Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen?

Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen?

Beitragvon Chris88 » Mo 9. Apr 2018, 09:20

Guten Morgen!

Diese Frage ist vielleicht etwas zynisch und auch drastisch. Ich bin zwar kein Anfänger mehr, aber so stelle ich die Frage doch mal in die große Runde.
Nun sind längst nicht alle Funker von draußen hier angemeldet, aber es zeigt sich vielleicht ein Bild von dieser Meinung.

Ich habe nun schon ein paar Mal erlebt - auf Freenet als auch besonders CB-Funk, dass Ich als postalischer Funker :banane: (Für Neulinge: mit den erlaubten 4 Watt) funke und in Runden reinbreake. Dabei ist es teilweise ziemlich schwer rein zu kommen. Und dann gestaltet es sich meißtens so, dass derjenige entweder den Squelch ziemlich weit zu dreht, oder mit unerlaubt höhrer Leistung sendet. Keine Ahnung wie hoch...? 20...50...200 :think: Watt?? :clue: Ok mag sein, dass es bei 20 Watt noch grenzwertig ist. Aber oft haben es gerade Neulinge - motivierte Funker es schwer dass Hobby neu zu entdecken und wiederzukommen. :sdown:

Abgesehen davon; die Funker die im Haus nicht funken dürfen, gehen meißt nach draußen oder funken im Auto im Stand oder bei der Fahrt. Wer will da sein Auto noch mit einem zusätzlichen Gerät wie einem Brenner/Verstärker zubauen?

Wo liegt da noch der Reiz, Reichweitenrekorde zu erziehlen, wenn es keine gleichen Bedingungen gibt? :wall:

Nachdenkliche Grüße von Chris aus Essen
Chris88
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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon BravoDelta23 » Mo 9. Apr 2018, 12:08

Hallo,

als ich anfing (lange her) waren 0,5 Watt erlaubt, das war stellenweise schon quälend im Mobilbetrieb.
"Oberkünftig" war selbst damit einiges möglich, bei gutem Standort :-)
Daheim "an der KF" gings mit 0,5 Watt auch, mein QTH ist leicht erhöht in einem Hochtal, was vielleicht als eine Art "Richtstrahler" wirkt...
wenn dann die Sonne aktiv wurde - war alles zu spät :-(
Heute ärgern wir uns über PLC oder Plasma-TV. Da hilft Leistung auch nicht dagegen, weil Du ja nix hörst :-(

Ich weiß, das "damals" manche schon mit 15-20 Watt unterwegs waren, was so eine Art "Lawineneffekt" ausgelöst hat, die kamen meistens (immer?) gut durch.

Rechnen wir:
eine S-Stufe sind 6dB oder vierfache Leistung

Bei 0,5 Watt zu 2 Watt --> 1 S-Stufe
Bei 0,5 Watt zu 4 Watt --> 1,5 S-Stufen

Heute bräuchte man für 1,5 weitere S-Stufen 4 Watt mal 4 plus 4 x2 = 24 Watt.

Im Auto musst Du allerdings aufpassen, ob die Bordelektronik zuverlässig abgeschirmt und immun gegen Funk ist. So bis 30-40 Watt sagte man mir im Autohaus, seien für Amateurfunk wohl noch unbedenklich.

Außerdem muss die Stromversorgung des "Verstärkers" ausreichend dimensioniert und abgesichert sein, möglicherweise eigene Kabel zur Batterie legen! Mit Sicherung!

Ich war da immer ziemlich "altmodisch" und funke seit 1983 mit 4 Watt (vorher mit 0,5 Watt). Ich kam nicht überall hin (klar), aber oft ging es doch irgendwie, Tante Paula lässt grüßen :-)

Damals war "Brenner fahren" eine Straftat - inzwischen ist "Brenner fahren" eine Ordnungswidrigkeit. Wenn Du "erwischt" wirst, berechnet sich das Bußgeld nach dem "Aufwand".. kann richtig teuer werden, wäre mir zu teuer. :-(

Dann weiß ich - aus meinem Umfeld, dass gewisse Endstufen (meist die mit Transistoren) schon beim "schiefen Anschauen" schon durchbrennen, da reicht eine miese Stehwelle oder eine statische Aufladung der Antenne . mobile Röhrenendstufen gabs auch (heute wohl sehr selten zu finden), die sind wohl robuster.
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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon SHIELD 6-1-6 » Mo 9. Apr 2018, 12:37

Moinsen Chris,
es muss nicht immer daran liegen, daß hohe Leistungen gefahren werden.
Viele Funker haben das Problem, sich mit PLC oder sonstigen Störungen herumschlagen zu müssen.
Daraus folgt, daß man zwar gut "raussendet", aber oftmals einen hohen Störpegel hat.
Leider gehen " schwächere ", oder Mobilstationen leicht dabei unter.
Ich z.B. habe an meiner Heimat QTH zwischen S5 und S7 Störungen, je nach Tageszeit.
Stärkere Stationen sind kein Problem, aber es ist möglich, daß ich schwächere Stationen einfach nicht höre.
Es ist ebenfalls möglich, daß Du eine oder mehrere Stationen hörst, weil sie einen supergeilen Standort haben,
Du selbst hast aber keine Chance, weil Du mitten in der Stadt stehst.

Es muss also nicht immer daran liegen, daß irgendwer mit einer Mordsleistung ballert.

Die beste Oma ist immer noch eine gute Antenne :banane:

Gruß Björn
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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon hl77 » Mo 9. Apr 2018, 12:42

Kleine Anmerkung. Um von 4 Watt 1,5 S-Stufen zu erhöhen braucht es schon 32 Watt und nicht 24 Watt.
73 Harry :wave:
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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon Charly Whisky » Mo 9. Apr 2018, 13:57

Hallo,

die Frage "Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen?" lässt sich ganz einfach beantworten: Nein.

Niemand muss müssen, die Erde dreht sich auch ohne Verstärker weiter.

Die Brennerbetreiber sind übrigens nicht Schuld daran, dass der CB-Funk so drastisch reduziert ist.

Dafür sind andere Industrien verantwortlich (aber nicht die Brenner-herstellende-Industrie).

Den Anfangsfrust muss man durch eine schöne Antenne, einen schönen Berg und einigen QSO´s überwinden. Die Entscheidung pro/contra "Verstärker" ist dann eine logische Konsequenz.

Kommt Zeit kommt Tat.


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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon Krampfader » Mo 9. Apr 2018, 14:50

SHIELD 6-1-6 hat geschrieben:Die beste Oma ist immer noch eine gute Antenne :banane:


Da gebe ich Dir recht ... Nur manchmal hilft leider auch die beste Antenne (z.B. ein Gain-Master-Nachbau ;) ) nichts wenn die Gegenstation in einer Gegend wohnt wo sich der Störpegel durch unseren alltäglichen "Zivilisationsschrott" zwischen S5 und S9 einpendelt. Diese Stationen würden am liebsten alles hinschmeißen weil sie außer Knattern, Rauschen und Prasseln nichts mehr empfangen. Und um diesen Stationen ein wenig "entgegenzukommen" legt man halt ein "Schäuflein" nach, man hilft sich ja unter Kollegen. Dabei muss es ja nicht mal ein "Nachbrenner" sein, es gibt "postalische" Geräte welche nach einer geringen Modifikation ebenfalls etwas mehr Leistung zulassen. Mal davon abgesehen: wen juckt es denn wirklich wenn ich weit draussen im freien Feld abseits jeglicher Zivilisation kurzfristig mal mit 40W unterwegs bin ?? , höchstens einem elektrosensiblen Erdhörnchen ;)

Wie auch immer: jeder muss das (wie so vieles) in Eigenverantwortung dann für sich selbst entscheiden!

Grüße

Andreas
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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon ax73 » Mo 9. Apr 2018, 15:36

Nein. Muss er nicht. Auch QRP is schee

Es ist heute noch genauso wie vor über 40 Jahren. Mit kleiner Leistung / erlaubter Leistung sind bereits tolle Reichweiten erzielbar.

Das QRM-Problem durch PLC etc. ist auch nach meiner Einschätzung heute die Hauptursache für den Einsatz von höherer Leistung auf
CB. Wenngleich im Störungsfall ähnliche Bussgelder fällig werden wie früher ist es doch inzwischen eine Ordnungswidrigkeit und
kein Straftatbestand mehr. Und die letzten alten Postgeier, die aus persönlichen Gründen Jagd auf CB-Funker machten, sind
wohl nun auch langsam alle im Ruhestand.
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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon BravoDelta23 » Mo 9. Apr 2018, 16:08

Hallo,

danke für die Korrektur, sorry für meine Fehlrechnung :-(

Also:
4 Watt - 1 S-Stufe mehr --> 16 Watt
Und dann nochmal ein halbe S-Stufe mehr --> 32 Watt.

Die Leistungsangaben der Hersteller mit "Vorsicht" betrachten!

Wenn der Hersteller für so einen Verstärker eine Ausgangsleistung von 50 Watt angibt, sind das vielleicht 12 - 25 Watt Träger. Vielleicht auch nicht...
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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon Kid_Antrim » Mo 9. Apr 2018, 17:13

Guten abend

Wenn jemand schon mit nem Brenner fahren muss, so sollte er doch zumindest einen vernünftigen Low pass filter einsetzen. Das Problem ist ja nicht die hohe Leistung, sondern die Störungen im TV des Nachbarn oder ähnlich, der dann die Bnetza anruft. Wenn man das mit ein bisschen grips angeht kann die Gefahr minimiert werden.
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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon Kid_Antrim » Mo 9. Apr 2018, 17:19

Tiefpassfilter kenwood lf 30 a, den gibt's gebraucht für um die 30 Euro. Belastbar bis 1 kw :)

https://www.universal-radio.com/catalog ... s430s.html
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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon Grundig-Fan » Mo 9. Apr 2018, 19:28

Eigentlich ganz einfach, plus 1 S-Stufe:
S 1 mit 16 Watt
S 2 mit 64 Watt
S 3 mit 256 Watt
S 4 mit 1024 Watt
S 5 mit 4096 Watt
S 6 mit 16384 Watt
S 7 mit 65536 Watt
S 8 mit 256 KW
S 9 mit 1024 KW

Wenn ich mich nicht irre ?

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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon Rossi » Mo 9. Apr 2018, 19:58

Nein Brenner braucht man nicht wirklich es ist nur ungemein hilfreich für´s Ego.
Sicherlich hab auch ich schon im meinen wilden Zeiten nicht zimperlich zugeschlagen mit einem KLV 1000, jedoch hab ich in den vielen Jahren die ich schon auf die Berge fahre immer etwas gelernt.
Zuerst der Standort, dann die Antenne, dann die Stehwelle, dann das Kabel, dann die Modulation, dann die Geduld, und wenn wir dann nicht ankommen dann der Brenner :dlol:
Ihr seht es ist einiges an Spielraum ehe ich an das "letzte" Mittel denke, es vereinfacht zwar vieles aber wo bleibt da der Spaß?
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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon roter-baron » Mo 9. Apr 2018, 20:38

Rossi hat geschrieben:Nein Brenner braucht man nicht wirklich es ist nur ungemein hilfreich für´s Ego.
Sicherlich hab auch ich schon im meinen wilden Zeiten nicht zimperlich zugeschlagen mit einem KLV 1000, jedoch hab ich in den vielen Jahren die ich schon auf die Berge fahre immer etwas gelernt.
Zuerst der Standort, dann die Antenne, dann die Stehwelle, dann das Kabel, dann die Modulation, dann die Geduld, und wenn wir dann nicht ankommen dann der Brenner :dlol:
Ihr seht es ist einiges an Spielraum ehe ich an das "letzte" Mittel denke, es vereinfacht zwar vieles aber wo bleibt da der Spaß?



Rossi da muss ich dir RECHT geben aber mit 4 W macht es keinen Spaß ....... und ab 1 KW ist der Spaß vorbei :angry: da muss man dann schon wissen was man macht :dlol:

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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon DocEmmettBrown » Mo 9. Apr 2018, 20:52

Aber ist nicht alles unter 1 kW QRP? :lol: :lol: :lol:

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Re: Muss ein Hobbyfunker wirklich einen Verstärker einsetzen

Beitragvon Rossi » Mo 9. Apr 2018, 20:52

Na ja Diddi ein wenig mehr als 4 Watt kann es schon mal sein, ist ja blöd wenn man sich die Seele aus dem Leib schreit und keiner hört einen :lol:
Ab und an geht aber auch fast alles mit weniger, ich sage dazu nur : passende Uhrzeit, nach 3Uhr wirds meistens besser und da kommt die Geduld ins Spiel :wink:
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