Tranceiver Erdung mittels Erdungsplatte

guglielmo
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Re: Tranceiver Erdung mittels Erdungsplatte

#16

Beitrag von guglielmo » Mo 3. Dez 2018, 10:57

Zunächst muss einem klar werden, was man eigentlich will. Wozu ist der Potentialausgleich eigentlich gut. Er ist dafür gut, das im System Netzgerät-Transciever-Tuner-Antenne keine Potentialdifferenzen entstehen. Was sind Potentialdifferenzen in der Elektrizitätslehre? Nun es sind elektrische Spannungen. Was bewirken diese? Sie sorgen dafür, das durch einen Körper elektrische Ausgleichsströme fließen. Diese Ströme können viele ungewollte Dinge bewirken. Wie verhindert man diese Potentiadifferenzen? Man verbindet die leitfähigen Gehäuse aller Komponenten mit Kabeln die einen vernünftig großen Querschnitt haben. So können diese Ausgleichsströme hierüber fließen und es fällt nur eine geringe Spannung ab. Somit haben alle eingebundenen Komponenten dasselbe Potential am Gehäuse als Teil des galvanischen Systems welches das gleiche Massepotential wie der Nullleiter der Energieversorgung besitzt.

So bekommt man keine gewischt, wenn man unterschiedliche Bauteile des Systems anfasst oder miteinander verbinden möchte.
Es kommt nicht zu Stromstößen oder Lichtbögen die Komponenten zerstören.

Praxis: Ich selber habe die Bauteile Transciever, Tuner, Verstärker, Netzgerät aller mit einem dicken Grüngelben Erdungskabel verbunden. An den Geräterückseiten befinden sich hierfür extra Klemmschrauben. Das Netzgerät und der Verstärker haben eine extra Gehäuseerdung, so das eine Verbindung zur allgemeinen Erdung der Hausinstallation besteht. Das ist natürlich nicht optimal aber besser als nichts.

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Re: Tranceiver Erdung mittels Erdungsplatte

#17

Beitrag von Grundig-Fan » Mo 3. Dez 2018, 13:20

Einsatz meine Herren

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Re: Tranceiver Erdung mittels Erdungsplatte

#18

Beitrag von dd4da » So 9. Dez 2018, 17:42

Woow, was ich hier so lesen kann, ist einerseits bemerkenswert aber eben auch echtgruselig.

Zusammengefasst habe ich folgendes mitgenommen:

1 - Man "kann", aber "darf" nicht alles tun, was geht.
2 - es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen Blitzschutzerde und Potentialausgleich.
3 - Blitzschutz überlässt man dem Fachmann
4 - Potentialausgleich braucht man nur für bestimmte Gerätemarken.
5 - Eine einfach Kupferplatte ist auch Potentialausgleich.


Punkt 1,2 - dem stimme ich zu.
Punkt 3 - Wenn man weiß was man tun muss und wie, kann man dies auch selber erledigen. Es gibt Literatur die dieses Thema vertieft. Abgenommen werden muss
es allerdings vom Fachmann, damit die Sachversicherer im Schadensfall einspringen.
Punkt 4 - ist Humbug. Jeder Sender, der an einer Außenantenne und einem Netzteil betrieben wird, muss an einer Potentialausgleich-Schiene angeschlossen werden.
Punkt 5 - Eine lose Kupferplatte stellt kein Potentialausgleich her - wie auch?

Noch ein paar Gedanken zum Thema Außenantenne. Die Idee mit den Zündkerzen habe ich auch im Einsatz und dass am Ende des Feeders der G5RV. Sie hilft, statische Ladung der Leitungen abzubauen. Ich bin allerdings später noch einen Schritt weiter gegangen und habe 15K Ohm 4Watt Kohleschichtwiderstände parallel zu den Zündkerzen gelegt. So baut sich erst gar kein Potential auf. Sollten die Widerstände versagen, greifen die Zündkerzen.

Der Blitzschutz ist eine ganz andere Sache. Es geht ja darum, dass die Energie bei einem Blitztreffer kontrolliert abgebaut wird. Die auftretenden Ströme sind gigantisch. Ich nutze 16mm² Kupfererdleiter an einen ausgemessenen Fundamenterder. Erdung und das Ausmessen habe ich allerdings von einem Elektrikermeister vornehmen lassen. Da ich mithelfen konnte, lernte ich wieder was dazu.

Es ist vorteilhaft, wenn, wie in meinem Fall, ein vorhandener Blitzschutz des Gebäude vorhanden ist, der genutzt werden darf und auch kann. Im Zweifel ist es jedoch immer besser, einen Kreuzerder zu nutzen. Diese muss ausgemessen werden - wie eigentlich jeder Erder, den man nutzen will. Es soll sicherstellen, dass dieser niederohmig genug ist, um wirksam genug zu sein. Es gibt ein paar VDE wo die Bedingungen beschrieben werden.

vy 73 de DD4DA

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