PowerLine Empfehlung?

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Alexander
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Re: PowerLine Empfehlung?

#46

Beitrag von Alexander » Mo 2. Okt 2017, 23:15

Jack4300 hat geschrieben:
DocEmmettBrown hat geschrieben:Und mit wieviel W ballern die PLC-Dinger ins Stromnetz?
Ich habe was vom 5 mW gefunden.
Die zitierten 5mW beziehen sich lediglich auf die CENELEC-Norm welche die Frequenzbereiche 3 bis 9kHZ, 9 bis 95 kHz, 95 kHz bis 125 kHz, 15 bis 140 KHz sowie 140 bis 148kHz. Für alle anderen Bereiche gelten andere Regelungen, die aber in keinem einzigen Fall eingehalten werden.

Und auch PLC selbst ist nicht immer PLC, das gibt es zumindest 3 unterschiedliche Varianten für den Inhouse-Betrieb.

Das Elektronik-Kompendium schreibt dazu. (Lasst Euch durch den Begriff DSL nicht verwirren, die ist hier hier mit PLC gleichzusetzen.)

ZITAT: Das internationale DSL-Forum hat HomePlug AV als die Inhouse-Technik gewählt, die von den nach DSL-Forum-Normen zugelassenen DSL-Modems/-Routern unterstützt wird. Das DSL-Forum ist eine internationale Industrievereinigung, die die Normen für den gesamten DSL-Markt festlegt.
HomePlug AV
HomePlug AV erreicht auf einem 26 MHz breiten Kanal (2 bis 28 MHz) theoretisch 200 MBit/s. Doch die Dämpfung steigt mit der Frequenz. Die Höchstgeschwindigkeit kommt dann nur auf kurzen Strecken zustande. In typischen Wohnungen erreicht man 20 bis 80 MBit/s netto.
HomePlug AV2
HomePlug AV2 erreicht seinen höheren Datendurchsatz von 500 MBit/s durch Detailverbesserungen und ein doppelt so breites Frequenzband von 2 bis 85 MHz. Manche Geräte nutzen den Frequenzbereich nur bis 68 MHz, um Störungen von UKW zu vermeiden.
Optimiert wird das Übertragungsverfahren mit Diversity und einem verbesserten Modulationsverfahren. Die Optimierungen greifen allerdings nur bei optimalen Verbindungen. Schlechte Powerline-Verbindungen kommen mit HomePlug AV2 auf nur etwa 10 bis 50 Prozent mehr Durchsatz. Im praktischen Einsatz erreichen HomePlug-AV2-Adapter damit bis zu 150 MBit/s auf der Stromleitung. In sogenannte Gigabit-Powerline-Adaptern steckt die Technik des Chipentwicklers Gigle, der von der Firma Broadcom übernommen wurde. Die Gigle-Technik benutzt ein Frequenzband von 55 bis 305 MHz und erreicht damit bis zu 900 MBit/s auf der Stromleitung.
Obwohl man anhand der Bruttodatenrate mehr erwarten dürfte übertragen die Adapter mit der proprietären Gigle-Technik nur selten mehr als die HomePlug-AV2-Adapter.
HomePlug AV1200 und AV1800
Durch den Einsatz von MIMO (bekannte von WLAN) kann die Powerline-Technik zwei Datenströme im selben Frequenzband gleichzeitig übertragen. Dabei ergibt sich eine maximale Bruttodatenrate von 1.200 MBit/s (AV1200) im Frequenzband von 2 bis 68 MHz. Unter günstigen Bedingungen erreicht man damit etwa 400 MBit/s.
Mit AV1800 (1.800 MBit/s) erfolgt die Übertragung in einem breiteren Frequenzband von 2 bis 86 MHz.
Powerline als Vernetzungsalternative
Powerline ist ein Netzwerk aus der Steckdose. Statt WLAN oder Netzwerkverkabelung zu installieren könne auch hausinterne oder wohnungsinterne Stromleitungen zur Vernetzung zweier oder mehrerer PCs genutzt werden. Die PCs können überall dort stehen, wo eine Steckdose vorhanden ist. In der einfachsten Variante werden die PCs über HomePlug-Powerline-Adapter für Ethernet oder USB mit dem Stromnetz verbunden. Die Datenkommunikation ist dann über die Stromleitungen in der ganzen Wohnung oder Haus möglich.
Es gibt auch Powerline-WLAN-Adapter, die in eine Steckdose gesteckt werden und als WLAN-Access-Point fungieren. So lassen sich auch WLAN-Geräte an das Powerline-Netz anbinden.
HomePlug-Powerline eignet sich insbesondere dann, wenn eine Neuverkabelung aufgrund des Aufwands nicht in Frage kommt und alle anderen Vernetzungstechniken, wie WLAN oder 10BaseT über Telefonleitungen nicht zuverlässig funktioniert. ZITATENDE

Je schneller also ein Powerline Angebot ist, um so breiter ist der Frequenzbereich der gestört wird umso mehr Frequenzen werden unbrauchbar. Es ist also kein Qualitätsmerkmal für ein PLC-Modem oder Gerät, dass es weniger Störungen verursacht als andere, es belegt nur ein anderes, geringeres Spektrum. Stören tun sie alle, ob mit oder ohne Notch, ob mit oder ohne Filter ob nur von Steckdose zu Steckdose, oder auch Ankopplung an WLAN oder LAN-Netze. Dabei handeln alle Anbieter solcher Geräte widerrechtlich! Alle ohne Ausnahme. Wenn wir schon - wie ein paar Beiträge zuvor mit §§ rumwerfen, dann ist ein Beschluss des Verwaltungsgerichtes Baden-Württemberg vom 07.02.2006 Aktenzeichen 1 S 787/05 beachtenswert. Dort steht zum Thema: ....wegen Empfangsbeeinträchtigung u.a.:

Zitat:
.....Dabei bedarf es keiner Erörterung, ob die Einwände der Antragstellerin gegen
die Verlässlichkeit der Messungen durchgreifen, aufgrund derer die Antragsgegnerin
die Störungen des Kurzwellenrundfunkempfangs beim Beigeladenen
auf eine Überschreitung dieser Grenzwerte durch den Betrieb des
PLC-Netzes zurückgeführt hat. Denn es spricht bereits viel dafür, dass die
Anwendbarkeit der NB 30, auf der die Verfügung beruht, im vorliegenden Fall
aufgrund gemeinschaftsrechtlicher Bestimmungen gesperrt ist.

2. Die Regulierungsbehörde stützt die streitige Anordnung auf die Vorschrift
des § 64 Abs. 2 TKG, wonach die Regulierungsbehörde, die die Frequenznutzung
überwacht, zur Sicherstellung der Frequenzordnung eine Einschränkung
des Betriebes oder die Außerbetriebnahme von Geräten anordnen kann. Vorbehaltlich
abweichender Regelungen bedarf nach § 55 Abs. 1 Satz 1 TKG jede
Frequenznutzung - hierzu zählt jede gewollte Aussendung oder Abstrahlung
elektromagnetischer Wellen (vgl. § 3 Nr. 9 TKG) - einer vorherigen
Frequenzzuteilung auf der Grundlage einer Frequenzbereichszuweisung für
Funkdienste und andere Anwendungen elektromagnetischer Wellen sowie eines
Frequenznutzungsplans (§§ 53 f. TKG). Abweichende Regelungen über
eine freizügige Frequenznutzung in und längs von Leitern ohne vorherige
Frequenzzuteilung (§ 55 Abs. 1 Satz 4 TKG) können aufgrund der Verordnungsermächtigung
in § 53 Abs. 2 Satz 3 TKG in dem von der Bundesregierung
erlassenen Frequenzbereichszuweisungsplan getroffen werden
. [......]

Eine freizügige Nutzungist demnach u. a. nur dann zulässig, wenn am Betriebsort und entlang
der Leitungsführung im Abstand von drei Metern die Störfeldstärke (Spitzenwert)
der Frequenznutzung bestimmte Werte nicht überschreitet.
ZITATENDE

Das komplette Urteil ist u.a. http://www.a09.info/EMV/VGHBW.pdf zu finden und enthält weitere nachdenkenswerte Anmerkungen und Begründungen.

73 de Alexander
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Re: PowerLine Empfehlung?

#47

Beitrag von Alexander » Mo 2. Okt 2017, 23:49

df2tr hat geschrieben:
Alexander hat geschrieben:Lieber Funkfreund, ich behaupte Du siehst das falsch. Zwar ist die Deutsche Welle, so nebenbei Mitglied in der ARD, gehört aber nicht zu öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Nein Alexander, die Deutsche Welle ist ebenfalls öffentlich-rechtlich - bekommt als staatlicher Auslandsrundfunk ihr Geld sogar direkt durch Steuergelder :!:
Unabhängig davon geht es darum ob der Fall zum Gesetzestext passt: Die Aussendungen der Deutsche Welle dienen hierbei auf jedenfall "öffentlichen Zwecken" - und hierum geht es ja.

§ 317 StGB:
"Wer den Betrieb einer öffentlichen Zwecken dienenden Telekommunikationsanlage dadurch verhindert oder gefährdet, daß er eine dem Betrieb dienende Sache zerstört, beschädigt, beseitigt, verändert oder unbrauchbar macht oder die für den Betrieb bestimmte elektrische Kraft entzieht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(...)"
Ich korrigiere mich insofern, dass die DW ein Teil der öffentlich-rechtlichen Senderfamilie ist, jedoch nicht an den Rundfunk-Gebühren beteiligt ist, sondern aus einem Etat finanziert wird, welcher von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt wird. Die Deutsche Welle erhält ihren Zuschuss über den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der seinerseits im Bundeshaushalt dem Einzelplan der Bundeskanzlerin und des Bundeskanzleramts zugeordnet ist. Sofern die DW Aufgaben nach Artikel 5 GG erfüllt (was sie mehrheitlich tut) hat der Intendant (eigenverantwortlich) freie Hand in der Programmgestaltung. Der Rundfunkrat (er besteht zur Zeit aus 17 Mitgliedern aus allen gesellschaftlichen Gruppierungen), der nur für die DW gilt, vertritt die Interessen der Allgemeinheit und überwacht die Einhaltung der Programmgrundsätze In Extremsituationen gibt es auch eine Weisungsbindung der Regierung.

Die Deutsche Welle wird was Störungen angegeht, genauso wie jeder andere Sender behandelt, eine Sonderstellung hat sie nicht, das wäre ja auch schlimm. Davon unberücksichtigt, PLC andere DInge müssen mit den richtigen Mitteln und Argumenten verfolgt werden, es schadet uns allen, auch dneen die noch keine Ahnung von PLC haben.

73 Alexander

PS: Ich bin der Meinung: Der von Dir genannte § 317StgB bezieht sich "wörtlich" und "gedanklich" auf Telekommuniationsanlagen und nicht auf Rundfunksender, die rechtlich (meiner Meinung nach) nicht als Telekommunikationsanlage zählen. Aber - ich muss ja nicht recht haben. Zumindest sind wir uns einig dass PLC nichts gescheites ist.

PPS: Manchmal tu ich mir wegen meiner Krankheit sehr schwer passende Worte zu finden, ich hoffe ich schreibe trotzdem verständlich.
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Re: PowerLine Empfehlung?

#48

Beitrag von DocEmmettBrown » Di 3. Okt 2017, 00:05

Alexander hat geschrieben:Eine freizügige Nutzungist demnach u. a. nur dann zulässig, wenn am Betriebsort und entlang der Leitungsführung im Abstand von drei Metern die Störfeldstärke (Spitzenwert)
der Frequenznutzung bestimmte Werte nicht überschreitet.
Fragt sich nun, was für "bestimmte Werte" das sind. Drei Meter kommt mir reichlich wenig vor, zumal es wohl auch PLC-Anlagen gibt, die ganze Ortsteile "bereichern". Mich dünkt, als ob die Rahmenbedingungen etwas unscharf formuliert sind und dann am Ende einfach das Recht des Stärkeren gilt. :?

Bei so viel Wildwestmanier kann die Empfehlung, die ein anständiger Bürger geben kann, doch eigentlich nur lauten: Wenn irgendwie möglich, LAN oder WLAN nutzen und nicht den schwarzen (HF-) Tod des 21. Jahrhunderts.

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Re: PowerLine Empfehlung?

#49

Beitrag von Alexander » Di 3. Okt 2017, 00:12

DocEmmettBrown hat geschrieben: Bei so viel Wildwestmanier kann die Empfehlung, die ein anständiger Bürger geben kann, doch eigentlich nur lauten: Wenn irgendwie möglich, LAN oder WLAN nutzen und nicht den schwarzen (HF-) Tod des 21. Jahrhunderts.

73 de Daniel
Daniel, das war schon immer meine Rede! Tatsächlich habe ich den ganzen Abend schon nach den Sendeleistungen für PLC gesucht, und hab nix gefunden, bis auf die 50 Jahre (oder so) alte Regelung der CENELEC. Sorry
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Re: PowerLine Empfehlung?

#50

Beitrag von Jack4300 » Di 3. Okt 2017, 07:12

DocEmmettBrown hat geschrieben:Fragt sich nun, was für "bestimmte Werte" das sind. Drei Meter kommt mir reichlich wenig vor, zumal es wohl auch PLC-Anlagen gibt, die ganze Ortsteile "bereichern".
Die zitierte NB30 wurde durch die SchuTSEV abgelöst. Dort gelten hier nachzulesende Grenzwerte.
http://www.gesetze-im-internet.de/schut ... age_2.html

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Re: PowerLine Empfehlung?

#51

Beitrag von lichtenberger » Di 3. Okt 2017, 08:54

Wenn ich mir so das Innenleben dieser Breitbandstörer ansehe, ist eine mittlere 'Sendeleistung' von 100-1000 mW realistisch.
Bei der 500 MBit Klasse, das Doppelte.
Also ganz schön viel und daher auch kein Wunder, dass die Teile in gut 100m Umkreis die Kurzwelle unbrauchbar machen / verseuchen.

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Re: PowerLine Empfehlung?

#52

Beitrag von Jack4300 » Di 3. Okt 2017, 10:59

Wobei die NB 30 bzw. die SchuTSEV nur für BOS, Flugfunk und militärische Frequenzen gilt. Wegen Rundfunk und CB-Störungen kann man sich darauf nicht berufen.

http://www.gesetze-im-internet.de/schut ... age_1.html

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Re: PowerLine Empfehlung?

#53

Beitrag von Wolf » Di 3. Okt 2017, 16:04

df2tr hat geschrieben:[(...)
Unabhängig davon geht es darum ob der Fall zum Gesetzestext passt: Die Aussendungen der Deutsche Welle dienen hierbei auf jedenfall "öffentlichen Zwecken" - und hierum geht es ja.

§ 317 StGB:
"Wer den Betrieb einer öffentlichen Zwecken dienenden Telekommunikationsanlage dadurch verhindert oder gefährdet, daß er eine dem Betrieb dienende Sache zerstört, beschädigt, beseitigt, verändert oder unbrauchbar macht oder die für den Betrieb bestimmte elektrische Kraft entzieht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(...)"
§ 317 StGB bezieht sich ausdrücklich darauf, welchem Zweck die beeinträchtigte TK-Anlage dient, nicht auf die Inhalte der Aussendungen.

Ein privater gestörter Rundfunkempfänger dient nicht "öffentlichen Zwecken", sondern der privaten Informationsgewinnung - unabhängig davon, welcher Sender empfangen wird, welche Rechtsform dieser hat und wie er sich finanziert. :D

Gruß
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Re: PowerLine Empfehlung?

#54

Beitrag von DocEmmettBrown » Di 3. Okt 2017, 16:37

Wolf hat geschrieben:Ein privater gestörter Rundfunkempfänger dient nicht "öffentlichen Zwecken"
Was genau sind denn nun öffentliche Zwecke? BOS-Funk ja wohl eher nicht, da würden Dir die Blaulichtorganisationen aber etwas husten. Bei Taxi-, Bündel- und ähnlichem Funk isses genauso.

Also was genau sind öffentliche Zwecke, wenn nicht der Rundfunk?

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Re: PowerLine Empfehlung?

#55

Beitrag von Wolf » Di 3. Okt 2017, 18:00

Es geht darum, ob die Funktionsfähigkeit der konkret beeinträchtigten TK-Anlage im Interesse der Allgemeinheit liegt. Das ist bei einem privat betriebenen Rundfunkempfänger nicht der Fall (es sei denn, der Betroffene betreibt eine Gemeinschaftsempfangsanlage für die Öffentlichkeit :lol: ).

Gruß
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Re: PowerLine Empfehlung?

#56

Beitrag von DocEmmettBrown » Di 3. Okt 2017, 18:16

Wolf hat geschrieben:Es geht darum, ob die Funktionsfähigkeit der konkret beeinträchtigten TK-Anlage im Interesse der Allgemeinheit liegt.
Was genau ist die Allgemeinheit? Ist das ein einzelner Rundfunkteilnehmer, eine Etage, ein ganzes Haus, Straßenzug? Ist das irgendwie definiert?

Mir scheint das ohnehin etwas befremdlich. Wenn ein einzelner OM jammert, scheiß drauf. Wenn ein ganzes Straßenviertel jammert, dann wird dem Störer nachgegangen? :shock:
Inzwischen glaube ich in Deutschland fast alles, aber ich wüßte es schon ganz gerne genau.

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Re: PowerLine Empfehlung?

#57

Beitrag von Username: » Di 3. Okt 2017, 20:16

Die einzigen die wirklich jammern könnten wären doch die Airlines wenn der Flugfunk gestört wird.
Gut die senden sowieso meistens via Sat wenn sie ausserhalb der VHF Reichweite sind.
Sonst Schiffsfunk?
Also ganz schön viel und daher auch kein Wunder, dass die Teile in gut 100m Umkreis die Kurzwelle unbrauchbar machen / verseuchen.
Die reichen noch viel viel viel weiter. :grrr:
Neuge hat geschrieben:Die meisten verwehren sich nur weil die Geräte teuer sind und sie die Technik nicht verstehen ( wollen ). Es ist aber nur eine Frage der Zeit bis der Amateurfunk entweder komplett ausstirbt oder mehr und mehr digital gearbeitet wird.

Wolf
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Re: PowerLine Empfehlung?

#58

Beitrag von Wolf » Mi 4. Okt 2017, 20:18

DocEmmettBrown hat geschrieben:(...) Was genau ist die Allgemeinheit? Ist das ein einzelner Rundfunkteilnehmer, eine Etage, ein ganzes Haus, Straßenzug? Ist das irgendwie definiert?

Mir scheint das ohnehin etwas befremdlich. Wenn ein einzelner OM jammert, scheiß drauf. Wenn ein ganzes Straßenviertel jammert, dann wird dem Störer nachgegangen? :shock:
§ 317 StGB setzt setzt eine "Öffentlichen Zwecken dienende Telekommunikationsanlage" voraus. Strafrechtskommentaren zufolge ist das dann der Fall, wenn der Betrieb der Anlage ausschließlich oder überwiegend im Interesse der Allgemeinheit liegt.

Du scheinst da auch etwas misszuverstehen: Es geht beim besagten § 317 nicht um den Beseitungsanspruch eines "jammernden OM" gegenüber einem Störer (das wäre eine zivilrechtliche Angelegenheit) oder um das Tätigwerden einer Behörde (Verwaltungsrecht), sondern es geht um Strafrecht, also die Bestrafung des Störers.

§ 317 fällt im StGB unter den Oberbegriff "Gemeingefährliche Straftaten". Strafverfolgung durch den Staat setzt in der Regel ein öffentliches Interesse voraus. Ich möchte den Staatsanwalt sehen, der einem im Shack eines Kurzwellenhörers stehenden privaten Funkempfänger attestiert, er diene "öffentlichen Zwecken" und die Störungen dieses Empfängers seien eine gemeingefährliche Straftat, die im Interesse der Allgemeinheit strafrechlich verfolgt werden müsse. ;-)

Mal im Ernst: Statt sich im Strafrecht und in abenteuerlichen Auslegungen zu verheddern, ist es doch am naheliegendsten, sich wie gehabt auf das EMVG zu stützen, in dem klar geregelt ist, dass "Betriebsmittel" so beschaffen sein müssen, dass sie keinen Pegel erreichen, bei dem ein bestimmungsgemäßer Betrieb von Funk- und Telekommunikationsgeräten nicht möglich ist. (Powerline-Geräte sind ganz normale "Betriebsmittel", keine Funkanlagen.) Damit erübrigen sich auch Spitzfindigkeiten wie eine Legaldefinition des Begriffs "Allgemeinheit".

Gruß
Wolf :-)
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Re: PowerLine Empfehlung?

#59

Beitrag von ODO55 » Fr 13. Okt 2017, 09:04

Also ich liebe dieses Forum ja hier.

Es ist einfach eine Frechheit eine normale Frage zu stellen und dann darauf auch noch eine normale Antwort zu erwarten OHNE irgendwelche Fingerzeiger, Weltverbesserer oder Ironie-Dummschwätzer auf den Plan zu rufen.

Leute ihr seid unglaublich.

Der TE ist sich der Problematik PLC völlig bewusst,nicht unwissend und es war auch kein Scherz diese Frage ausgerechnet in einem Funkforum zu stellen. Wo bitte ist denn die Frage besser aufgehoben als in der betroffenden Gemeinde?

Natürlich hätte man dies auch in einem Computerforum machen können, auf die Antworten wäre ich echt gespannt.

Es war eine einfache Aufgabenstellung. Vernetzung von Media Receiver im Eigenheim mittles PLC.
5 GHz Wlan wird aufgrund der schlechten Konstellation von Router-Standort und Endgeräten problematisch. Eine Freiluftverkabel ung quer durch das Haus und über 2 Stockwerke…nöö keine Lust, alleine schon der Ästhetik wegen. Aber was bitte will ich denn jetzt mit LTE und/ oder 5G Mobilfunknetz?

Das Ende der Geschichte:
Ich habe 2 DEVOLO dLAN 550+ beschafft , einen Adapter direkt im Shack eingesteckt und siehe da……. AFU UND auch das CB Band werden NICHT gestört. Als „Messhilfe“ wurde mein Flex 3000 herangezogen. Grundrauschen hier , auch ohne PLC S3.

Vielen Dank an alle mit nützlichen Tipps und Info`s hier zu diesem Thema. Alleine die Tatsache , sollte sich z.B ein Nachbar entschließen PLC einsetzen zu wollen, nun ein Produkt empfehlen zu können was die ganze Sache erträglich macht ist sehr hilfreich.

An alle Weltverbesserer, Fingerzeiger und Ironie-Dummschwätzer…macht mal was anderes, geht mal an die Luft oder belebt das Band oder so. In einer Leipziger Platte wäre mir natürlich auch langweilig.

Gruß
ODO55
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Re: PowerLine Empfehlung?

#60

Beitrag von pom » Fr 13. Okt 2017, 10:31

ODO55 hat geschrieben: Der TE ist sich der Problematik PLC völlig bewusst,nicht unwissend und es war auch kein Scherz diese Frage ausgerechnet in einem Funkforum zu stellen. Wo bitte ist denn die Frage besser aufgehoben als in der betroffenden Gemeinde?
Du musst schon zugeben, dass Du genau so gut in einem Jägerforum nach dem besten GPSrx fürs Geocachen hättest fragen können. Oder nach einer zuverlässigen Bezugsquelle für Weihwasser in einem Satanistenforum.
Immerhin sind "Deine" Frequenzbereiche sauber. Dass PLC den Rest der Kurzwelle in Deiner Umgebung unbrauchbar macht, interessiert Dich offenbar kein Stück, schließlich hörst Du ja nur auf AFu- und CB-Frequenzen. Wer in Deiner Nähe andere Frequenzen nutzen will, schaut gezwungenermaßen in die Röhre. Also reg' Dich mal nicht so auf!

Ahoi!
Bitte den Ken Sie da ran, nach je dem ein Zell nen Wort ein Leer Zeichen ein zu fügen.

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