Kupferdraht oder verzinkter Stahldraht?

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Siebenschläfer
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Kupferdraht oder verzinkter Stahldraht?

#1

Beitrag von Siebenschläfer » Mi 17. Feb 2016, 13:02

Servus,
ich hab mir eine "Schweissfuss GP" gebastelt, geht ja wirklich einfach und schnell der Selbstbau. Das Ding geht ja echt klasse, sowohl RX als auch TX.
Und doch hab ich zwei Fragen die ich mir noch nicht beantworten konnte.
1.
Ich hab das Ding aus 2mm starken verzinktem und mit PVC umhüllten Drahtseil gebaut, würde es noch besser gehen wenn ich Kupferlitze nehmen würde?
2.
Ist die Aufbauhöhe für den Erhebungswinkel entscheident? Wenn ja, bei welcher Höhe des Speisepunktes oder der unteren Radialenden wäre der Erhebungswinkel am flachsten? (DX)?

Danke schon mal im voraus für die Antworten.
Grüße
Marco

pom
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Re: Kupferdraht oder verzinkter Stahldraht?

#2

Beitrag von pom » Mi 17. Feb 2016, 20:52

Hej,

mit Stahldraht verschenkst Du ca. 1,4 dB gegenüber der Kupferlitze.

Für flachen Abstrahlwinkel und Gewinnoptimierung gilt wie immer: So hoch wie möglich und der tiefste Punkt der Radials mindestens 1 m über Grund!
Als Beispiel drei Simulationen der SF-GP (Kupfer) in 2 m, 10 m und 20 m Höhe.
schweissfuss_2mmcu_2m.jpg
schweissfuss_2mmcu_10m.jpg
schweissfuss_2mmcu_20m.jpg
Plots erstellt mit MMANA-GAL basic

Ahoi
Pom
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Re: Kupferdraht oder verzinkter Stahldraht?

#3

Beitrag von DBY656 » Mi 17. Feb 2016, 21:22

Hallo zusammen,

das Antennenmaterial sollte in jedem Fall nicht ferromagnetisch sein.

Ob nun nichtmagnetischer Edelstahl, Kupfer oder Alu als aktives Antennenmaterial verwendet wird sollte vom Verwendungszweck bestimmt sein.
So sind Alurohr und Kupferlitze bei Stationsantennen üblich, und Mobilantennen oftmals mit Edelstahlstrahler versehen.

73' Markus

Hornisse

Re: Kupferdraht oder verzinkter Stahldraht?

#4

Beitrag von Hornisse » Mi 17. Feb 2016, 21:42

pom hat geschrieben:mit Stahldraht verschenkst Du ca. 1,4 dB gegenüber der Kupferlitze.
:shock: Tatsächlich, ist das ein "praktischer" oder ein "theoretischer" Wert?

pom
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Re: Kupferdraht oder verzinkter Stahldraht?

#5

Beitrag von pom » Mi 17. Feb 2016, 23:31

Ein simulierter. Ich habe eine Antenne aus Kupferdraht und eine aus Stahldraht durch MMANA gejagt. Die Differenz war knapp 1,4 dB in alle Richtungen.

Ahoi!
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noone
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Re: Kupferdraht oder verzinkter Stahldraht?

#6

Beitrag von noone » Do 18. Feb 2016, 02:05

Kupferlitze

Ist OK für niedrigere KW Frequenzen nur wenn nur eine Ader ein Drähtchen....Chaos! In Rimbach ich glaub im Odenwald gabs vor ein paar Jahren noch ein Hersteller für so Sondergeschichten.

Verzinkter Stahldraht der Stahl spielt hier wegen der Verzinkung keine Rolle wenn diese dick genug ist, ferromagnetische Leiter haben das Problem einer verminderten Eindringtiefe. Es zählt aber nur die Oberfläche und die wäre ausZink und das ist nicht ferromagnetisch. Nur eben kein besonders guter Leiter was durch eine größere Eindringtiefe nur wenig kompensiert wird.

Was du hast ist Edelstahl aber so ziemlich die liederlichst Chinesische Machart Klemm mal dein Voltmeter ran.

Staku Draht ja geht, aber nicht die Version für das Schutzgasschweissgerät abdrehen lassen dafür gibt es anwendungsgerechte Drähte, es gibt auch Cupral Drähte die wiegen nur ein Drittel.

Für kurze Antenne eignet sich auf jeden Fall auch Elektrokabel d.h. die Einzelader mit oder ohne Isolation.
Gleiches für Spulen da allerdings gestrippt.

Für notorisch Antennenbauer gibt es bei Westfalia passende Al Drähte Suchfunktion hier im Forum benutzen.

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Re: Kupferdraht oder verzinkter Stahldraht?

#7

Beitrag von KLC » Do 18. Feb 2016, 13:09

:shock: Ich darf kein Ferromagnetisches Material verwenden ??
:seufz: Das ist aber sehr schlecht !!

Es dreht sich her um folgendes:
Ich würde gerne eine Tarnantenne in die Mietswohnung bauen .
Oder besser gesagt auf den Dachboden über der Wohnung ??

Dazu wollte ich mir zum einen eine Inverted-V für Vertikal in die Sparren hängen.
Kein Hexenwerk:
- die Sparren haben annähernd 90° zueinander.
- jeweils H-07 VU 2,5mm² Farbe sw, jeweils 1/4λxVk
- 50Ω-Koax dran, wahrscheinlich RG58 für den Anfang
- Direkt-Einspeisung , evtl. Mantewellensperre
soll ja Alles nicht ins Auge fallen.

Da ich aber davon ausgehe, daß die "Inv-V" als Tarn-Kompromiß-Antenne allein unter Dach nicht so der Bringer ist, wollte ich mein Rauskommen mit einer zweiten Antenne horizontal ergänzen. Zumindest um das Saartal hier von Saarbrücken in Richtung Völklingen & Saarlouis ein wenig besser "auszuleuchten". Im Nahbereich sind ja die 20dB "Polaritäts-Verlust" nicht zu verachten, müsssen aber nicht unbedingt ein ewiger Nachteil sein.

:king: Hierzu hatte ich "ein Stück" 2-Element-Yagi-Uda mit Strahler und Reflektor vorgesehen. :tup: Natürlich in möglichst unauffälliger Ausführung.
An zwei Gegenüberliegenden Sparren ,beide Elemente montiert,
etwa die erforderlichen λ1/4 als Abstand auseinander,
was die Yagi-Uda auf etwa 1,5 m Höhe auf den Dachboden bringt.
Elemente waagrecht , aber nicht mittig, sondern seitlich versetzt angeordnet , damit die Antenne etwas nach Nordosten "schielt"
:idea: Die Elemente sollten in "Rispenband" ausgeführt werden, :holy: mit dem Hintergedanken, daß dies offen-sichtlich ein Bauteil ist , das da hingehören würde.
:sup: Soviel Dachdecker, Zimmer- und sonstige Fach- Leute latschen bei uns nicht auf dem Speicher rum , daß hoffentlich schwerlich auffallen würde, daß die (waagrechten ! ) Bänder keinen statischen Zweck erfüllen, fälschlicherweise auf der Innenseite der Sparren montiert sind und nur einen Teill des Gebälks erfassen.

Feuerverzinktes Rispenband könnte ich schon etwa 70€+Märchensteuer/50m bekommen, wobei ich darauf spekuliert hätte , den Rest zum Selbstkostenpreis verlustarm abzugeben.
Wenn das also mit ferromagnetischem Material nicht zu machen wäre , müßte ich mich mit dem 5 mal teuerem rostfreiem Material zurückgreifen. Was der Händler hier vor Ort aber nicht anbietet. Die "Goldene Antenne" wollte ich mir aber nicht als "suchbaren Schatz" auf den Speicher bunkern.

Muß ich das Projekt wegen den hier zitierten hohen Verlusten und den V2A-bedingten finziellen Verlusten dann so zu den Akten legen, oder kann ich diesen Kompromiß zu den anderen Kompromissen addieren und mit dem Komprmiß leben.

:tup: Ich halte die Idee für relativ gut , und wollte sie so mal ausprobieren.

:clue: Rolf
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Re: Kupferdraht oder verzinkter Stahldraht?

#8

Beitrag von DK5VQ » Do 18. Feb 2016, 13:33

Edelstahl ist ziemlich das schlechteste Material um Kurzwellenantennen zu bauen. Allein der ohmsche Widerstand ist eklatant höher... Probier es einfach aus wie geplant...

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Re: Kupferdraht oder verzinkter Stahldraht?

#9

Beitrag von Siebenschläfer » Fr 19. Feb 2016, 19:29

Vielen Dank für die Antworten.
Ich werd mir das Ding, wenns Wetter besser ist, noch mal bauen aber dann aus Kupferdraht und nicht nur so zusammengestückelt sondern schon vernünftig.
Meint ihr es reicht ein 1,5mm² Kupferdraht, oder ist 2,5mm² doch sinnvoller? Der dickere Draht ist halt auch schwerer und das Ding soll an einem dünnen GFK-Mast in die Luft.
Der Mast ist dann insgesamt 16,5m lang und da oben wirds doch recht windig.
Würde der dünnere Draht die Leistung stark beschneiden, oder ist das eher vernachlässigbar?
Fragen über Fragen

Grüße
Marco

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Re: Kupferdraht oder verzinkter Stahldraht?

#10

Beitrag von pom » Fr 19. Feb 2016, 21:08

Siebenschläfer hat geschrieben: Ich werd mir das Ding, wenns Wetter besser ist, noch mal bauen aber dann aus Kupferdraht [...]
Meint ihr es reicht ein 1,5mm² Kupferdraht, oder ist 2,5mm² doch sinnvoller?
:tup:
Der elektrische Unterschied ist gering. Wenn ich mich recht erinnere, wurde bei der original SFGP sogar 0,75 mm2 verwendet.
Rein nach dem Gefühl und ohne die Gegebenheiten vor Ort zu kennen, solltest Du einen 16 m GFK-Mast aber trotzdem abspannen. Allein schon, damit die Antenne schön vertikal strahlt. :wink:

Ahoi
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Re: Kupferdraht oder verzinkter Stahldraht?

#11

Beitrag von Siebenschläfer » Do 25. Feb 2016, 21:08

So, das Ding ist nochmal gebaut, und zwar mit 1mm² Kupferlitze. Alles ordentlich verlötet und mit Schrumpfschlauch abgedichtet, jetzt ist auch das Auge zufrieden. Ein bisschen nach was aussehen sollte es ja doch, nicht nur zusammengeflickt dass es funktioniert.
Und beim Test tauchte natürlich eine Frage auf, die mir vorher gar nicht aufgefallen ist.
Kann es sein, dass die "Schweissfuss GP" eine leichte Richtwirkung hat? Oder hab ich mir das nur eingebildet?
Je nach dem wie ich die Antenne gedreht habe schwankten die Signale zwischen S 0,5 - S2.
Kann ja auch sein, dass die Bedingungen schwanken bei schwächeren Signalen.
Ich hoff ich nerv nicht mit meiner Fragerei. :holy:

Grüße
Marco

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Re: Kupferdraht oder verzinkter Stahldraht?

#12

Beitrag von KLC » Do 25. Feb 2016, 21:23

Richtwirkung?
Ja , ähnlich wie die (meiner Meinung nach) ziemlich ähnlich fast vergleichbare Boomerang Balkonantenne . Die hat eine Richtwirkung Richtung des einen Radials. Ich schätze , daß du ähnlich Richtung Radiale eine Steigerung festgestellt hast.
Nur hätte ich nicht gedacht, daß 2 S-Stufen festzustellen sind.
SAARLAND
Großes vergeht immer im Kleinen.

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