Faltantenne selber bauen

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Markus
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Faltantenne selber bauen

#1

Beitrag von Markus » Do 4. Jul 2019, 13:45

Moin, Moin.
Für meine Albrecht2980 möchte ich mir ne Faltantenne selber bauen. Die Idee :
Rollmaßband ablängen und an einen BNC Stecker montieren.
Fragen : Würde das überhaupt funktionieren?
- Welche Längen wären Sinnvoll ( ich hatte eine Länge von ca. 1m ins Auge gefasst) ?
- Gehe ich am BNC Stecker nur an die Seele, oder könnte ich über eine selbst gewickelte Spule auch an die Abschirmung des Steckers gehen ?

- Die Spule würde ich als Verlängerung sehen um den Lamdawert zu optimieren, falls der Strahler eher kürzer sein sollte (wegen des Handlings bei Wind).
Über sachdienliche Informationen wäre ich sehr dankbar.

73 und 55 Markus

df2tb
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Re: Faltantenne selber bauen

#2

Beitrag von df2tb » Fr 5. Jul 2019, 00:10

Lambdawert optimieren? :think:

Laß es lieber bleiben, das wird so nix

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Re: Faltantenne selber bauen

#3

Beitrag von Nightrider » Fr 5. Jul 2019, 04:16

Du brauchst eine Spule unten....

Bauanleitung bei Facebook
Prepper CB Netzwer oder NFK Notfunkkoffer

https://www.facebook.com/photo.php?fbid ... pe=1&ifg=1

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Re: Faltantenne selber bauen

#4

Beitrag von Nasa » Fr 5. Jul 2019, 07:54

Markus hat geschrieben:
Do 4. Jul 2019, 13:45
Die Spule würde ich als Verlängerung sehen um den Lamdawert zu optimieren
Ja, ich würde auch sagen Selbstbau lohnt sich hier nicht, weil
  1. Notwendiges Wissen offenbar nicht vorhanden
  2. Vermutlich notwendiges Messequipment nicht vorhanden
Frag mal den Forensponsor Neuner, ob er Dir nicht eine Antenne mit BNC-Stecker empfehlen kann,
die in etwa Deinen Ansprüchen gerecht wird.

Das wird die schnellere, sichere und für alle bessere Lösung sein.

Gruß,
Lothar
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Re: Faltantenne selber bauen

#5

Beitrag von guglielmo » Sa 6. Jul 2019, 14:00

Markus hat geschrieben:
Do 4. Jul 2019, 13:45
Moin, Moin.
Für meine Albrecht2980 möchte ich mir ne Faltantenne selber bauen. Die Idee :
Rollmaßband ablängen und an einen BNC Stecker montieren.
Fragen : Würde das überhaupt funktionieren?
- Welche Längen wären Sinnvoll ( ich hatte eine Länge von ca. 1m ins Auge gefasst) ?
- Gehe ich am BNC Stecker nur an die Seele, oder könnte ich über eine selbst gewickelte Spule auch an die Abschirmung des Steckers gehen ?

- Die Spule würde ich als Verlängerung sehen um den Lamdawert zu optimieren, falls der Strahler eher kürzer sein sollte (wegen des Handlings bei Wind).
Über sachdienliche Informationen wäre ich sehr dankbar.

73 und 55 Markus
Du hast um sachliche Informationen gebeten und die sollst Du auch bekommen. Wie bereits die anderen schrieben fehlen Dir zunächst viele Grundlagen. Ich werde versuchen einige wichtige Grundlagen hier kurz zusammen zu stellen.

Etwas Antennentheorie:
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Was ist eine Antenne? Eine Antenne ist ein Transformator, der eine elektromagnetische Leitungswelle in eine Raumwelle umwandelt und umgedreht. Es gilt das Reziprozitätstheorem der Antennen. Wenn man mit einer Antenne eine Station hören kann, kann diese Station einen auch selber hören, wenn man mit derselben Leistung zurück sendet. Gleiche Empfängerempfindlichkeit voraus gesetzt. Damit eine Leitungswelle erfolgreich in eine Raumwelle umgewandelt werden kann muss die Antenne folgende Bedingungen erfüllen.

1. Der Fußpunktwiderstand muss zum Ausgangswiderstand des Senders incl. Antennenkabel passen. Soll heißen sie müssen gleich sein.
Ist das nicht der Fall, gelangt ein großer Teil der Leitungswelle nicht in die Antenne, weil dieser auf die Leitung zurück reflektiert wird.

2. Die Antennengeometrie muss so beschaffen sein, das sich die Welle auf der Antenne voll ausbreiten kann. Nur so können die Wechselfelder sich im umgebenden Raum ausbreiten und sich bei Polartätswechsel von der Antenne ablösen. Das wiederum ist nur dann ideal gegeben, wenn die Antennenanordnung insgesamt mindestens so lang ist, wie die Hälfte der Wellenlänge der Welle die gesendet werden soll. Ein ganzzahliges Vielfaches geht auch.

Zu 2.: Kürzere Anordnungen gehen funktionieren auch, aber strahlen nicht mehr ideal ab und der Fußpunktwiderstand ändert sich. Letzteres bedeutet, das solche Antennen elektrisch verlängert werden müssen. Das geschieht durch Spulen am Fußpunkt oder Kapazitäten am Ende bzw. oben.

Antennenbau etwas Theorie:
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Man unterscheidet Horizontalstrahler und Vertikalstrahler.

Ein Horizontalstrahler besteht meistens aus einem Dipol. Es sind zwei Strahler die symmetrisch gespeist werden. Die Länge eines jeden Strahlers beträgt idealerweise ein viertel der Wellenlänge. Der Transceiver liefert ein asymmetrische Leitungswelle auf einem asymmetrischen (koaxialen) Kabel. Diese Welle wird über eine Mantelwellensperre (Eine Art Hochfrequenztrafo) auf eine symmetrische Leitung (Hünerleiter) gebracht, die mit dem Dipol elektrisch verbunden ist. Passt nun die Strahlerlänge nicht zur Welle lässt sich die Welle noch elektrisch durch einen Antenntuner bzw. Matchbox anpassen. Auf den Tuner kann man verzichten, wenn man die Strahler durch Spulen elektrisch verlängert. Installiert man einen solchen Dipol waagerecht, erzeugt er Wellen mit horizontaler Polarisation. Wird er senkrecht betrieben wird er zum Vertikalstrahler. Ein solcher Halbwellendipol hat einen Fußpunktwiderstand von ca. 70 Ohm reell.

Vertikalstrahler sind häufig wie folgt aufgebaut. Sie haben einen Strahler der so lang ist, wie ein viertel der Wellenlänge. Dieser Strahler wird mit dem Mittelleiter des Koaxialkabels verbunden. Zusätzlich besteht diese Antenne aus Radials, häufig vier Stück, die ebenfalls mindestens ein viertel der Wellenlänge betragen. Alle Radials sind mit dem Mantel des Koaxialleiters elektrisch verbunden. Die asymmetrische Leitungswelle wird als solche über die Antenne direkt abgestrahlt. Statt der Radials kann man auch den Mantel mit Metallblechen oder anderen massiven Metallkörpern verbinden. In diesem Fall wird aus dem Halbwellenstrahler ein Viertelwellenstrahler. Der Halbwellenstrahler, genannt Groundplane hat einen Fußpunktwiderstand von 50 Ohm und passt somit recht gut zu den gängigen Transceivern. Dieser Widerstand lässt sich durch das verbiegen der Radials empfindlich beeinflussen.

Bei der Berechnung der wahren Strahlerlängen muss der sog. Verkürzungsfaktor berücksichtigt werden. Er resultiert daraus, das die Leitungswellen sich nicht mit der Vakuumlichtgeschwindigkeit auf dem Leiter ausbreiten sondern langsamer. Die Geschwindigkeit hängt von den Materialeigenschaften ab, die durch die materialbezogenen Dieelektrizitäts und die Permeabilitätskonstanten ausgedrückt werden.

Lambda=Lichtgeschwindigkeit/Frequenz => Bei kleinerer Lichtgeschwindigkeit kleinere Wellenlänge und somit kleinere Strahler- bzw. Antennenlänge

Die elektrische Qualität der Anpassung einer Antenne wird durch das Stehwellenverhältnis eng. Standing Wave Ratio (SWR) beschrieben. Es wird ausgedrückt durch die Spannungsamplituden der Hin- und Rücklaufenden Wellen (UV, UR).

SWR=(UV+UR)/(UV-UR)

Ist also UR=0, dann ist das SWR=1 (Dies bedeutet ideale Anpassung)
Ist UV=UR dann ist das SWR=unendlich (Dies bedeutet absolute Fehlanpassung)
Der SWR Wert sollte nicht den Wert 2 überschreiten. Ab kleiner 1,2 kann man echt happy sein.

Anmerkung zur Antennenbau Praxis:
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Eine ausführliche Praxiserläuterung würde meine Zeit dies zu schreiben sprengen. Aber kurz zurück zu Deiner Frage.

Deine Rollantenne als Viertelwellenstrahler müsste ungefähr 11/4 Meter = 2,75 Meter lang sein. Aufgrund des Verkürzungsfaktors etwas kürzer. Hier würde man beim Messen des Stehwellenverhältnisses dieses Verhältnis optimieren, in dem man den Strahler mit einer Kneifzange langsam auf die optimale Länge zurück schneidet.

Der Strahler z.B. als Kupferdraht wird in eine Hochfrequenzbuchse eingelötet. Das Gehäuse dieser Buchse ist mit einer Masse zu verbinden. Ohne Masseverbindung wird es keine vernünftige Abstrahlung geben. Zwischen Transceiver und Antenne ist eine Matchbox dringend erforderlich, da der Widerstand sich von Einsatz zu Einsatz ändern wird. Ebenso sollte man sich ein Stehwellenmessgerät gönnen.

Schlussbemerkung:
Dieses hier ist ein Hobby. Wie bei jedem Hobby, jedenfalls einem Hobby was Spaß bringen soll, muss man sich vorher ein ganz kleines bischen mit der Materie beschäftigen. Viel Spaß!

DL 4 FCY
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Re: Faltantenne selber bauen

#6

Beitrag von DL 4 FCY » Sa 6. Jul 2019, 15:24

Hallo !
Das mit dem abgeschnittenen Metallmaßband habe ich selbst schon probiert - ziemlich mühselig !!!!
Aber als Tipp: Bei verschiedenen Surplus-Händlern kriegt man für kleines Geld ausgemusterte Antennen aus olivgrünen Beständen, z.B. die Stahlblattantenne AT-272/PRC für AN/PRC-8, -9, -10, oder SEM 35. Die haben manchmal sogar einen BNC-Anschluß und müssen dann nur noch auf die entsprechende Länge gebracht werden. Allerdings - wie hier auch schon geschrieben wurde- ohne die erforderlichen Meßmittel macht das eigentlich keinen Sinn...
73,
Klaus, DL4FCY

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Re: Faltantenne selber bauen

#7

Beitrag von BlaBlaBlubb » Mo 8. Jul 2019, 20:16

Zum Thema Faltantennen:

Kürzlich hatte ich mir aus einer Laune heraus mal folgende "Tactical" Antenne für VHF/UHF zugelegt:
https://www.ebay.de/itm/Tactical-Antenn ... SwYoRc-TAV

An meinem AILUNCE HD1 bringt die eine deutlich bessere Leistung als die Originalantenne. Somit scheint sie kein Fake-Nachbau zu sein, vor denen zwischenzeitlich gewarnt wird.

Als ich bezüglich der Fake-Nachbauten einen Bericht las, dass der Hersteller ABBREE das Wahl der Mittel sein soll und als ich dann auch noch eine rd. 1m lange (!) Faltantenne dort entdeckte, wollte ich diese natürlich auch noch haben.
https://www.ebay.de/itm/42-5-ABBREE-SMA ... 2749.l2649

Sozusagen eine 1m Mobilantenne im zusammenfaltbaren Portabelformat. :crazy: Geil, dachte ich. Zumal ich die Leistungsfähigkeit einer Diamond RH-770 hier erwartete. Nur eben im geschmeidigen Wander- und Outdoor-Format.

Leider erfolgte die Ernüchterung nach Erhalt der Antenne. Denn für die 1m Länge reicht die Federspannung des "Meterbandes" leider nicht aus. Solange die Antenne senkrecht gehalten wird und man sich nicht bewegt, alles kein Problem. Sobald sie (leicht!) schräg gehalten wird oder man sich (versehentlich) leicht bewegt, reicht bereits das Eigengewicht aus und sie knickt ein. Und zwar knickt sie gleich 2x ein.

Somit hat man die meiste Zeit eine "Inverted-U" Antenne. :dlol: Sollte ich mir glatt patentieren lassen. :mrgreen:

Damit war auch ein weiteres Projekt gleich wieder verworfen, nachdem ich angedacht hatte, aus eine weiteren "ABBREE 42,5" die Fußpunktspule zu modifizieren und für das 10m- oder 11m-Band resonant zu machen. Schade.

vy 73,
Jochen

guglielmo
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Re: Faltantenne selber bauen

#8

Beitrag von guglielmo » Di 9. Jul 2019, 08:29

Da die Sache nicht vom Fleck kommt noch mal die folgenden Tipps:

Das oben beschriebene werden ich jetzt nicht wiederholen. Theoretisch müsste die Antenne knapp 2,75 Meter lang sein. Das ist zugegebendermaßen manchmal unpraktisch. Somit schließt man einen Kompromiss. Man baut sie z.B. 1,5 Meter lang. Somit bleibt noch etwas vom Strom und Spannungsbauch übrig für die Erzeugung der Wellen die abstrahlen sollen. Damit die Antenne zum Transciever passt wird sie elektrisch verlängert bzw. mechanisch verkürzt. Hierfür nimmt man eine Luftspule. Die Induktivität lässt sich mit Hilfe der folgenden Seite berechnen.

http://www.df7sx.de/rechner-verkuerzte- ... l-antenne/

Hat man die Induktivität, so ermittelt wird die Spule berechnet. Das kann über diese Seite geschehen.

https://wetec.vrok.de/rechner/cspule.htm

Hat man die Daten benötigt man eine HF-Buchse, die Verlängerungsspule und einen flexiblen Draht.

HF-Spule z.B. hier: https://www.reichelt.de/UHF-PL-Mini-Ste ... OUPID=7403 (Artikel SO 239)

Möchte man sie als Wurfantenne verwenden, völlig einrollbar und flexibel würde ich eine mit Kunstoff ummantelte Litze verwenden. Diese Konstruktion kann man ebenso an einer Angelrute fixieren oder fest in einem Kunstoffrohr (elektrisches Kabelführungsrohr aus PVC) einbauen.

P.S. Natürlich muss der Mantelleiter an Radials oder eine Metallplatte bzw. Karosserie als Gegengewicht angeschlossen werden.

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