50 Jahre Mondlandung

Krampfader
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Re: 50 Jahre Mondlandung

#46

Beitrag von Krampfader » Do 8. Aug 2019, 07:39

Nachtrag, zum Thema:

Wie grenzwertig die Mondmissionen waren zeigt auch der Umstand dass der Luftdruck in den Raumkapseln nur ein Drittel des Normaldruckes betrag. Dies entspricht dem Luftdruck auf dem Mount Everest(!). Dadurch konnten die Druckkabinen (genauso wie die Raumanzüge) dünnwandiger, sprich leichter (und beweglicher) gebaut werden. Auch bei den Dichtungen gab es dadurch weniger Probleme. Damit die Astronauten in der dünnen Luft nun nicht qualvoll erstickten wurde die Kabine mit 100% Sauerstoff befüllt, die 80% nicht benötigten Stickstoff lassen wir auf der Erde zurück (was eine weitere Gewichts- und Platzeinsparung mit sich brachte). Allerdings ist eine 100% tige Sauerstoffatmosphäre brandgefährlich, im wahrsten Sinne des Wortes. Der kleinste Funke genügt und die Tragödie ist unausweichlich, wie der Test von Apollo 1 leidvoll zeigte (drei Astronauten verbrannten innerhalb kürzester Zeit, noch bevor die Luke von außen geöffnet werden konnte) ...

Keiner von uns würde mit dem Wissen all dieser Risiken so eine Mondrakete besteigen.

Grüße

Andreas
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doeskopp
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Re: 50 Jahre Mondlandung

#47

Beitrag von doeskopp » Do 8. Aug 2019, 08:37

Hier mal ein paar Details der Kommandokapsel. Schon gewaltig was da alles integriert werden musste.

https://www.hq.nasa.gov/alsj/CSM06_Comm ... p39-52.pdf

Displays und Kontrollen:

http://www.space1.com/Spacecraft_Data/H ... l-4000.gif

Wer sich die Mühe macht und die verfügbaren Informationen sammelt weis auch wofür die einzelnen Knöpfe da sind und was sie auslösen. Es gibt kaum etwas das so umfangreich dokumentiert ist wie die Apollotechnik. Wenn man sich etwas eingelesen hat kann man auch den Soundfiles der Missionen besser folgen, weil man weis was die einzelnen Kommandos und Statusmeldungen bedeuten. Die Sprachkommunikation läuft übrigens heute noch genau so ab wie damals. Diese "Betriebstechnik" hat sich als enorm zuverlässig erwiesen.

Grüße from Doeskopp

Krampfader
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Re: 50 Jahre Mondlandung

#48

Beitrag von Krampfader » Do 8. Aug 2019, 14:31

Das Glück gehört den Mutigen!

Beim vollautomatischen Abstieg Richtung Mond mit der Landefähre „Eagle“ versagten plötzlich alle drei Bordcomputer. Armstrong schaltete daraufhin auf manuelle Handsteuerung um (welche unter Mondbedingungen eigentlich nie richtig getestet werden konnte). Durch den Ausfall hatte Armstrong auch keinerlei Höheninformation mehr am Display. Er konnte zwar aus dem Fenster gucken jedoch aufgrund unbekannter Referenzen die Höhe nur abschätzen. Er musste also „aus dem Bauch“ heraus landen. Kurz vor dem vermeintlichen Aufsetzen bemerkte er dass das Landefeld übersät war mit großen Gesteinsbrocken, zerklüftet war. Eine Landung schien dort unmöglich, die Fähre würde umkippen, eine Rückkehr damit unmöglich. Armstrong gab daraufhin nochmals Schub und manövrierte die Fähre manuell hunderte Meter weiter bis ihm das Landegebiet geeignet erschien. Mit 7 Sekunden Treibstoffreserve schaltete er dann in 1m Höhe das Hubtrieberk ab und die „Eagle“ plumpste sanft auf die Mondoberfläche. Das wars, der Adler ist gelandet!

Bei dieser ganzen Aktion stieg der Puls von Armstrong nicht mal besonders an, derartige Nerven muss man erstmal haben ...

Damit aber noch nicht genug. Vor dem Rückflug zum Mutterschiff bemerkten die Astronauten dass der Schalter zur Zündung des Triebwerks der Aufstiegsstufe abgebrochen war. Offensichtlich hatte einer der Astronauten in der engen Kabine beim An- bzw. Ausziehen des Raumanzuges mit dem schweren Rucksack diesen Schalter abgebrochen. Sie konnten das Triebwerk also nicht zünden. Buzz Aldrin hat dann irgendwo einen Filzstift hervorgekramt mit dessen Hilfe es dann doch noch gelang den Schalter umzulegen. Diesem Filzstift ist es zu verdanken dass die Mission dann doch noch ein voller Erfolg wurde ...

Grüße

Andreas

PS: bei späteren Missionen wurde dieser Schalter dann mit einem Schutzbügel versehen
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Re: 50 Jahre Mondlandung

#49

Beitrag von Jack4300 » Do 8. Aug 2019, 15:39


Krampfader hat geschrieben: Beim vollautomatischen Abstieg Richtung Mond mit der Landefähre „Eagle“ versagten plötzlich alle drei Bordcomputer. Armstrong schaltete daraufhin auf manuelle Handsteuerung um (welche unter Mondbedingungen eigentlich nie richtig getestet werden konnte).
Der Boardcomputer ist nicht ausgefallen, sondern der hat eine Überlastung gemeldet, weil Armstrong es versäumt hatte das Annäherungsradar für das Andockmanöver zu deaktivieren. Das war aber unkritisch, weil der Computer nur für Abstiegsprogramm unwichtige Aufgaben nicht ausgeführt hat.
Es gab in der Landefähre auch nur einen AGC. Ein zweiter war nur im Kommandomodul in der Mondumlaufbahn.
Die manuelle Kontrolle übernahm Armstrong, weil der Landeplatz zu felsig war und wer einen anderen ansteuern musste.

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Re: 50 Jahre Mondlandung

#50

Beitrag von Krampfader » Do 8. Aug 2019, 16:09

Du hast recht Jack. Es gab nur einen einzigen Computer in der Landefähre "Eagle". Hab mich da auf eine nicht ganz korrekte Quelle verlassen ...

Danke und Grüße

Andreas

PS: Hier ein Prototyp des guten Stücks:

Bild
Quelle: https://boingboing.net/mit-raytheon-apollo-guidance-c
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Re: 50 Jahre Mondlandung

#51

Beitrag von doeskopp » Do 8. Aug 2019, 17:08

Hier ein paar Details der Computer. Die Soft gibts übrigens im Netz. Ebenfalls einen Simulator auf dem die läuft.

https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 08382.html


Grüße from Doeskopp

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Re: 50 Jahre Mondlandung

#52

Beitrag von DocEmmettBrown » Do 8. Aug 2019, 18:36

doeskopp hat geschrieben:
Do 8. Aug 2019, 08:37
Displays und Kontrollen:

http://www.space1.com/Spacecraft_Data/H ... l-4000.gif
Da hat es auf dem Bild u.a. einige 7-Segmentanzeigen. Ich nehme mal an, daß es sich dabei um Fluoreszenzanzeigen handelt, oder gab es zu der Zeit schon 7-Segmentanzeigen auf LED-Basis? Weiß da jemand was?
Krampfader hat geschrieben:
Do 8. Aug 2019, 06:51
Na ja, die Russen wären die ersten gewesen welche eine gefakte Mondlandung aufgedeckt hätten ...
Die Russen konnten aber strenggenommen nur gepeilt haben, daß ein Mutterschiff um den Mond herumsaust. Eine Peilung des "Igels" %) wäre wohl zu damaliger Zeit nicht möglich gewesen.

Auch amüsant die Vorstellung, daß Hasselblad die zum Knipsen erforderlichen Wegwerfkameras lieferte - die immer noch auf dem Mond herumliegen. Ich kann mir kaum vorstellen, daß die Raumfahrer die Rückteile wieder mitgenommen hatten (die Gehäuse und Optiken sowieso nicht). Also vermutlich müßten auf dem Mond noch komplette Hasselbladknipsen ohne LS-Sucher (die Astronauten hätten den Kopf nicht weit genug herunterbeugen können, also hatten die Knipsen keinen Sucher) herumliegen.

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Re: 50 Jahre Mondlandung

#53

Beitrag von Kanalratte I » Do 8. Aug 2019, 18:47

DocEmmettBrown hat geschrieben:
Do 8. Aug 2019, 18:36
Die Russen konnten aber strenggenommen nur gepeilt haben, daß ein Mutterschiff um den Mond herumsaust. Eine Peilung des "Igels" %) wäre wohl zu damaliger Zeit nicht möglich gewesen.
Warum nicht? Wenn man das Signal empfangen kann, kann man es anpeilen. Und das Mutterschiff in der Umlaufbahn fungierte nicht als Relaisstation. Anders wär es nicht gegangen, denn das Mutterschiff war nicht durchgehend in Funkreichweite, da es teilweise auch hinter dem Mond war... Also konnte man auch die Basis auf dem Mond anpeilen.
Die hiess übrigens nie Igel, sondern Eagle also Adler, aber das nur solange wie das Teil flog, nach der Landung wurde daraus Tranqulility Base (genannt nach Mare tranquilitatis - dem meer der Ruhe) Das aber nur bei Apollo 11, bei den späteren Missionen wurden jeweils andere Namen verwendet.
Auch amüsant die Vorstellung, daß Hasselblad die zum Knipsen erforderlichen Wegwerfkameras lieferte - die immer noch auf dem Mond herumliegen. Ich kann mir kaum vorstellen, daß die Raumfahrer die Rückteile wieder mitgenommen hatten (die Gehäuse und Optiken sowieso nicht). Also vermutlich müßten auf dem Mond noch komplette Hasselbladknipsen ohne LS-Sucher (die Astronauten hätten den Kopf nicht weit genug herunterbeugen können, also hatten die Knipsen keinen Sucher) herumliegen.
Generell richtig. Die Hasselblad von Apollo 11 ist aber auf der Erde. Armstrong hatte die Kamera heimlich wieder mitgenommen. Sie wurde zufällig im Nachlass seiner Mutter vor ein paar Jahren gefunden. Ihr hatte er die Kamera wohl als Erinnerung gegeben.
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Re: 50 Jahre Mondlandung

#54

Beitrag von DocEmmettBrown » Do 8. Aug 2019, 19:16

Kanalratte I hat geschrieben:
Do 8. Aug 2019, 18:47
DocEmmettBrown hat geschrieben:
Do 8. Aug 2019, 18:36
Die Russen konnten aber strenggenommen nur gepeilt haben, daß ein Mutterschiff um den Mond herumsaust. Eine Peilung des "Igels" %) wäre wohl zu damaliger Zeit nicht möglich gewesen.
Warum nicht? Wenn man das Signal empfangen kann, kann man es anpeilen. Und das Mutterschiff in der Umlaufbahn fungierte nicht als Relaisstation. Anders wär es nicht gegangen, denn das Mutterschiff war nicht durchgehend in Funkreichweite, da es teilweise auch hinter dem Mond war... Also konnte man auch die Basis auf dem Mond anpeilen.
Prinzipiell richtig, aber der Mond ist etwas weiter entfernt als ein Fuchsjagdpeil-TX. Also ob man das auf einige paar Tausend km genau bei der Erde-Mond-Distanz machen kann? Also ich weiß nicht...
Kanalratte I hat geschrieben:
Do 8. Aug 2019, 18:47
Die hiess übrigens nie Igel, sondern Eagle also Adler
Dir ist doch bestimmt das %)-Emoji von mir aufgefallen, gell? ;)
Kanalratte I hat geschrieben:
Do 8. Aug 2019, 18:47
Die Hasselblad von Apollo 11 ist aber auf der Erde. Armstrong hatte die Kamera heimlich wieder mitgenommen. Sie wurde zufällig im Nachlass seiner Mutter vor ein paar Jahren gefunden. Ihr hatte er die Kamera wohl als Erinnerung gegeben.
Ah, das wußte ich noch nicht. Aber ich kann's verstehen, daß man eine Hasselblad als Souvenir nicht einfach oben läßt. :D

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Re: 50 Jahre Mondlandung

#55

Beitrag von Jack4300 » Do 8. Aug 2019, 19:54


DocEmmettBrown hat geschrieben:Prinzipiell richtig, aber der Mond ist etwas weiter entfernt als ein Fuchsjagdpeil-TX. Also ob man das auf einige paar Tausend km genau bei der Erde-Mond-Distanz machen kann? Also ich weiß nicht...
Die Sternwarte Bochum konnte das damals wohl. Und es war wohl auch nötig, um das schwache Signal überhaupt zu hören. Man musste die Antenne auf 0,2 Grad genau ausrichten. Das wäre dann eine Genauigkeit von rund 1200 km auf dem Mond.

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Re: 50 Jahre Mondlandung

#56

Beitrag von doeskopp » Do 8. Aug 2019, 20:23

Sowohl Kommandomodul als auch Mondfähre konnten direkt mit der Erde kommunizieren. Die späteren Missionen führten zu dem Zweck einen faltbaren Spiegel mit der dann auf dem Mond aufgebaut wurde. Es war eigentlich nur eine Frage der Empfansantenne ob man das abhören konnte oder nicht.

Hier steht alles drin:

https://ntrs.nasa.gov/archive/nasa/casi ... 012253.pdf

Hier speziell fürs LM. Auf Seite 4 ist es recht anschaulich dargestellt.

https://ntrs.nasa.gov/archive/nasa/casi ... 023255.pdf

Grüße from Doeskopp

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Leben auf dem Mond

#57

Beitrag von Krampfader » Do 8. Aug 2019, 22:08

Die Israelis haben unbeabsichtigt hunderte Bärtierchen auf dem Mond ausgesetzt (indem ihre Raumsonde zerschellte). Nun warten diese Tierchen auf Wasser um wieder zum Leben zu erwachen. Dass Bärtierchen das Vakuum, die Kälte und die Strahlung des Weltraumes überleben wurde schon in früheren Missionen bewiesen, siehe Video: https://www.gmx.at/magazine/wissen/welt ... n-33916026

Bild
Quelle: http://scienceblogs.de/meertext/2016/09 ... hlamperei/

Es existiert also mittlerweile Leben auf dem Mond, wenn auch eingeschränkt und von unserer Erde stammend. Aber vielleicht sollte man diese Bärtierchen auch auf den Mars schießen ??

Grüße

Andreas
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Re: 50 Jahre Mondlandung

#58

Beitrag von Krampfader » Do 29. Aug 2019, 23:39

Guten Abend!

Für mich ist die Triebwerkstechnologie nach wie vor einer der unpackbaren Dinge der Mondrakete. Hier das J-2 Triebwerk der Saturn-V welches die zweite und dritte Stufe der Saturn-Rakete befeuerte, im wahrsten Sinne des Wortes. Dieses Triebwerk bringt hunderte Liter flüssigen Sauerstoff mit flüssigen Wasserstoff zur Explosion. Wer schon mal Knallgas erzeugt und gezündet hat weiß wie explosionsartig diese Mischung verbrennt, eben mit einem lauten Knall (hab ich vor einigen Jahren im Wohnzimmer gemacht, eh nur einen Fingerhut voll davon, als ich es dann gezündet hab dachte ich mich holt der Teufel, Kinder also bitte nicht nachmachen!)

Bild
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/J-2_(Raketentriebwerk)

Und in diesem Triebwerk explodieren eben hunderte Kilo davon, in jeder Sekunde, kontinuierlich über mehrere Minuten, das muss man sich erst mal vorstellen, unpackbar!

Damit man nur ansatzweise eine Vorstellung von dieser brachialen Gewalt hat hier zwei "mutige" Polen welche mit einem Mülleimer und einer geringen Menge an "Knallgas" demonstrieren was in so einem Triebwerk abgeht, wenn auch nur einmalig (und eben nicht kontinuierlich), siehe Video: https://youtu.be/GbdZH_zwZdw

Grüße

Andreas
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Re: 50 Jahre Mondlandung

#59

Beitrag von Orion252 » Do 29. Aug 2019, 23:50

Hallo Andreas,

m.W. gibt es einen Unterschied zwischen einer Knallgas-Explosion (Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch) und dem geregelten Abbrennen von Wasserstoff. Das ist im Prinzip bei der Rakete wie bei einem Schweißgerät :)

Krampfader
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Re: 50 Jahre Mondlandung

#60

Beitrag von Krampfader » Fr 30. Aug 2019, 01:01

Orion252 hat geschrieben:
Do 29. Aug 2019, 23:50
m.W. gibt es einen Unterschied zwischen einer Knallgas-Explosion (Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch) und dem geregelten Abbrennen von Wasserstoff. Das ist im Prinzip bei der Rakete wie bei einem Schweißgerät :)
Hallo Orion252

Nee, nee, so ein Wasserstoff+Sauerstoff-Triebwerk ist kein großer "Schweißbrenner", da findet definitiv eine mörderische Knallgasreaktion statt, wenn auch eine kontrollierte, siehe: https://books.google.at/books?id=FcQ7eX ... on&f=false

Wer schon mal das ohrenbetäubende "Geprassel" der Überschall-Strömung eines derartigen Triebwerkes gehört hat der kann trotzdem nur erahnen welches Inferno sich in Bremmkammer + Lavaldüse abspielen muss ... Russische Triebwerke haben dabei bis zu 245 bar Brennkammerdruck, bei Temperaturen von bis zu bis zu 4200 °C ... wie gesagt, für mich unpackbar das minutenlang zu beherrschen ohne dass das leichtgewichtige, dünnwandige Triebwerk nicht gleich explodiert und/oder verglüht (ist in den Anfängen eh oft genug passiert) ...

Grüße

Andreas

PS: Beispiel das russische RD-170: Stellt Euch ein offenes Rohrende vor, mit 24cm Innen-Durchmesser, und aus dem pfeift es mit bis zu 245 bar hinaus ...
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