Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon hf-doktor » So 20. Aug 2017, 17:04

Dipol hat geschrieben:Der Inhaber des Elektrobetriebs, der Dachantennen grundsätzlich nur mit 4 mm² Cu an das nächste Wasserrohr "erdet", hat gemeint, es sei noch nie etwas passiert. Nicht nur bei dem muss St. Florian oder ein glücklicher Zufallsfaktor mitgeholfen haben


... hast du ihm wenigstens erklärt, das er durch Weglassen dieses 4 mm² Schnürsenkels Menschenleben rettet ???
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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon Dipol » So 20. Aug 2017, 17:17

hf-doktor hat geschrieben: ... hast du ihm wenigstens erklärt, das er durch Weglassen dieses 4 mm² Schnürsenkels Menschenleben rettet ???

Nein!

Als Referent war ich auf die Einhaltung der Etikette fokussiert und vollauf damit beschäftigt das Stichwort Gewerbeuntersagung zu vermeiden. :wall:
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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon hf-doktor » So 20. Aug 2017, 17:38

Bezahlt im Falle des Falles überhaupt noch die Betriebshaftpflicht ???
... ist ja schon fast vorsätzlich ;)
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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon Yaesu FT857D » So 20. Aug 2017, 18:11

hf-doktor hat geschrieben:Bezahlt im Falle des Falles überhaupt noch die Betriebshaftpflicht ???
... ist ja schon fast vorsätzlich ;)

Dazu solltest du mal einen Rechtsanwalt für Versicherungsrecht fragen.
Das gehört zu deren Gebiet. :wink:
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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon guglielmo » Mo 21. Aug 2017, 09:19

Keiner möchte sein Haus oder seine Wohnung verlieren. Ich jedenfalls nicht, da ich mich zu Hause sehr wohl fühle. Dabei währe es auch kein Trost zu wissen das die Versicherung evtl. zahlt. Somit ist für mich der Beste Bltzschutz das trennen der Antenne vom Haus. Auch wenn die Einschlagwahrscheinlichkeit gering ist. Wenn es zu einem Einschlag kommt, können die Schäden immens sein. Das hat auch nichts mit Panikmache zu tun. Mein Haus ist solide Vorkriegswahre. Ein Umrüsten auf Blitzschutz nach heutigen Vorschriften ein sehr teures, kaum zu realisierendes Vorhaben. Ich habe bereits ein Problem meine Funkausrüstung im Scheck vernünftig zu erden. Somit werde ich, wenn ich meine provisorische Antennenanlage draußen fest installiere dafür sorgen, das im Nichtbetrieb die Kabel und Drähte mit einem Erdungsstab verbunden sind. Die Verbindung ins Haus, beim Betrieb könnte noch durch eine Blitzschutzpatrone gesichert werden. Mehr ist für mich nicht machbar.
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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon Dipol » Mo 21. Aug 2017, 10:56

guglielmo hat geschrieben: Ein Umrüsten auf Blitzschutz nach heutigen Vorschriften ein sehr teures, kaum zu realisierendes Vorhaben.

Das liest sich wieder mal so, als müssten wegen erdungspflichtiger Antennen Blitzschutzanlagen installiert werden.

UKW-, DVB-T- oder Satellitenantennen die außerhalb passiver Schutzzonen von Fassaden installiert werden, sind blitzstromtragfähig zu erden. Bei Haushaltsantennen gibt es ein Schlupfloch über eine aufwändige Risikoanalyse nach DIN EN 62305-2. Aber selbst wo sich eine Befreiung von blitzstromtragfähiger Erdung ergibt, sind Antennenanlagen immer noch in den Schutzpotenzialausgleich einzubeziehen. Dass Erdung und PA ausgerechnet für CB-Funk- oder Afu-Antennen ein "kaum zu realisierendes Vorhaben" sind, ist eine dürftige Ausrede, die im Schadensfall nicht zählt.

guglielmo hat geschrieben: Ich habe bereits ein Problem meine Funkausrüstung im Scheck vernünftig zu erden. Somit werde ich, wenn ich meine provisorische Antennenanlage draußen fest installiere dafür sorgen, das im Nichtbetrieb die Kabel und Drähte mit einem Erdungsstab verbunden sind. Die Verbindung ins Haus, beim Betrieb könnte noch durch eine Blitzschutzpatrone gesichert werden. Mehr ist für mich nicht machbar.

Wenn man kein Geld für normkonforme Sicherheit hat, ist es tatsächlich nicht machbar und dann kann man sich das Hobby halt nicht leisten, wenn der dramatisch klingende Vorsatz "Haus und Hof nicht zu verlieren" auch ernst gemeint ist. Andernfalls ist nicht wollen zutreffender.

Überspannungsschutz ist nur so gut wie Erdung und PA. Blitzschutzpatronen sind SPD 2 Überspannungsableiter, die durch temporären Kurzschluss Spannungsunterschiede zwischen dem Schirm und Mittelleiter egalisieren. Die wirken zusammen mit fachgerechter Erdung und PA als Mittelschutz mit Stoßstrom 8/20 s immerhin gegen induktive Einkopplungen aus Naheinschlägen (Stoßstrom 8/20 µs), gegen Direkteinschläge sind SPD 1 Blitzstromableiter als Grobschutz mit Stoßstrom 10/350 µs erforderlich.

Wer glaubt, dass ein normwidriger Separaterder + Blitzschutzpatrone wirkungsvoll schützt, kann sich ebenso schlecht einen Staubwedel als Voodoo-Schutz aufs Dach anbringen. Der Wedel kann immerhin nicht wie normwidrige Separaterder und Erdkabel oder Freileitungen ohne PA-Einbindung Blitzströme/Überspannungen aus Naheinschlägen einkoppeln.

So oft wie das hier und in Nachbarforen schon geschrieben wurde, sollte es endlich auch der letzte elektrotechnisch berufsfremde CB-ler kapiert haben, dass Separaterder ohne Verbindung zum Schutzpotenzialausgleich kein Patentrezept sondern gefährlich sind. :wall:
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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon guglielmo » Mo 21. Aug 2017, 12:20

So meiner lieber allwissender Dipol. So wie Du schreibst, könnte man meinen das Du jede Menge Fachahnung hast. Wenn dem so ist, dann will ich unwissender "CB-ler" natürlich ungerne dumm sterben.

Bisher habe ich Blitzschutz so verstanden:
Blitzschutz = Gebäudeschutz außen + Gebäudeschutz innen + Schutz außenliegender Installationen die mit dem Gebäude verbunden sind.

---
Fangen wir beim Gebäudeschutz außen an. Dazu gehören entsprechende Erder. Ich habe mir die einschlägigen Vorschriften angeschaut und wüsste nicht, wie ich solche Erder installieren könnte und die gesamte Elektroinstallation samt Hausanschluss damit verbinden könnte. Es existiert direkt am Hauptanschlusskasten im Keller ein Potentialausgleich der irgendwie aus dem Kellerboden kommt. Ob er den aktuellen Vorschriften genügt, wage ich zu bezweifeln. Ob dieser auch von außen erreichbar ist, da habe ich meine Zweifel. Da dieser Potentialausgleich wohl von der Elektrizitätsgesellschaft kommt werde ich einen Teufel tun und etwas daran anschließen. Um das Haus herum befinden sich zum großen Teil gepflasterte Terassen oder Zuwegungen. Also wenig Platz um nachträglich einen Erder in den Boden zu bringen.

Dann geht es weiter mit der Blitzfangeinrichtung. Das Haus hatte so etwas mal. Es wurde jedoch vom Voreigentümer entfernt. Vermutlich wegen geänderter Vorschriften und der Meinung das ein falscher Blitzschutz gefährlicher als gar kein Schutz ist.

Dann zu den Leitungen zwischen Fangeinrichtung und Erder. Dies ist ebenfalls ein erheblicher Aufwand, wenn man sich die entsprechenden Vorschriften anschaut. Also für den Außenschutz bräuchte ich vermutlich einen neuen Erder, Fangeinrichtungen auf dem Dach und die Ableitungen. Was würdest Du tun?

---

Nun zum Gebäudeschutz innen. Die Elektroinstallation habe ich nach der Übernahme des Gebäudes nach den damals noch geltenden VDE-Normen erneuert. Es befinden sich überall intakte Schutzleiter bzw. Anschlüsse mit Schutzkontakt. Dies hat natürlich nichts mit Blitzschutz zu tun. Werden z.B. durch Blitzeinschlag bei einem Nachbarn oder in einem Verteiler der E-Werke entsprechende Ströme ins Haus eingekoppelt sind dem die Elektrogeräte schutzlos ausgeliefert. Ein weiterer Weg, über den Ströme und Überspannungen eingekoppelt werden ist wohl die Wasserversorgung. Die ist genauso geerdet wie die Gasversorgungsleitung. Ein dritter Weg ist die Antennenleitung der Funkantenne. Sie läuft durch einen ehemaligen Schornsteinschacht zusammen mit einer Netzwerkleitung, einer Stromversogungsleitung und einer Kabelfernsehleitung zum Dachboden. Der Dachboden ist eine reine Holzkonstruktion. Im Schacht ist es sehr schwierig Schutzabstände einzuhalten. Alle Geräte auf dem Dachboden sind selbstverständlich mit dem Schutzleiter verbunden. Das gilt auch für die Funkgeräte. Das dies nicht ausreicht ist klar. Die Leitungen bis zum Potentialausgleich sind viel zu lang und haben einen viel zu geringen Querschnitt. So würde es mich denn interessieren was Du als kompetenter Fachmann empfielst. Natürlich nicht rechtsverbindlich.

---

Schutz der Antennenanlage: Hier ist mir nicht klar, was gegen einen Speraterder auszusetzen ist? Versehe ich einen Mast mit einer Fangvorrichtung und einer fachgerechten Ableitung zum Separaterder, so ist doch zumindest der Mast ersteinmal einigermaßen geschützt. Mach ich das für beide Masten einer Dipolantenne sind ersteinmal die Masten geschützt. Kniffliger wird es mit der Dipolleitung, dem BALUN und der Antennenleitung. Hier muss man doch damit rechnen das ein Blitz einschlägt. Schutzmaßnahmen sind mir nicht bekannt. Jede Abschirmung wirkt sich negativ auf die Antenne selber aus. Vermutlich kannst Du als Fachmann der so vehement, wegen meiner Wissenslücken, mit seinem Kopf gegen die Wand bommert mir aus dieser Bredoullie helfen. Mir fällt da nur die besagte Blitzschutzpatrone ein. Natürlich nutzt diese wenig, wenn sie die den Strom nicht vernünftig ableiten kann. Daher der angesprochene Separaterder. Ebensowenig ist mir klar, warum man die abgetrennte Außenleitung nicht mit Separaterder verbinden sollte, wenn die Anlage nicht in Betrieb ist.

---

Wenn ich jetzt noch länger über das Nachdenke was du geschrieben hast, bin ich um so gespannter auf Deine Tipps. Fragen über Fragen. Dein Wissensvorsprung ist offenkundig so gewaltig, das ich als armseeliger Hobbyfunker mühe habe zu folgen.

So "dipol" nun kommst Du.
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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon hf-doktor » Mo 21. Aug 2017, 14:56

guglielmo hat geschrieben:...

Dann zu den Leitungen zwischen Fangeinrichtung und Erder. Dies ist ebenfalls ein erheblicher Aufwand, wenn man sich die entsprechenden Vorschriften anschaut. Also für den Außenschutz bräuchte ich vermutlich einen neuen Erder, Fangeinrichtungen auf dem Dach und die Ableitungen. Was würdest Du tun?

---



Musst aber jetzt nicht Blitzschutzanlagen mit Antennenerdung in einen Topf werfen. Das sind 2 Paar Schuh...
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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon Jack4300 » Mo 21. Aug 2017, 15:34

Getrennte Erder sind deshalb gefährlich, weil sie im Falle eines Einschlags wegen des nicht idealen Erdungswiderstandes unter ordentlich Spannung gegenüber dem restlichen Schutzpotential des Gebäudes stehen. Eine blitzstromtragfähige Verbindung zum Schutzpotential des Gebäudes sorgt dafür, dass bei einem Einschlag auch dieses ein höheres Potential annimmt. So können Überschläge zwischen verschiedenen Leitungen verhindert werden, weil nun die nötigen Trennungsabstände berechenbar werden.
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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon Dipol » Mo 21. Aug 2017, 20:54

guglielmo hat geschrieben: Bisher habe ich Blitzschutz so verstanden:
Blitzschutz = Gebäudeschutz außen + Gebäudeschutz innen + Schutz außenliegender Installationen die mit dem Gebäude verbunden sind.

Das klingt schon sehr viel differenzierter und immerhin diese Defintionen kommen den offiziellen Bezeichnungen recht nahe:

Blitzschutz: Oberbegriff = Summe aller Maßnahmen, aufgeliedert in:

  • Äußeren Blitzschutz: Bestehend aus Fangeinrichtungen, Ableitungen und Erdungsanlage
  • Inneren Blitzschutz: Bestehend aus dem Potenzialausgleich und Überspannungsschutz

guglielmo hat geschrieben: Ich habe mir die einschlägigen Vorschriften angeschaut und wüsste nicht, wie ich solche Erder installieren könnte und die gesamte Elektroinstallation samt Hausanschluss damit verbinden könnte. Es existiert direkt am Hauptanschlusskasten im Keller ein Potentialausgleich der irgendwie aus dem Kellerboden kommt. Ob er den aktuellen Vorschriften genügt, wage ich zu bezweifeln.,,,,,,,,,,,,,

  • Wenn man nicht weiß wie es geht, ist statt Heimwerkerei Auftragsvergabe an eine Fachkraft mit dem nötigen Wissen der erforderlichen Ausrüstung fällig.
  • Wenn aus dem Kellerboden eine Anschlussfahne kommt, verbessert ein Fundamenterder die Wirkung eines Schutzpotenzialausgleichs und - so von der alten Blitzschutzanlage vorhanden - eines Blitzschutzpotenzialausgleichs.
  • Wenn ein lückenloser Potenzialausgleich einschließlich der CB-Funk-Anlage ausgeführt ist, ist der Erdausbreitungeswiderstand nicht mehr so elementar.
  • Die meisten Fundamenterder sind undokumentierte Blackboxen, wo Zweifel an deren Tauglichkeit bestehen, sind Tiefenerder nachrüstbar.

guglielmo hat geschrieben: Ob dieser auch von außen erreichbar ist, da habe ich meine Zweifel. Da dieser Potentialausgleich wohl von der Elektrizitätsgesellschaft kommt werde ich einen Teufel tun und etwas daran anschließen. Um das Haus herum befinden sich zum großen Teil gepflasterte Terassen oder Zuwegungen. Also wenig Platz um nachträglich einen Erder in den Boden zu bringen.

Dass weder an der HES noch an der Kabeleinführung der Funkantenne kein Platz für einen Tiefenerder mit 20 - 25 mm Durchmesser sein soll, ist so albern, dass sich ein Kommentar erübrigt.
Der PEN des Stromversorgers, Fachbegriff Verteilnetzbetreiber (VNB), muss an der HES angeschlossen werden. Aber Schutz- und Blitzschutzpotenzialausgleich sind hausintern herzustellen und selbstverständlich keine Zugabe von außen. :roll:

guglielmo hat geschrieben: Dies ist ebenfalls ein erheblicher Aufwand, wenn man sich die entsprechenden Vorschriften anschaut. Also für den Außenschutz bräuchte ich vermutlich einen neuen Erder, Fangeinrichtungen auf dem Dach und die Ableitungen. Was würdest Du tun?

Nachdenken welchen Sinn Antworten machen, wenn die vom Fragesteller konsequent doch nicht gelesen werden.

Die Demontage behördlich nicht vorgeschriebener Blitzschutzanlagen steht Gebäudeeignern frei und wenn damit nicht wie so oft Dachantennen der Erdung beraubt werden ist das uneingeschränkt zulässig. Zum x-ten Mal: Dachantennen erfordern eine blitzstromtragfähige Direkterdung und keine Blitzschutzanlage. Bereits eine getrennte Fangstange ist frewillig.

guglielmo hat geschrieben:Die Elektroinstallation habe ich nach der Übernahme des Gebäudes nach den damals noch geltenden VDE-Normen erneuert.

Ich = Eigenleistung oder Vergabe an eine konzessionierte Elektrofachkraft? Egal wie, um die Normkonformität der Ausführung beurteilen zu können, muss man in der Normenreihe DIN VDE 0100 fit sein. Dein laienhafter chaotischer Umgang mit Fachbegriffen deutet nicht darauf hin, dass das auch der Fall ist.

guglielmo hat geschrieben: Ein weiterer Weg, über den Ströme und Überspannungen eingekoppelt werden ist wohl die Wasserversorgung. Die ist genauso geerdet wie die Gasversorgungsleitung. Ein dritter Weg ist die Antennenleitung der Funkantenne. Sie läuft durch einen ehemaligen Schornsteinschacht zusammen mit einer Netzwerkleitung, einer Stromversogungsleitung und einer Kabelfernsehleitung zum Dachboden.

GEBETSMÜHLE WIEDER AN:

Alle von außen eingeführten Energie- und Telekommunikationsleitungen sowie die häuslichen Sanitär- und Heizungsnetze müssen obligatorisch mit min. 6 mm² Cu an der Haupterdungsschiene angeschlossen sein. Das schließt Haushalts- und Afu-Antennen mit ein und an welcher Stelle der PA erfolgen muss, wurde mehrfach beschrieben.

GEBETSMÜHLE AUS!

guglielmo hat geschrieben: Im Schacht ist es sehr schwierig Schutzabstände einzuhalten. Alle Geräte auf dem Dachboden sind selbstverständlich mit dem Schutzleiter verbunden. Das gilt auch für die Funkgeräte. Das dies nicht ausreicht ist klar. Die Leitungen bis zum Potentialausgleich sind viel zu lang und haben einen viel zu geringen Querschnitt. So würde es mich denn interessieren was Du als kompetenter Fachmann empfielst. Natürlich nicht rechtsverbindlich.

In Blitzschutzklasse 3 für normale Wohngebäude und nur einem Erdungsleiter verkürzt sich die angsteinflößende Blitzschutzformel für äquivalente Trennungsabstände auf die Faustformel mit 4 % der Länge ab PA-Ausgleichsebene in Luft und 8 % durch und über feste Stoffe.

guglielmo hat geschrieben:Schutz der Antennenanlage: Hier ist mir nicht klar, was gegen einen Speraterder auszusetzen ist?

Ein Argument mehr, warum man das Fachleuten überlassen sollte, die wissen warum das gefährlich ist. Die Antwort hat bereits @jack4300 gegeben und da steht es nicht zum ersten Mal. Siehe auch DEHN Blitzplaner 5.5.6 Vermaschung von Erdungsanlagen Seite 146 zweiter Absatz. Bevor man als fachfremder Laie an Erdung und PA von Haushalts- oder Funksende-/empfangsantennen bastelt, sollte man wenigstens die Kapitel über Antennensicherheit gründlich studiert haben bevor man drauflos legt.

guglielmo hat geschrieben:So "dipol" nun kommst Du.

Noch nicht!

Im bin nämlich nicht allwissend und brauche für seriöse Beratung mehr Input in Form von Plänen der Leitungstrassen und möglichst auch Detailfotos.
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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon der Bergfunker » Mo 21. Aug 2017, 21:36

Wer ist eigentlich dieser Dipol. :think: :think: :think:
Präsident George,Eagle,Blizzard2700...430m.Im Pfälzer Wald .cb.Station Merlin, Operator Sascha 73...
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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon guglielmo » Di 22. Aug 2017, 08:13

@Dipol: Wenn ich jetzt Deinen Beitrag sachlich lese und die Überheblichkeitsspitzen ausblende, hat er mir etwas gebracht. Den Grund, warum man nicht verschiedene, getrennte Erdungssysteme bei Anlagen die miteinander verbunden sind ,verwenden soll ist mir nun klar. Das mit den Fachbegriffen, auf die Du so viel Wert legst, verhält sich wie folgt. Ich habe durchaus eine sehr fundierte mathematisch elektrophysikalische Ausbildung genießen dürfen. Allerdings ohne handwerkliche und VDE relevante Komponenten. Die Praxis habe ich während verschiedener Praktika und meiner Abschlussarbeit in einem Forschungslabor bei Philips mir selber aneignen dürfen. Danach habe ich mich vornehmlich mit der Entwicklung und dem Einsatz von Rechenprogrammen zur Modellierung physikalischer Systeme beschäftigt. In der Zeit nach dem Studium war ich in den Bereichen Magnetfeldsimulation, Strömungsmechanik, bildgebende Verfahren in der Radiologie und in der Prozessautomation tätig. Jedesmal musste ich mich in neue Gebiete einarbeiten und habe dies verletzungsfrei geschafft.

Mein Haus habe ich vor knapp dreißig Jahren selber Verkabelt. Auch hier habe ich mich vorher in die Thematik eingearbeitet. Die von Dir genannten Begriffe kenne ich, auch wenn sie im Laufe der Zeit nicht mehr aktiv präsent sind. Vor der Installation habe ich die Stromkreise und Verschaltungen zeichnerisch geplant. Auch der Einsatz von FI-Schaltern neben den Sicherungen, auch wenn sie nicht gefordert wurden, waren für jeden Kreis enthalten. Damals habe ich die Installation Buchstabengenau nach den einschlägigen Normen vorgenommen. Damals waren noch Lüsterklemmen erlaubt. Heute habe ich die meisten Verteiler mit Wago-Klemmern ausgestattet. Wie dem auch sei. Deine Skepsis verstehe ich gut. Dennoch sollte man seine Fähigkeit behalten sich flexibel in neue Gebiete einzuarbeiten. Ich kenne es aus der Praxis gut, wenn sich Fachleute versuchen durch Fachbegriffe von der Allgemeinheit abzusetzen. Davor habe ich nur wenig Respekt. Ich plane nun meine Übergabepunkte (Stromzähler und Hauptsicherungen) umzusetzen. Hier ist der Punkt erreicht, wo ich selbstverständlich einen Fachmann beauftragen werde.

Beim Thema Blitzschutz bin ich nun zu folgendem Schluss gekommen. Ich werde, wenn ich die entgültige Installation vornehme mich in Punkto Erdung mit einem Fachmann unterhalten. Ob ich dann die Ratschläge selber realisiere oder eine Firma beauftrage weiß ich noch nicht. Vielleicht ist es derselbe Fachmann, der die Zähler umsetzt. Blitzschutz geht genauso wie Hauptanschluss oder gar Mittelspannungsanlagen über meinen praktischen Horizont hinaus. Insofern hast Du mit Deinen Anmerkungen, die teilweise unfreundlich empfand, doch etwas erreicht.
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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon Dipol » Di 22. Aug 2017, 08:37

Überheblichkeit liegt mir fern, die hat mir in meinem Umfeld auch noch niemand vorgeworfen. Wenn ich wegen Fragen, die auch schon in anderen Threads mehrfach behandelt wurden, zu genervt geklungen habe, bitte ich um Entschuldigung.

Auch wenn es mühsam war den jetzigen Erkenntnisstand zu vermitteln, scheint sich der Aufwand letztlich doch gelohnt zu haben. :D

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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon Yaesu FT857D » Di 22. Aug 2017, 18:20

guglielmo hat geschrieben:
Nun zum Gebäudeschutz innen. Die Elektroinstallation habe ich nach der Übernahme des Gebäudes nach den damals noch geltenden VDE-Normen erneuert. Es befinden sich überall intakte Schutzleiter bzw. Anschlüsse mit Schutzkontakt. Dies hat natürlich nichts mit Blitzschutz zu tun. Werden z.B. durch Blitzeinschlag bei einem Nachbarn oder in einem Verteiler der E-Werke entsprechende Ströme ins Haus eingekoppelt sind dem die Elektrogeräte schutzlos ausgeliefert.

Dafür gibt es SPD1 Ableiter, die pro ins Haus eingeführter Ader der Stromversorgung, zwischen Hauptanschlusskasten und Zähler gesetzt werden (also jeweils einen dieser Ableiter an L1, L2, N UND PEN) und mit einer separaten Erdungsleitung, an den Hauptpotentialausgleich des Hauses (meistens im Keller) angeschlossen werden.
Diese Leitung ist unabhängig vom PEN-Leiter an die HES zu führen! (dafür müssen 50mm2 Vollkupfer oder verzinkter Rundstahldraht verwendet werden, da evtl. hohe Blitzströme darüber fliessen könnten!)

Dipol korrigiere mich, wenn da etwas nicht stimmen bzw. sich was geändert haben sollte! :wink:
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Re: Antennenabstand vom Haus um Blitzschutz zu vermeiden

Beitragvon Dipol » Di 22. Aug 2017, 21:48

Yaesu FT857D hat geschrieben: Dipol korrigiere mich, wenn da etwas nicht stimmen bzw. sich was geändert haben sollte! :wink:

Nach Blitzschutznorm IEC 62305-1 Tabelle D.3 hält ein 16 mm² Kupferdraht - vorbehaltlich dafür geeigneter Klemmen - auch einen LEMP mit 200 kA (10/350µs) aus und wird von diesem um 309 K erwärmt, die relativ schnell abklingen. 50 mm² ≙ 8 mm Durchmesser Kupferdraht ist als Ableitung von Blitzschutzanlagen gebräuchlich, aber nicht als Querschnitt für SPD 1 Blitzstromableiter gefordert.

Für Anschlussfahnen an Fundament-/Ringerder sind bei Rundstahl 10 mm Durchmesser unabhängig vom Material gefordert.

BS-Erdung-PA_dS_[Fo42]_kompr..jpg
Erwärmung und Blitzstromtragfähigkeit von Leitern
BS-Erdung-PA_dS_[Fo42]_kompr..jpg (42.98 KiB) 173-mal betrachtet

Überspannungsschutz von Starkstromanlagen ist ein noch sensibleres Thema als fachgerechter Schutz erdungspflichtiger Antennen.
Das Thema gehört m. E. nicht in ein CB-Funkforum, daher werde ich mich an Unterhaltungen über dieses neu aufgemachte Fass nicht weiter beteiligen.
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