Probleme mit der Koch-Methode

Probleme mit der Koch-Methode

Beitragvon DocEmmettBrown » Mi 21. Dez 2016, 19:10

Ich habe einige Probleme mit der Koch-Methode. Es ist aber nicht die Frage, ob man besser kocht, brät, grillt oder backt, sondern etwas komplizierterer kulinarischer Natur:

Bei der Koch-Methode wird empfohlen, die Zeichen möglichst schnell zu lernen und sie am Klang direkt mit der rechten Hirnhälfte zu erkennen, nicht über den Umweg über die linke. N7RR empfiehlt beispielsweise, nicht unter 25 wpm zu lernen, besser seien mindestens 30 wpm (und schneller vermutlich noch besser). Wenn ich das Quiz benutze, kann ich die Buchstaben bei 30 wpm tatsächlich noch wirklich gut hören. Bei 35 wpm allerdings "verschluckt" mein Ohr schon Dits, so daß z.B. A und U kaum zu unterscheiden sind. Gleichwohl soll man aber so schnell wie möglich lernen, damit im Gehirn die direkte Verknüpfung Klangbild <-> Zeichen entsteht (und ich bin berufsbedingt leider sehr stark visuell geprägt).

Was nun? Bei 30 wpm erst mal alle Zeichen lernen oder lieber versuchen, erst noch höhere Geschwindigkeiten zu trainieren? Wie gehe ich am besten vor?

73 de Daniel
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Re: Probleme mit der Koch-Methode

Beitragvon Maulwurf » Mi 21. Dez 2016, 21:00

Hallo Daniel,
es sollte wohl so am üblichsten zu sein:
-5 Zeichen mit mehr als 30BpM bis sie sitzen
-dann die nächsten 5
-beide Lektionen gemischt
-neue 5

Die Zeichen zu zählen geht zwar wenn es langsames Tempo ist, wird es schneller hast du keine Zeit zum zählen und denken. Deshalb erst mal an den Klang gewöhnen und wenn alles sitzt Geschwindigkeit weiter erhöhen.
Das mal als unkundiger, vielleicht kommen ja noch Praktiker mit Tipps.

Schalte mal Sonntag morgens die Kalmit 145,700MHz und höre Dir Gerd mit seinem Kurs an.

Hier habe ich noch ein paar links gefunden:
http://www.dj4uf.de/morsen/morsen.html

https://www.darc.de/der-club/referate/ajw/darc-online-lehrgang/morselehrgang/

http://www.muenster.de/~dl1ydl/AFU_MORSEN.html
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Re: Probleme mit der Koch-Methode

Beitragvon DL3ASM » Mi 21. Dez 2016, 21:02

Hallo Daniel,

Mein CW Kurs ist zwar schon fast 30 Jahre her, aber ich denke das 30 WPM mehr als ausreichend sind. Im normalen QSO arbeite ich mit 30 WPM und im Contest mit 34 WPM.
Das Tempo soll deswegen etwas höher sein, damit man nicht anfängt mitzuzählen und so keine Cance hat, schneller zu werden.
Mit 30 WPM bekommst du das richtige Gefühl für den Klang.

Ist aber nur meine Meinung .

Übrigens Klasse, dass du CW lernst. Tolle Betriebsart.

73 de Martin --... ...--
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Re: Probleme mit der Koch-Methode

Beitragvon KLC » Mi 21. Dez 2016, 21:54

Also ihr rät dem Doc direkt mit den Zeichen und der Geschwindigkeit gleich in "Vollkontakt" zu gehen.

Also nicht , und deswegen nehme ich durch meine Wortwahl etwas Bezug zu Kampfsport-Training, wie z.B. bei Schattenboxen, Karate, oder dem "westlichen" Boxen, bei denen erstmal die Bewegungen und Techniken in ihren Abläufen langsam immer und immer wieder trainiert & eingepleut werden , so daß sie so im Unterbewußtsein sitzen. Und dann im "Ernstfall" ohne zu überlegen "abgerufen" werden kann.

Da bin ich mal gespannt auf weitere Antworten
:wave:
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Re: Probleme mit der Koch-Methode

Beitragvon DocEmmettBrown » Do 22. Dez 2016, 01:36

Maulwurf hat geschrieben:Die Zeichen zu zählen geht zwar wenn es langsames Tempo ist, wird es schneller hast du keine Zeit zum zählen und denken. Deshalb erst mal an den Klang gewöhnen und wenn alles sitzt Geschwindigkeit weiter erhöhen.
Also 30 wpm (entspricht 150 bpm) bereitet mir keine Probleme. Kurioserweise mache ich immer ganz am Anfang eines CW-Player-Quiz meine Fehler (falls überhaupt), also innerhalb der ersten 3 Buchstaben, danach ist es fehlerfrei. Die Götter wissen, warum. Ab 35 wpm vertüddele ich mich dann auch mittendrin und die Fehlerrate steigt deutlich an.

Bisher, weil ich ja theoretisch (praktisch sind es mehr) erst 10 Buchstaben mit der Kochmethode kann, übe ich nur Einzelbuchstaben. Ich dachte, wenn erst einmal das komplette Alphabet sitzt, kann man dann mit kurzen und danach längeren Wörtern beginnen. Dachte ich zumindest.

Einen sehr seltsamen und möglicherweise bedrohlichen Effekt habe ich festgestellt: Ich höre ein Zeichen, weiß nicht, welcher Buchstabe es ist, wohl aber, wo ich ihn auf der Tastatur finden muß. Dann lese ich von der Tastenkappe den Buchstaben ab, sobald ich sie drücke. Und das sieht verdächtig danach aus, als ob das Zeichen im Gehirn visuell verarbeitet wird. Möglicherweise muß ich einen Zufallstext erzeugen, morsen lassen und per Hand mitschreiben oder einfach vor dem Tippen laut aussprechen.

Neben den mp3-Morsekursen vom Moltrecht habe ich noch den von DJ1KN. Ansonsten neben dem CW-Player noch die Programme von G4FON, HB9HQX (sehr verwirrend), CW-Freak.NET, RufzXP, das PDF von N0HFF "Die Kunst der Radiotelegrafie" und den URL von LCWO und Max und Moritz.
DL3ASM hat geschrieben:Mit 30 WPM bekommst du das richtige Gefühl für den Klang.
Also demnach jetzt erst einmal mit 30 das ganze Alphabet lernen und das Tempo vorläufig nicht weiter erhöhen?
KLC hat geschrieben:Also ihr rät dem Doc direkt mit den Zeichen und der Geschwindigkeit gleich in "Vollkontakt" zu gehen.
Ja, das raten die mir und das ist auch logisch. Stell Dir mal Dein Sprechtempo vor und nun brems Dein Sprechtempo mal auf ein Zehntel der Geschwindigkeit (Audacity?). Du würdest Dich nicht mehr verstehen, weil Dein Ohr auf ein gewisses Mindesttempo angewiesen bist. Und CW ist eine "Sprache", die Mechanismen sind also die gleichen. Nur wie schnell dieses Tempo sein soll, genau das ist etwas unklar. Ich denke, mit überschaubarem Übungsaufwand könnte ich auf 40 wpm kommen und dann das komplette Alphabet lernen. Oder genau umgekehrt: Erst das komplette Alphabet lernen und dann das Tempo auf 40 steigern. Die Literatur ist da leider nicht ganz eindeutig. Die Reihenfolge, mit der man bei der Koch-Methode (Ludwig Koch, Psychologe, 1930) die Zeichen lernen soll, ist ebenfalls von Programm zu Programm leicht verschieden. Und dann gibt es noch andere Kurse, bei denen ich irgendwie meine Zweifel habe. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich will (auch schnelleres) CW hören lernen, darum geht's.

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Re: Probleme mit der Koch-Methode

Beitragvon DK5VQ » Do 22. Dez 2016, 07:13

Bevor du das Tempo erhöhst kannst du erstmal die Pause zwischen den Zeichen verringern. Dann wirst du schnell feststellen wie schnell Tempo 150 wirklich ist. In der Praxis macht ja keiner 1 sek Pause zwischen zwei Zeichen. Da bist du schon gut dabei wenn du Tempo 120 fehlerfrei kannst. Das Tempo kommt mit der Zeit von selbst.

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Re: Probleme mit der Koch-Methode

Beitragvon DocEmmettBrown » Do 22. Dez 2016, 17:55

TS50 hat geschrieben:Bevor du das Tempo erhöhst kannst du erstmal die Pause zwischen den Zeichen verringern. Dann wirst du schnell feststellen wie schnell Tempo 150 wirklich ist. In der Praxis macht ja keiner 1 sek Pause zwischen zwei Zeichen.
Langsam, langsam, da kommen nur erst einmal nur EINZELbuchstaben! Bei BuchstabenFOLGEN bin ich noch ganz lange nicht.
TS50 hat geschrieben:Da bist du schon gut dabei wenn du Tempo 120 fehlerfrei kannst. Das Tempo kommt mit der Zeit von selbst.
Dann belasse ich es vorläufig einmal bei etwa 30 wpm (150 bpm). Darunter mag ich möglichst nicht gehen, weil ich unbedingt verhindern will, daß die Erkennung über die linke Gehirnhälfte läuft. Falls es später, sobald ich ganze Wörter üben will, zu schnell wird, kann ich immer noch übergangsweise das Tempo mit der Farnsworth-Methode senken. :)

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Re: Probleme mit der Koch-Methode

Beitragvon DocEmmettBrown » Mi 11. Jan 2017, 20:03

Und zwischendurch kann man zur Entspannung auch mal eine Runde Mah-Jongg spielen. ;)

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