apr 2019, 09:06

Moin!

Im Profibereich wird in 12-Volt-Bordnetzen mit DC-DC-Stepupwandlern gearbeitet, die saugen die Funkbatterie bis runter auf 9 Volt leer, aber die Ausgangsspannung bleibt konstant auf 13,2 Volt.

https://www.mrmultitronik.de/produkte/d ... e-version/

Da es aber Schaltnetzteile sind, wirds bei CB wohl zu Störungen kommen, Entstörung geht dann so:

http://www.dg0sa.de/snt.pdf

GrussGruss
Theorie ist, wenn man weiß wie es geht und nichts funktioniert
Praxis ist, wenn alles klappt und keiner weiß warum.

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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#6

Beitrag von salat » So 21. Apr 2019, 09:10

Krampfader hat geschrieben:
So 21. Apr 2019, 07:35
Unter einer Last von 21W liefert das "TackLife T8" lediglich 4,6Ah, bei einer Nennkapazität von 18,0Ah.
Wie bei Powerbanks üblich wird wohl die Gesamt-Zellenkapazität (bei 3,6 Volt) angegeben - da hat man schon mal den Faktor 3.
Verluste von DC-DC Wandlern werden auch nicht berücksichtigt und wenn dann z.B. noch "Wunderzellen" wie "***FIRE" 18650er mit aufgedruckten angeblichen 5Ah verbaut sind kommen sowieso die üblichen China-Werbe-Werte raus.

Die Angebe der Kapazität in mAh (eben bei Einzelzellenspannung) hat sich leider so verstandardisiert :(

Eigentlich wäre eine Kapazitätsangabe in Wh sinvoll - aber die Hersteller vermuten wohl, dass das Primärzellen-gewöhnte Publikum dies eh nicht umgerechnet bekommt.
Fragt mal um euch rum wie viele Leute sich ernsthaft fragen würden, ob ein Gerät mit der Angabe "9V/1A" an einem Netzteil mit 9V und 20A angeschlossen werden darf oder sonst in die Luft fliegt (passende Polung und ob das Gerät gern Gleich- oder Wechselspannung hätte wird da schon weniger beachtet).
Sofakater hat geschrieben:
So 21. Apr 2019, 09:06
Im Profibereich wird in 12-Volt-Bordnetzen mit DC-DC-Stepupwandlern gearbeitet, die saugen die Funkbatterie bis runter auf 9 Volt leer, aber die Ausgangsspannung bleibt konstant auf 13,2 Volt.
DC-DC auf 13,8v von ebay hatten wir auch schon hier: viewtopic.php?f=17&t=47103

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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#7

Beitrag von 13STW » So 21. Apr 2019, 09:36

Ob Watt- oder Amperestunden als Angabe, Kapazitätsangaben sind Nennwerte, und in der Regel mit einem Entladestrom verknüpft, der nicht zwingend angegeben wird.
Wenn manˋs genau wissen will, muss man sich die Entladekurven anschauen.

Die Qualität so eines Produktes ist auch hier preisabhängig, mein LFP Startgerät von Kunzner funktioniert prächtig, auch für mobile Versorgung, hat aber auch das Fünffache des verlinkten Geräts gekostet. Bei einem Billigprodukt aus Fernost würde ich nicht erwarten, dass sich irgendjemand an verbindliche Vorgaben hält.
Die eigentliche Frage ist, welche Last will man wie lange betreiben können will. Zu beachten ist das Verhältnis von Sende und Empfangszeit, die aufgenommenen Ströme sind da höchst unterschiedlich

13STW
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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#8

Beitrag von 13STW » So 21. Apr 2019, 09:37

Ach ja,
„Professionelle“ Spannungsstabilisierer für Funkanwendungen erzeugen keine Störungen. Nimmt man was Anderes muss (darf) man basteln.

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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#9

Beitrag von Krampfader » So 21. Apr 2019, 09:59

Sofakater hat geschrieben:
So 21. Apr 2019, 09:06
Im Profibereich wird in 12-Volt-Bordnetzen mit DC-DC-Stepupwandlern gearbeitet, die saugen die Funkbatterie bis runter auf 9 Volt leer, aber die Ausgangsspannung bleibt konstant auf 13,2 Volt.

https://www.mrmultitronik.de/produkte/d ... e-version/

Da es aber Schaltnetzteile sind, wirds bei CB wohl zu Störungen kommen
Es gibt einen Spannungswandler von MFJ welcher speziell für Funkgeräte konzipiert wurde, siehe Bild:

Bild
Quelle: https://www.wimo.com/netzgeraete-zubeho ... l#mfj4416c

Naja, das "Ausnuggeln" des Versorungsakkus bis zum "Gehtnichtmehr" ist so eine Sache, kommt auf den Akku drauf an. So würde ich z.B. meine Autobatterie (Blei) niemals runter bis auf 9V leeren, mal davon angesehen dass ich dann vielleicht mein KFZ nicht mehr starten kann schädigt eine derartige Tiefentladung den Blei-Akku nachhaltig ...

Genausowenig würde ich mein eneloop-Akku-Pack runter auf 9V entladen. Unterhalb von 11V mache ich persönlich Schluss, im "Notfall" spätestens bei 10V ... warum? ... immer dort wo mehrere Einzelzellen in Serie bzw. Reihe geschalten wird besteht bei "Tiefentladung" des Akku-Packs die Gefahr dass gegen Entladende eine der Zellen bereits komplett leer ist während die anderen Zellen noch satt Strom liefern. Dies hat dann zur Folge dass diese bereits leere Zelle von den anderen noch stromliefernden Zellen "umgepolt" bzw. falsch herum geladen bzw. gehörig malträtiert wird, jawohl definitiv verpolt wird, siehe Bild:

Bild
Quelle: http://wiki.rc-network.de/index.php/Umpolung

Warum dies so ist wird hier schön erklärt, siehe: http://wiki.rc-network.de/index.php/Umpolung

Dies gilt für alle Akku-Typen und Geräte bei denen Zellen in Serie bzw. Reihe geschalten sind, selbst bei einer simplen Taschenlampe. Diese Umpolung ist auch einer der Hauptgründe warum dann die schwächste Zelle eines Akku-Packs dann auch relativ schnell stirbt ... deswegen haben wir früher im Elektro-Modellflug (mit Strömen bis zu 100A) unsere Akkus zuerst einzeln vermessen und anschließend nach möglichst identer Kapazität selektiert und uns daraus Akku-Packs zusammengestellt wo dann alle Zellen nahezu gleichzeitig "eingeknickt" sind ... durch die Serienstreuung bei der Fertigung gab es zwischen den einzelnen Zellen nämlich manchmal Differenzen von bis zu 200mAh (z.B. N-1700SCR: 1600 bis 1800mAh)

Grüße

Andreas
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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#10

Beitrag von Charly Whisky » So 21. Apr 2019, 12:43

Ich ziehe die Verwendung eines LiFePo‘ vor.

Höhere Spannungslage als der Standartakku und schnelladefähig (30 Minuten- 100%).

13.2 Volt/11 Ah bei 2.6 kg Gewicht. Spitzenstrom bis 800 A (habe ich schon als Starthilfe für einen 5.5 L/V8 verwendet :sup:

https://cs-batteries.de/Lithium-POWERBL ... 47mm-2600g

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Christian

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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#11

Beitrag von Ahorn » So 21. Apr 2019, 12:51

Da Du eh schon eine Motorradbatterie rumschleppst kommt mir spontan auch eine LiFePo Batterie in den Sinn - meist kleiner und leichter bei gleicher Leistung als die Originale Motorradbatterie.

Grob geschätzt würde ich sagen Du kannst 1/3 des Gewichtes einsparen.

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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#12

Beitrag von Krampfader » So 21. Apr 2019, 12:59

Charly Whisky hat geschrieben:
So 21. Apr 2019, 12:43
Ich ziehe die Verwendung eines LiFePo‘ vor.

Höhere Spannungslage als der Standartakku und schnelladefähig (30 Minuten- 100%).

13.2 Volt/11 Ah bei 2.6 kg Gewicht. Spitzenstrom bis 800 A (habe ich schon als Starthilfe für einen 5.5 L/V8 verwendet :sup:

https://cs-batteries.de/Lithium-POWERBL ... 47mm-2600g
LiFePo4 sind auch gut, gute Spannungslage, hoher Strom ... aber auch da gibt es Qualitätsunterschiede ... LiFePo4 hatte ich bereits vor über 10 Jahren im Einsatz, damals bei meiner Eigenentwicklung (einer der ersten) "E-Roller" ... heutzutage sieht man ja diese Dinger überall herumflitzen ;)

Bild
Quelle: https://www.pedelecforum.de/forum/index ... bike.3036/

Grüße

Andreas

PS: @Christian: Warum ist dieser LiFePo4 fast doppelt so so groß und fast doppelt so schwer wie mein eneloop ?? (ok, hat 11Ah statt 9,5Ah, trotzdem)
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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#13

Beitrag von Charly Whisky » So 21. Apr 2019, 13:59

Krampfader hat geschrieben:
So 21. Apr 2019, 12:59
...Warum ist dieser LiFePo4 fast doppelt so so groß und fast doppelt so schwer wie mein eneloop ?? (ok, hat 11Ah statt 9,5Ah, trotzdem)
Andreas,

ich weiß es nicht.

Aber ich kann mit dem Ding auch Starthilfe geben....

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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#14

Beitrag von Krampfader » So 21. Apr 2019, 14:30

Alles klar Christian!

Starthilfe kann ich mit den eneloops vergessen, keine Chance!

Grüße

Andreas
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Re: Stromversorgung mobil - welcher Akku?

#15

Beitrag von Charly Whisky » So 21. Apr 2019, 15:36

Naja,

man muss den Zweck im Auge behalten.

Die internen Strukturen des von mir genannten Blocks können einen Dauerstrom von ca. 100 A.

Klar, dass intern die "Autobahnen" einschließlich der Pole hochstromfähig sein müssen. Weiterhin ist ein BMS integriert.

Ein Auto zu starten ist ja nicht die Hauptaufgabe einer "Funkerbatterie"- man kann aber wenn man muss :holy:

Diesen speziellen Typ gibt es auch in kleinerer und größerer Bauform.

Und sie haben auch vor einer PA keine Angst :sup:

73
Christian

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