Funk und Photovoltaik

Funk und Photovoltaik

Beitragvon DerLollie » Mo 12. Feb 2018, 10:38

Guten Tag!
Hier also mein erster Beitrag im Forum der Verstrahlten :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Ich bin noch nicht lange lizensiert und würde euch gerne mal um Hilfe bitten.
Meine Freundin und ich ziehen gerade in eine gemeinsame Wohnung (Dachgeschoss).
Der Vermieter hat mit Afu-Antennen auf dem Dach im Grunde kein Problem.
ABER: Das ganze Dach ist voll mit Solar-Panels. Jetzt hat er Angst, dass
sich die abgestrahlte Leistung Auswirkungen auf die Panels haben könnte.
Beispielsweise, dass die Sperrdioden dann schalten, zu viel Strom induziert wird
und dadurch ggf. der Wechselrichter Schaden nehmen könnte.
Habt ihr da Erfahrungen?
Des Weiteren noch Folgendes:
Auf dem Dach würde ich gerne etwas eher unauffälliges aufbauen.
Welche Antenne kann ich gut für 2m/70cm nehmen?
Ich habe überlegt, eine Yagi auf einem Rotor zu montieren.
Aber welche? Kreuz-Yagi? Standard-Yagi? (Welche geht besser?)
Für CB-Funk ist zusätzlich ein Sirio Boomerang 27 W angedacht.
Die Sirtel/Antron A99 ist für die Dachmontage viel zu lang und generell zu auffällig.
Soweit also kein Problem. Jetzt kommt aber noch die Kurzwelle.
Momentan benutze ich dafür einen HyEndFed, einen endgespeisten Langdraht 23m.
Ich habe einen guten Draht zu der Mietparte, der der Garten gehört. Evtl. kann ich die da spannen.
Ich frage mich bloß, ob das nicht zu nah am Haus ist (ca. 6m). Passt das noch?

Ich freue mich schon auf eure Antworten.

Beste Grüße,
DerLollie (DO3LOL)
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Re: Funk und Photovoltaik

Beitragvon Yaesu FT857D » Mo 12. Feb 2018, 12:01

Hallo Christian,

dein Vorhaben wird nicht ganz billig:
Setze dir ein starkes Mastrohr (mind. 60mm Aussendurchmesser mit 4mm Wandstärke aus verzinktem Stahl) auf das Dach.
Es reicht, wenn das Standrohr 2m über den Dachfirst ragt.
Am oberen Ende eine Plattform https://stecker-shop.net/epages/27edac8b-bca1-4619-a0d8-f53e62f2ef2c.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/27edac8b-bca1-4619-a0d8-f53e62f2ef2c/Categories/Produkte/9/100 mit Oberlager (findest du auch bei UKW-Berichte)
und ca. 1m tiefer nochmals die Plattform.
Da kommt ein Rotor drauf. Welcher das wird, entscheidet sich, wieviel Antennen du oben montieren willst.
Empfehlung meinerseits wäre einer von Create https://stecker-shop.net/epages/27edac8b-bca1-4619-a0d8-f53e62f2ef2c.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/27edac8b-bca1-4619-a0d8-f53e62f2ef2c/Products/01046
Warum? Weil ich Erfahrungen mit einem G600 von Kenpro (Yaesu) habe. Bei denen geht häufig nach einigen Jahren, die innen liegenden Kugellager kaputt.
Ein revidieren, ist nicht ganz leicht danach...
Create Rororen haben ein Schneckengetriebe, welches verschleissfreier und besser gegenüber starkem Wind ist (sofern man ein Oberlager verwendet).
Drehrohr aus Alu mit mind. 50mm Aussendurchmesser und 5mm Wandstärke ca. 2m lang zwischen die Plattformen einbauen.
Auf dem Drehrohr ganz oben evtl. deine Antron A99 montieren.
Darunter ein Doppelauslegerrohr 50mm mit 5mm Wandstärke aus Alu 1,50m lang, welche mit einem Verbinder https://stecker-shop.net/epages/27edac8b-bca1-4619-a0d8-f53e62f2ef2c.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/27edac8b-bca1-4619-a0d8-f53e62f2ef2c/Categories/Produkte/7/39/72
(Empfehlung: Alu oder Edelstahlplatte mit V2A U-Bügeln!)
Auf dem Auslegerrohr ganz aussen links und rechts jeweils eine X-Quad http://wimo.de/xquad-antennen_d.html für 2m und 70cm montieren.
Jede X-Quad hat jeweils eine N-Buchse für horizontale Polarisation (auf SSB gerne verwendet) und vertikaler Polarisation (FM direkt und Relaisbetrieb).
Hier solltest du jeweils an 2 Koaxkabel pro Antenne denken! (schaltest du im Funkshack per Koaxumschalter später um)
Direkt über der Plattform mit dem Oberlager kannst du nochmals einen Doppelausleger (so 1,50m lang), aber 90 Grad gegenüber dem anderen darüber montieren, auf dem du eine X50N montierst.
Aufpassen! Da muss aussen nochmals ein kurzes Stück Rohr vertikal über ebenfaalls einen Verbinder angebracht werden, da die X50N vertikal "stehen" sollte...
Koaxkabel von den Antennen, ab Oberlager Plattform im grossen Bogen führen, um beim Drehen nicht abzureissen!
Das Standrohr oben und unten am/im Dach gut befestigen!
Vorschlag: Oben unter den Dachsparren, möglichst weit oben, ein Kantholz über 3 Sparren mittels starker Holzschrauben anbringen.
Unten über die (hoffentlich sichtbaren?) Dachgeschossbalken, ebenfalls ein Kantholz anbringen, wie oben drüber.
An beiden Kanthölzern dann jeweils über eine Befestigungsschelle, das Standrohr möglichst senkrecht anbringen.

Deine Langdrahtantenne, kannst du oben an dem Standrohr anbringen unterhalb der Rotorplattform anbringen und Richtung Garten spannen.

Jetzt kommt ein wichtiger Teil deiner Antennenanlage, nämlich dem Blitzschutz und Erdung.
Dazu gibt es mehrere Meinungen. Später mehr aufgrund obiger Anlage!
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Re: Funk und Photovoltaik

Beitragvon Mike India » Mo 12. Feb 2018, 12:12

Jesses.... und wo ist das Thema Photovoltaik... !?!
Das dürfte sein Hauptproblem sein......

Gruß Rainer
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Re: Funk und Photovoltaik

Beitragvon Grundig-Fan » Mo 12. Feb 2018, 14:43

Dann nur noch 2 bis 3 Mille für Blitzschutz und schon biste fertig.

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Re: Funk und Photovoltaik

Beitragvon 13DS29 » Mo 12. Feb 2018, 14:47

Äh, what? Sperrdioden schalten? Was induziert? Wechselrichter überlastet? Von 100 W in welcher Entfernung? Bullshit. Sorry.

Rechne lieber aus, wie Du Dir und Deiner YL unterm Dach das Hirn verbrätst. Haste ja gelernt. Aluhut!

Und wenn Du CB dazu machst, brauchst Du zwingend die Standortbescheinigung der BNetzA. Nochmal 160 Steine.
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Re: Funk und Photovoltaik

Beitragvon hf-doktor » Mo 12. Feb 2018, 14:54

DerLollie hat geschrieben:...
ABER: Das ganze Dach ist voll mit Solar-Panels. Jetzt hat er Angst, dass
sich die abgestrahlte Leistung Auswirkungen auf die Panels haben könnte.
Beispielsweise, dass die Sperrdioden dann schalten, zu viel Strom induziert wird
und dadurch ggf. der Wechselrichter Schaden nehmen könnte.
Habt ihr da Erfahrungen?

Es wird wohl eher umgekehrt sein, und die Solaranlage, resp. die Inverter, dir Probleme beim Hobby machen werden.
Das Problen habe bzw. hatte ich hier. Nicht vom eigenen Haus, sondern vom Nachbarn.

Schöne, aber auch eine nicht zu schwierige Herausfordung, diese (leitungsgebundenen) Stöungen zu beseitigen. Die ähneln ein wenig PLC Störungen.
Zuletzt geändert von hf-doktor am Mo 12. Feb 2018, 15:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Funk und Photovoltaik

Beitragvon 13DS29 » Mo 12. Feb 2018, 15:03

So schauts aus. Wenn der "dreckige" Wechselrichter hat, ist Dein Funkspaß schnell vorbei. Mach bei kräftiger Sonne erstmal einen Testaufbau mit Handgurke, Mobilstation und Draht oder was Du sonst noch hast. Es gibt sicher OMs in der Nähe, die Dir da helfen können.

Meine PV ist übrigens sauber, die WR sind ganz tief im Keller und man muss die Gummiwurst direkt dranhalten, dass es stört.
Meine Antennen sind 3-30m von der PV weg, da passiert absolut gar nix.
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Re: Funk und Photovoltaik

Beitragvon DerLollie » Mo 12. Feb 2018, 16:26

Also erstmal vielen Dank für eure Antworten.
Da hab ich ja schonmal einen guten Überblick.
Also die PV ist ja auf der ganzen Dachseite, also nur wenige Meter von den Antennen entfernt.
Ich kenn mich damit nicht aus, ich weiß nicht, was die abkönnen.
Der Wechselrichter ist direkt unterm Dach.
Aber mit mehr als 50 Watt sende ich generell nur ganz selten, und dann auch nur auf KW.
Man soll ja seine Endstufe nicht auf Dauer-Vollgas fahren :wink: .
Empfangsseitig kann ich bis jetzt nichts negatives feststellen,
aber bis jetzt war es auch überwiegend eher durchwachsen am Himmel.
Muss ich dann nochmal sehen.
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Re: Funk und Photovoltaik

Beitragvon Toni P. » Mo 12. Feb 2018, 17:36

Als Funkamateur solltest du bestimmt noch das Thema Selbsterklärung bei den angegeben Leistungen mit einbeziehen. Kennst du ja aus der Vorbereitung zur Prüfung.

Das wäre auch noch für den Vermieter eine "amtliche" Beurkundung. Wie o. beschrieben hast du aber eher Störungen beim Empfang zu erwarten als umgekehrt. Je älter die PV umso eher, weil oft nicht gepflegt, gibt es da die bekannten Probleme.

Ansonsten viel Spaß beim Planen der Anlage.

Anton

:tup:
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Re: Funk und Photovoltaik

Beitragvon Yaesu FT857D » Mo 12. Feb 2018, 18:24

Christian, gut wenn es nicht so aufwändig sein soll:
Nimm ein Stahlrohr, so 50mm Durchmesser, baue da die X300N dran und von dort deine KW-Antenne (Hyendfeed),
runter in den Garten auf den PV-Anlagen abgewandten Seite (eine Giebelseite).
Koaxkabel rein, Blitzschutzzwischenstecker schon oben gleich unter Dach dazwischen, jeweils eine dicke 6mm2 Eindrahtleitung pro Koaxkabel, an den PE der PV-Anlage angeschlossen.
Unten im Shack das gleiche nochmals, nur dann geht die PA-Ausgleichsleitung direkt auf den PA im Keller des Hauses.

Zu den PV-Anlagen:
Wie meine Vorschreiber schon genannt haben, sorge dich eher da drum, dass die PV-Anlagen nicht dich auf Funk stören und nicht umgekehrt!
Viele "billigen" Wechselrichter solcher Anlagen, produzieren Störsignale von ganz unten auf der KW bis hoch weit über 70cm hinaus....

Hast du ein HFG für 2m und/oder 70cm? Probiere mal an deinem neuen Wohnort, ob dort Störsignale vorhanden sind.

Wenn ja, hoffentlich hast du noch nicht den Mietvertrag unterschrieben?
Ich würde (wenn ich nochmals eine Wohnung suchen würde) zumindest im Mietvertrag zur Bedingung machen, dass ich ungestört meinem Hobby Amateurfunk nachgehen kann
und Störungen durch den Vermieter und andere Mieter (PLC!) zeitnah auf deren Kosten beseitigt werden....
Wenn nein, mache weitere Versuche besonders am WE, wenn andere Mieter z.B. ihr PLC laufen lassen. Dazu solltest du ein Kofferradio mit MW/KW Empfang mitnehmen!

Kläre erst das mal ab, bevor du Pläne für den Aufbau von einer Amateurfunkanlage machst!
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Re: Funk und Photovoltaik

Beitragvon 13STW » Di 13. Feb 2018, 05:40

Na, da ist ja mal wieder die geballte Kompetenz am Start. :D
EMV seitige Beeinflussung der beiden Anlagen sollten bei fachgerechter Installation ausgeschlossen sein, zumindest eine etwaige Beeinflussung durch die PV kann man ja im Vorfeld prüfen.

Die Antennen werden mit absoluter Sicherheit die Erträge der Photovoltaik negativ beeinflussen, auch schmale Schattenwürfe reichen hier. Um das zu quantifizieren müsste man die Verhältnisse vor Ort überprüfen. Das es eine Beeinflussung durch Schatten gibt ist aber unbestritten.
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Re: Funk und Photovoltaik

Beitragvon 13DS29 » Di 13. Feb 2018, 13:02

Nun, ich glaube, dem Vermieter geht es hier nicht um etwaige Verschattung. Ich würde hier keine schlafenden Hunde wecken.
Bei uns hier im Süden, sind Dach-PV-Anlagen immer möglichst südlich vom Giebel, die Antennen also nördlicher.

Aber man weiß ja nie, im Norden ham die ja auch Karneval. :think: :dlol:
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Re: Funk und Photovoltaik

Beitragvon 13STW » Di 13. Feb 2018, 15:48

Ich glaube das ebenfalls nicht, es ist halt nur so, das er es später bemerken wird, wenn die Antennen Schatten werfen.
5% Leistungsverlust ist da schnell beieinander, je nach Vergütungsmodell ist das richtig Geld. Ob das so clever ist, die Hunde schlafen zu lassen...
Da ich die Verhältnisse vor Ort eben nicht kenne, möchte ich nicht mit Vermutungen daher kommen.
Muß man vor Ort klären, nicht nach allgemeinen Vorstellungen über Himmelsrichtungen.

Ein Rohr oder anderes Antennenbauteil muß übrigens etwa den 110fachen Abstand seiner Dicke von den Modulen haben, damit es keinen Kernschatten wirft.
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