Für die Mikrofon-Bastler

Re: Für die Mikrofon-Bastler

Beitragvon Bobby1 » Fr 3. Nov 2017, 15:56

[quote="hf-doktor"]
Warum dürfen PTT GND und Audio GND nicht miteinander verbunden werden? Bei vielen Geräten werden die beiden GND direkt nach der Mic Buchse mit einander verbunden auf einen gemeinsamen Massepunkt, z.B. Kenwood, Alinco. Bei anderen Geräten erfolgt die Zusammenführung -je nach Geräteaufbau- letztendlich elektrisch etwas weiter "hinten" Teilweise werden die beiden GND nur getrennt abgedrosselt, bevor sie zusammengeführt werden. Es ist also nicht sonderlich kritisch, welche Masse du verwendest. Bei einigen Standmikrofonen bleibt dir gar keine andere Wahl dich für eine oder beide, zusammengeschaltete Masse(n) zu entscheiden. Die haben Mikrofonseitig nur eine gemeinsame Masse für PTT und Audio
[quote]
Das mag für die meisten Geräte richtig sein, aber nicht bei den Icom-Geräten die ich kenne.
Die haben Mic GND und TX GND absichtlich getrennt um den Mikrofoneingang möglichst gut vom Rest zu entkoppeln.
Ich hatte schon mal versucht mit der besagten Masse für alles an den IC-706MK2G anzuschließen, aber das Ergebnis war reichlich HF in der Modulation.

Eine weitere Eigentümlichkeit von Icom ist der Gleichspannungsanteil auf der Mic-Leitung um die Electretkapsel des Originalmikrofons mit +8V zu versorgen.
Da muß man natürlich aufpassen was man macht, z.B. nicht einfach ein dynamisches Mikrofon anschließen weil man damit den Spannungsregler im Transceiver schlachten kann.
Dafür braucht man also IMMER einen Koppelkondensator, und bei dem Spannungsteiler ist es auch besser wenn vielleicht nicht ganz so tödlich.
Aus dieser Problematik heraus sind übrigens Mikrofonadapter aus der Bucht mit Vorsicht zu genießen, besser man lötet selbst.
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Re: Für die Mikrofon-Bastler

Beitragvon Wurstauge » Sa 4. Nov 2017, 01:00

Das stimmt,Kurzschluss oder Niederohmiges ist da kontraproduktiv ...

Am besten ist es,die Geräte via ACC Buchse mit Audio zu füttern,damit umgeht man das ganze Geraffel der internen NF-Verstärkung ...
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Re: Für die Mikrofon-Bastler

Beitragvon hf-doktor » Sa 4. Nov 2017, 09:45

Bobby1 hat geschrieben:Das mag für die meisten Geräte richtig sein, aber nicht bei den Icom-Geräten die ich kenne.
Die haben Mic GND und TX GND absichtlich getrennt um den Mikrofoneingang möglichst gut vom Rest zu entkoppeln.
Ich hatte schon mal versucht mit der besagten Masse für alles an den IC-706MK2G anzuschließen, aber das Ergebnis war reichlich HF in der Modulation.

Ich weiss zwar nicht, welche ICOM Geräte du kennst, aber normal ist das wurscht. Wenn man natürlich die Möglichkeit hat, die getrennten Massen zu nutzen, ist es bestimmt kein Fehler. Wird die Mic Masse als gemeinsame Masse benutzt, hat es noch nie Probleme gegeben. Wenn es zu HF-Einstrahlung kommt, dann möglicher Weise wegen i-welchen, nicht HF-festen Mikrofonbastelwerken (z.B. fehl. Abblockkondensatoren, oder wenn sie vorhanden sind, dann an der falschen Stelle) oder weil durch ungünstige Antennensituation/Aufbau HF auf dem Schirm und somit im Shack und auf dem Gerätegehäuse ist.

Eine weitere Eigentümlichkeit von Icom ist der Gleichspannungsanteil auf der Mic-Leitung um die Electretkapsel des Originalmikrofons mit +8V zu versorgen.
Da muß man natürlich aufpassen was man macht, z.B. nicht einfach ein dynamisches Mikrofon anschließen weil man damit den Spannungsregler im Transceiver schlachten kann.
Dafür braucht man also IMMER einen Koppelkondensator, und bei dem Spannungsteiler ist es auch besser wenn vielleicht nicht ganz so tödlich.
Aus dieser Problematik heraus sind übrigens Mikrofonadapter aus der Bucht mit Vorsicht zu genießen, besser man lötet selbst.


Bei den direkten 5 oder 8V Ausgängen (ganz besonders bei CB Geräten mit 13,8V an Pin 6!) muss man schon aufpassen wg. möglicher Kurzschlüsse auf Masse, aber auch bei Fremd-/Rückspannungen in Richtung Gerät über dieser Ausgänge.
Ein Kurzschluss auf der Mic-/NF Leitung selbst macht überhaupt nichts ! (Wer erzählt denn solche Märchen???)
Der Gleichspannungsanteil resultiert aus dem erforderlichen Mic-Kapsel BIAS/Schleifenstrom. Der Kurzschlusstrom gegen Masse beträgt ca. zwischen 500µA bis einige mA. Je nach Gerät.
Wird hier eine 100-500 Ohm Dynamikkapsel angeschlossen, wird der Koppelkondensator benötigt um die Kapsel von einer Gleichstrombeaufschlagung zu entlasten. Dieser würde zu einer unerwünschten Schwingspulenauslenkung führen, die die akustischen Eigenschaften negativ beeinflussen und bedämfen kann. Von unliebsamen Geräuschen (Rauschen, Knacken etc.) durch Übergangswiderstände an Stecker/Buchse ganz zu schweigen...
Wird an einer Mic-Buchse mit besagter Tonaderspeisung eine Mic mit Dynamikkapsel angeschlossen, passiert -ausser genannten, möglichen Nebenwirkungen- überhaupt nichts. Davon ab sind sie viel zu leise, da Dynamikkapseln deutlich weniger Pegel liefern als die original Elektret Kapsel.
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Re: Für die Mikrofon-Bastler

Beitragvon hf-doktor » Sa 4. Nov 2017, 09:55

Wurstauge hat geschrieben:
Am besten ist es,die Geräte via ACC Buchse mit Audio zu füttern,damit umgeht man das ganze Geraffel der internen NF-Verstärkung ...


Dort wird übrigens auch nur eine gemeinsame Masse für PTT und Audio genutzt...
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Re: Für die Mikrofon-Bastler

Beitragvon Bobby1 » Sa 4. Nov 2017, 14:36

Ein Kurzschluss auf der Mic-/NF Leitung selbst macht überhaupt nichts ! (Wer erzählt denn solche Märchen???)

Gebrauchsanleitung ICOM IC-706MK2G Seite 8:"
+8V-DC-Ausgang Max. 10mA
ACHUNG: Pin1 NICHT an Masse anschließen, da der 8-V-Regler beschädigt werden kann.

Gebrauchsanleitung ICOM IC-7600 Seite 23:"
ACHTUNG: Pin 2 NICHT gegen Masse kurzschließen. Dies kann den internen 8-V-Spannungsregler zerstören. An Pin1 liegt zum Betrieb des Mikrofons Gleichspannung an. Beachten Sie dies, wenn Sie
Mikrofone anderer Hersteller einsetzen wollen.


Also mal rechnen für eine dynamische Kapsel: 8V/500Ohm=16mA, also etwas mehr als die zulässigen 10mA. Das kann der TRX aushalten, muß er aber nicht.
73, Carsten
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