Der etwas andere „Freifunk“

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Krampfader
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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#16

Beitrag von Krampfader »

Schönen Guten Morgen Willi

Besten Dank für die Info. Alles klar, mit den Drähten gelang es also feindliche Sperrnetze anzuheben und zu unterfahren. Laut Wikipedia wurden die Drähte aber auch zusätzlich als Antennen verwendet, siehe: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Netzabweiser

Andreas :wave:

PS: Dachte immer die „Säge“ diente als letztes Mittel dazu um freundliche Schiffe zu rammen ...
Meine CB-Antennenbau-Seite: https://antennenbau.dxfreun.de/krampfader/

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Alexander
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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#17

Beitrag von Alexander »

Hallo zusammen..

... spannende Diskussion, nur wie so oft etwas am Thema vorbei!

Joe sprach von Frequenzen unter 9kHz, also 9000 Hz. Dort kann jedermann, also auch Du und ich, ohne jegliche Genehmigung, mit jeder beliebigen Leistung Funken, QSOs fahren oder was auch immer. Klar, dass dies tatsächlich nicht alle machen werden, weil jede Menge technischer Aufgaben zu bewältigen sind. Alleine die Anpass-Spulen, können leicht die Größe eines Mittelklasse PKW erreichen, verbunden mit all den Gefahren durch die Hochspannung.

Funkgeräte für U-Boote im Bereich über 10 kHz gab es vor dem WK 1 nicht, im getauchten Zustand, war keinerlei Kommunikation über Funk möglich. Das ging nur an der Oberfläche. Die Antennen an Bord, waren in der Regel für MW und Grenzwelle, bestenfalls für lange Kurzwellen-Geräte (also bis ca 5MHz)
Die höheren Kurzwelle Frequenzen wurden damals als unbrauchbar bewertet und dann irgendwann den Funkamateuren als Spielwiese erlaubt. Doch genau die Funkamateure waren es, welche später auf diesen in brauchbaren Frequenzen weltweiten Funkverkehr machten.

Es hat noch lange gedauert, bis man die Frequenzen über 10kHz bis ca 50kHz unter Wasser verwenden konnte.
Diese Frequenzen lassen sich auch - ohne besonderen Aufwand - mit der Soundkarte eines PCs empfangen. Einfach ein Stück Draht in den Mike-Eingang stecken, ne Software Laden und schon kann man die sogenannten ALPHA-Stationen aus Russland und andere Stationen hören.

Gruß Alexander
Name: Alexander DG9NCZ QTH: JO31IJ QRV: z.Zt. nur VHF/UHF CB-Funk ist die ursprünglichste Sinngebung von Entropie!
Wer eine K-Lizenz unter der Einsteiger-Lizenz anstrebt, will aus dem Amateurfunk eine prekäre Spielwiese machen

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Alexander
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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#18

Beitrag von Alexander »

Ein netter Beitrag zum Thema aus deutscher Sicht, ist hier zu finden.: https://www.bundeswehr.de/de/organisati ... sloh-89966
Name: Alexander DG9NCZ QTH: JO31IJ QRV: z.Zt. nur VHF/UHF CB-Funk ist die ursprünglichste Sinngebung von Entropie!
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Willi
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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#19

Beitrag von Willi »

Krampfader hat geschrieben:
Sa 6. Feb 2021, 05:52
Schönen Guten Morgen Willi

Besten Dank für die Info. Alles klar, mit den Drähten gelang es also feindliche Sperrnetze anzuheben und zu unterfahren. Laut Wikipedia wurden die Drähte aber auch zusätzlich als Antennen verwendet, siehe: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Netzabweiser

Andreas :wave:

PS: Dachte immer die „Säge“ diente als letztes Mittel dazu um freundliche Schiffe zu rammen ...


Hallo Andreas,
Gruß nach Wien!

Es würde mich schon interessieren, auf welchen Frequenzbereichen die damals gearbeitet haben.
Sicherlich gab es eine Tag-, Nacht- und Übergangsfrequenz. Das hat mir mal ein alter OM erklärt - der war allerdings beim Heer. Aber die Ausbreitungsbedingungen sind ja überall gleich.
Ich werde mal schauen, ob ich über die Bereiche etwas erfahren kann.
Deine Überlegungen zu der "Säge" halte ich gar nicht für so abwegig.

Gruß, Willi.

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DF2JP
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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#20

Beitrag von DF2JP »

Moin Leute,
Deine Überlegungen zu der "Säge" halte ich gar nicht für so abwegig.
ich will mich jetzt nicht großartig zum Seekrieg, bzw. U-Boot Krieg äussern, nur soviel... U-Boote waren und sind seht fragile Fahrzeuge, sehr viele deutsche U-Boote wurden im 2 WW durch "Rammstoß" von alliierten Zerstörern versenkt, ein Rammstoß mit einem U-Boot hätte nur zum sofortigen Verlust des Bootes geführt und den so angegriffenen Frachter kaum weh getan, dazu ist die Masse eines U-Bootes im Vergleich zu den Frachtern oder gar Kriegsschiffen viel zu gering.
Die Säge, genauer "Netzsäge" diente zum unterfahren von Netzsperren in Häfen, so z. B. bei U-47 (KaLeu Prien) der auf diesem Wege nach Scapa Flow eindringen konnte.

Aber das ist ein ganz anderes Thema, hier ging es um das Dreamers-Band.

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Willi
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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#21

Beitrag von Willi »

Moin!

Richtig, es ging um das "Dreamers Band".
Aber es hat mir keine Ruhe gelassen, also habe ich mich mal schlau gemacht, in Sachen U-Boot-Funk damals.
Die Geräte stammten meist von Telefunken und Lorenz.
Sie hatten für KW einen F.-Bereich von 3.75 - 15 MHz, bei einer Leistung von 200 W.
Für LW von 300 - 600 kHz, mit 150 W. Leistung.
An Empfängern wurde eine Reihe von Geräten mitgeführt.
Die Ausstattung der Boote variierte nach Einsatzraum und Bootstyp.

Willi.

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DF2JP
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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#22

Beitrag von DF2JP »

Hallo Willi,
Die Geräte stammten meist von Telefunken und Lorenz.
Aber erst im 2. Weltkrieg, Telefunken hat erst 1923 die ersten Funkanlagen "gebaut", nach Werkspionage bei Marconi (die Chinesen sind also bei weitem nicht die ersten die Ideen und Schaltungen geklaut haben) Lorenz kam erst in den 30ern auf den Markt.

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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#23

Beitrag von DK3NH »

DF2JP hat geschrieben:
Do 11. Feb 2021, 12:09
Aber erst im 2. Weltkrieg, Telefunken hat erst 1923 die ersten Funkanlagen "gebaut", nach Werkspionage bei Marconi (die Chinesen sind also bei weitem nicht die ersten die Ideen und Schaltungen geklaut haben) Lorenz kam erst in den 30ern auf den Markt.
Na ja, ganz so war es wohl nicht...

Wikipedia:
Durch die von Telefunken 1908 eingeführten Löschfunkensender (Tonfunkensender) mit einer dreimal höheren Reichweite als die alten Knallfunkensender nahm das Unternehmen zusammen mit Marconi bald eine führende Rolle im Betrieb der Seefunkstationen ein.
Kaiser Wilhelm II.: Auf sein Drängen gründeten am 27. Mai 1903 in Berlin Siemens & Halske und die AEG als Gemeinschaftsunternehmen zu gleichen Teilen die Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m.b.H., System Telefunken

Dort auch ein Bild einer Telefunken-Schifsfunkanlage von 1919

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DF2JP
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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#24

Beitrag von DF2JP »

Na ja, ganz so war es wohl nicht...

Doch genau so war es...
Am 13.05.1897 nahm ein gewisser Adolf Slaby an einer Vorführung Marconis am Bristol-Kanal statt, dieser Herr Slaby war von Kaiser Wilhelm dort hin entsand worden. Dieser Herr Slaby hat dann die Experimente von Marconi 1:1 nachgestellt, sein Helfer war dabei Graf Arko der spätere Gründer der AEG, die Vorführung fand im Beisein des Kaisers statt. Dass das Deutsche Reich dann weiterentwickelt hat steht ausser Frage aber die Grundschaltung und Idee war geklaut.

Aus dieser Zeit stammt ja auch das "Made in Germany", in England ein Indiz für minderwertige Waren aus Deutschland...wie sich die Zeiten ändern %)

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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#25

Beitrag von DK3NH »

Aber Du hattest geschrieben:
Telefunken hat erst 1923 die ersten Funkanlagen "gebaut"
und darauf hatte ich mich bezogen.

73, Werner

Willi
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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#26

Beitrag von Willi »

DF2JP hat geschrieben:
Do 11. Feb 2021, 12:09
Hallo Willi,
Die Geräte stammten meist von Telefunken und Lorenz.
Aber erst im 2. Weltkrieg, Telefunken hat erst 1923 die ersten Funkanlagen "gebaut", nach Werkspionage bei Marconi (die Chinesen sind also bei weitem nicht die ersten die Ideen und Schaltungen geklaut haben) Lorenz kam erst in den 30ern auf den Markt.

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Hallo Joe!

Richtig, mein Beitrag bezog sich auf den U-Boot-Funk im 2. Weltkrieg.
Über Funkanwendungen auf U-Booten im 1.WK konnte ich keine genaueren Daten finden.
Aber bei radiomuseum.org gibt es eine PDF zum Download:
"Telefunken-Zeitung, Nr. 16, Juli 1919".
Ist recht aufschlussreich. Habe sie beim "googeln" gefunden.
Daraus geht auch hervor, wie weit Funktechnik schon vor und während des 1. WK entwickelt war.
Die Sache mit Slaby/Graf Arco war mir bekannt.
Ob deren Spionage was genutzt hat, ist schwer zu beurteilen.
Im Lauf aller technischen Entwicklungen wurden zahlreiche Erkenntnisse fast zeitnah in diversen Ländern gewonnen.
Spionage ist da freilich nicht auszuschliessen.

73 Willi.

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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#27

Beitrag von criticalcore5711 »

Gibt es eigentlich außer dem gerät für 30$ auch schon eigenbauten in dem Bereich?

Ich hätte echt Lust das ganze mal zu testen. Aber nicht immer nur mit kaufgeräten. Eine ausführliche Beschreibung mit schaltplan zum Nachbau... das wäre was!
Zur zeit nur DX.
Bevorzugt T5, QSY nach Absprache.

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DF2JP
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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#28

Beitrag von DF2JP »

Hallo criticalcore5711,
Gibt es eigentlich außer dem gerät für 30$ auch schon eigenbauten in dem Bereich?
da gibt es viele Wege die zum Ziel führen einer der einfachsten ist ein Sendemischer. Also praktisch ein Transverter, wo Du einen Transceiver als Steuersender verwendest und dann auf die 8,7 kHz runtermischst.
Kein Hexenwerk siehe z. B. https://www.df2jp.de/TX_Mixer.html
Ich denke mal das ist recht übersichtlich :D

Dazu brauchst Du aber einen 30m TRX, mit einem 27 MHz OCXO könntest Du auch ein durchstimmbares CB-Gerät verwenden, wenn es frequenzstabil ist :)
Es gibt auch eine Möglichkeit die Referenzfrequenz aus einem GPS-Modul zu generieren, diese NEO8 Module sollen hervorragend dazu funktionieren, habe ich selbst aber noch nicht getestet. Ich hatte dazu mal eine Anleitung, muss ich suchen...

Es gibt ja auch die Möglichkeit einen Rspi als WSPR-Sender zu programmieren, ob sowas im Dreamersband noch funktioniert, müsste man austesten...

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Re: Der etwas andere „Freifunk“

#29

Beitrag von DF2JP »

Neil, G4DBN schreibt:
Hello to any VLF listeners

If anyone does monitor 8.27kHz regularly (the interest seems to be MF these latter days) I aim to send about 400W into a series-tuned loop on 8269Hz. The offset is because my master oscillator seems to have lost it's calibration and the shack has been too cold to stay out there long to fix it. I don't want to transmit on top of anyone else's signal either.

Modulation will be QRSS 60 as, unless transmission is successful, I'm reluctant to spend much to build another modulator. I can run the amplifier up to 800W or more.

73, Hugh, M0DSZ
Gute Gelegenheit den Empfänger zu testen und QRSS60 ( ein Punkt dauert 60 Sec) kann man auch noch verfolgen, dauert zwar ´n bisschen bis ein Call vollständig ist, aber das Signal sollte bei der Leistung gut in West-EU zu empfangen sein.

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