Was passiert bei einem Blitztreffer?

Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon Yaesu FT857D » So 15. Okt 2017, 22:58

Siebenschläfer hat geschrieben:Also die Masten im Garten sind alle mit jeweils einem verzinkten Kreuzerder mit 2,5m Länge geerdet der jeweils direkt neben dem Fundament in die Erde geschlagen wurde. Verbunden ist das ganze mit Cu 16qmm.
Jetzt kommen noch Blitzschutzpatronen in alle 4 Koaxkabel rein, die werden mit der Erdung vom Masten verbunden oder bekommen einen seperaten Kreuzerder spendiert.
Und wenn nicht gefunkt wird, werden die Kabel ausserhalb vom Haus getrennt. Ich glaub viel mehr kann ich nicht machen.
Mir gehts ja nur darum, dass die Hütte nicht abfackelt wenn mal ein Blitz meine Antennen findet.
Blitzableiter vom Haus und Erdung der Masten verbinden geht nicht, da müsste ich ja insgesamt fast 100m Erdungsleitung im Garten vergraben.
Grüße
Marco

Nein zu wenig!
Du musst diese Kreuzerder über einen Banderder (50x5 mm am besten aus dem gleichen Material wie der Ringerder der Blitzschutzanlage am Haus) mit der Blitzschutzanlage des Hauses verbinden und evtl. den Potentialausgleich gleich mit dazu!
Dann an deinen Antennenmasten eine "Erdschiene" so 1m lang aus dem Banderder machen, der Richtung Haus geht
und da die Blitzschutzpatronen (Gehäuse so wie auf meinem Bild vom letzten Posting) anbringen.
Deine Kreuzerder, über Banderderstücke miteinander verbinden, dahinter eine Grobfunkenstrecke (die spricht schon bei 230/500 Volt an und hält bis zu 250 KA aus)
und danach das kurze Stück "Erdschiene" für deine Koaxkabel, mit den Feinfunkenstrecken (Blitzschutzpatronen) über Vollverbinder für Bandeisen (am besten im Erdboden) miteinander verbinden.
Das Bandeisen in der Erde mind. in 1m Tiefe verbuddelt, welches in Richtung Blitzschutzerder am Haus geht.
NICHT zum Koaxkabel parallel, in mind. 1m Abstand (auch wenn die Koaxkabel in einem Plastikschutzrohr liegen) im Erdreich verlegen!
Mit einem Minibagger ist das in einem Tag erledigt (Graben aufbaggern, Banderder verlegen, wieder zubaggern und mit Rüttelplatte verfestigen.

Wie schon Dipol genannt hat, alles von einer Fachkraft für Blitzschutz nach den entsprechenden Normen DIN VDE 0100, DIN VDE 0800-300 ect. machen lassen!
Das kostet etwas Geld und reisst ein Loch in die Hobbykasse....Aber das ist es wert, zumindest weil es ein gewisses Gefühl der Sicherheit gibt.

Ich hatte das bei meiner früheren Gittermastanlage im Garten in 25m Entfernung zum Haus so gemacht, wie oben beschrieben.
Bei mir gab es in 14 Jahren ! keinen einzigen Fall von Blitzschaden....obwohl in der Nachbarschaft es mehrmals Blitzeinschläge gab,
die mit einem mächtigen Kawumm eingeschlagen sind!
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon ax73 » Mo 16. Okt 2017, 08:49

100m Banderder von der Antenne zum Haus :think:

Es gibt hier bestimmt jede Menge Leute die 40 Jahre und mehr keinen Blitzschlag in die eigene
Antenne erlebt haben. Woran das wohl liegt?

Die beiden letzten Poster sollten vielleicht mal rausgehen an die frische Luft...

Wir haben schon Herbst! :dlol:
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon guglielmo » Mo 16. Okt 2017, 10:22

Es ist doch gang klar zu sehen Siebenschläfer, das Du mit dem Thema fachlich genauso überfordert bist wie ich. Ich habe genau dasselbe Problem. Ich habe eine Dipolantenne im Garten, montiert auf Glasfiebermasten. Die Einspeisung wird über einen Strombalun und eine Koaxialleitung in das Haus zum Tuner geführt. Erdung und Blitzschutz sind bei mir absolut gruselig und unzureichend. Alles Selbstbau. Die Montage der Antennenanlage ist allerdings noch Provisorium. Bei nicht Gebrauch wird das Kabel abgeklemmt und eingerollt. Die Masten werden teleskopartig eingefahren. Natürlich kann und darf das alles so nicht bleiben. Ich habe auch einiges gelesen und mir hier erklären lassen. Zuerst wollte ich mich selber um den Blitzschutz kümmern aber habe mich überzeugen lassen, das dies keinen Sinn macht. Auch eine gute und fundierte theoretische elektrophysikalischen Ausbildung hilft da nicht weiter. Ich kann zwar erkennen wenn einer hier physikalischen Unsinn schreibt wie z.B. das kein Potential angehoben würde aber ich habe keine aktuelle Ahnung über die einschlägigen Normen die den Blitzschutz betreffen noch Erfahrung in der handwerklich korrekten Umsetzung. Mein Haus ist zudem noch ziemlich alt. So ist es an der Zeit mal einen qualifizierten Fachbetrieb zu Rate zu ziehen und alles auf einen Vernünftigen Stand bringen zu lassen. So werde ich den Hausanschluss bis zum Sicherungskasten erneuern lassen und auch gleichzeitig die Erdung prüfen und einen vernünftigen Blitzschutz installieren lassen. Die neuen noch nicht vorhandenen Antennenmasten werden dann ebenfalls integriert. Dies wird allerdings aus verschiedenen Gründen ein Projekt erst für das nächste Jahr. Bis dahin muss ich halt noch mit dem Provisorium leben. Blitze aus heiterem Himmel gibt es übrigens nicht. Blitze kommen immer aus Wolken mit entsprechender Ladungstrennung. Es gibt allerdings Blitze die scheinbar aus dem heiteren Himmel kommen. Es sind Blitze die sozusagen waagerecht die Gewitterwolke verlassen und einige Kilometer durch die Atmosphäre laufen uns sich erst dann einen Einschlagpunkt auf der Erde suchen. Es sind Fälle verbürgt wo ein Blitz erst nach 40 Kilometern entfernung von der Wolke eingeschlagen ist. Dies sind allerdings eher seltene Ereignisse.
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon ax73 » Mo 16. Okt 2017, 11:08

Es bleibt aber dabei daß man GFK-Masten nicht erden kann. Geht nicht.
Daher kann man nur eine funktionierende Erdung der ins Haus geführten Kabel herstellen.
Das ist kein Hexenwerk, erfordert aber schon ein paar Kenntnisse der Materie.

Was die Kabel betrifft sieht es bei weiter entfernten Metallmasten ähnlich aus. Mit dem
Unterschied daß die Antennenmasten aus Metall eben dort geerdet werden wo sie stehen.

Kompliziert wird es dann, wenn manche Kollegen nichts besseres zu tun haben als haufenweise
angelesenes Zeug mit vermutetem zu kombinieren und hier seitenweise Monologe zu posten.
Dabei sind sie dann oft selbst nicht in der Lage einfache technische Vorgänge in die Praxis umzusetzen.

So wird Forum und Internet dann zu dem Ort, wo der eigene Frust in Form von Verkomplizierungen
und Besserwisserei auf andere losgelassen wird. Das gefällt mir nicht.
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon guglielmo » Mo 16. Okt 2017, 12:28

@ax73: Genau GFK Masten zu erden macht galvanisch betrachtet wenig Sinn. Deswegen sind sie auch nicht geerdet. Allerdings sind diese Masten eine Übergangslösung. Sie werden durch Metallmaste ersetzt werden. Einer wird dann ziemlich Dicht am Haus stehen. So ungefährt 5 Meter entfernt. Der zweite Maste steht dann ca. 45 Meter vom Haus entfernt. Das muss aber alles noch geplant werden. Genau zu diesem Zeitpunkt werden ich mir dann Hilfe holen.
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon ax73 » Mo 16. Okt 2017, 12:39

Hier gibt es einen ganz guten Einstieg in die Materie bei dem einem nicht gleich der Kopf schwirrt.
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon hf-doktor » Mo 16. Okt 2017, 13:39

ax73 hat geschrieben:Hier gibt es einen ganz guten Einstieg in die Materie bei dem einem nicht gleich der Kopf schwirrt.


Vermittelt aber nur ansatzweise unzureichendes Viertel- oder Halbwissen....
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon KLC » Mo 16. Okt 2017, 13:52

Das sind ja irgendwo Antworten , die mich etwas deprimieren.
Ich habe zwar ein paar Sätze CB-Funk-Ausrüstung (ohne tollen Mast) , aber nicht mehr das Geld, einen Trupp Blitzschutztechniker für eine Woche bei mir einzuladen.
Nur Mobil bringt für das Hobby nix , und so ein Kerl wie der Rote Baron bin ich auch nicht.

:clue: Muß ich jetzt mein Funk-Gelumps in die Tonne treten , und mir das bedauernswerte Geseie unbedeutender Lebensversager auf Fake-Book zum Mittelpunkt meines Lebens machen ?
:kotz: Das finde ich aber nur zum Kotzen :kotz: ...... und nen Köter anschaffen , mit dem ich nutzloserweise bei Wind & Wetter vor die Tür muß , nur damit er bei die Nachbarn vor die Hütte kackt , wird mich auch nicht befriediegen.
Zum Glück hab ich den Sc...ß mit der Amateurfunkprüfung nicht abgeschlossen. :nono:
:seufz:
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon guglielmo » Mo 16. Okt 2017, 14:12

@KLC: Nun lasst mal die Kirche im Dorf. Die Anfragen galten wohl eher stationären, fest aufgebauten Anlagen. Das sind solche Installationen, die auch aufgebaut bleiben wenn der Besitzer nicht zugegen ist oder Nachts schläft.

Verwendest Du eine Funkanlage wo Du ab und an, bei Bedarf die Antenne frei Schnauze aufbaust, verstößt Du in Deutschland mit Sicherheit gegen irgendwelche Regeln und Normen. Dafür musst Du bereit sein die Verantwortung zu tragen. Möchtest Du jedoch generell allen Vorschriften genügen würdest Du, in diesem unseren Lande, zu rein gar nichts mehr kommen. Streng genommen gibt es sogar Vorschriften, die sich gegenseitig ausschließen. Es geht darum dafür ein Gespühr zu entwickeln ab wann es wichtig ist entsprechende Regeln und Normen einzuhalten. Auch wenn Du temporär funkst könnte Dich ein Blitz aus vermeintlich heiterem Himmel treffen. Unwahrscheinlich aber nicht unmöglich. Dich könnte auch ein Blitz auf freiem Feld oder in einem Fußballstadion treffen. Es ist dies das allseits bekannte Lebensrisiko. Es geht auch darum, was Du für ein Risiko bereit bist zu tragen.

Für feste Installationen würde ich allerdings vernünftige Erdungs- und Blitzschutzmaßnahmen dringend und obligatorisch empfehlen. Im übrigen kenne ich alteingesessene Amateurfunker, die alle möglichen Blitzschutzmaßnahmen vom Elektriker haben installieren lassen, aber dennoch bei Gewitter immer ihre Geräte trennen.
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon hf-doktor » Mo 16. Okt 2017, 14:45

Wie oder wo wohnst du? Zur Miete oder Eigenheim?

Es gibt kein Gesetz, das du z.B. auf deinem eigenen Haus eine Antenne erden musst oder gar eine Blitzschutzanlage istallieren.

Gleiches gilt zum Thema Versagen des Versicherungsschutz bei der Elementar Gebäudeversicherung. Habe in den letzen Jahrzehnten nicht eine Fall gesehen, das ein Versicherer deshalb den Schutz ausschliesst. Auch ist in den AGB genau beschrieben, was versichert ist bzw. ausgeschlossen wird. Nicht geerdete Antenne wirst du nicht darin finden. Aber da kannst ja nachlesen, denn die AGB der Versicherer sind sehr unterschiedlich.
Damals war ich als Mitglied des DARC sogar bei "Blitzschäden" mitversichert... Obwohl nach 3 eigenen Blitzschäden dieser Versicherungsschutz nie in Anspruch genommen wurde, da über die Gebäude und Hausratversicherung in allen 3 Fällen alle Kosten übernommen wurden. Es hat auch niemanden interessiert, ob meine Antenne damals im 1 Fall nicht geerdet war oder in den 2 anderen Fällen mit Erdung.

Von den Dutzenden Blitzschäden, mit denen ich beruflich zu tun hatte (Abrechnung Schadensermittlung und/oder Instandsetzung direkt mit Versicheren), erwähne ich hier nur am Rande. Auch an internen Studien/Statistiken der Versicherer i.Z. mit Sachschäden (ohne bzw. ausserhalb direkter Mitwirkung der VDE-Lobby) habe ich -neben anderen hunderten Betrieben deutschlandweit auch- mitgewirkt. Das ist zwar schon einige Jahre her, aber möchte ich auch nur am Rande ebenfalls erwähnen.

Bei einer Überspannungsversicherung sollte man nur darauf achten, das bei Sachschäden an "Elektrogeräten" durch Überspannung ausreichender V-Schutz vorliegt. Hier sind die versicherten Summen recht knapp bemessen, teilw. nur bis 5000€. Das ist -wenn man entspr. Gerätschaften hat- meisst unterversichert... ganz zu schweigen von sonstigen möglichen "Sekundärschäden" z.B. durch Überspannung

In deinem eigenen Interesse -ins besondere i.R. von Personenschäden- solltest du aber auf eine VDE konforme Antennenerdung nicht verzichten. Es liegt im eigenen Ermessen, (d)ein Risiko abzuwägen.
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon hf-doktor » Mo 16. Okt 2017, 14:58

guglielmo hat geschrieben:@KLC: Nun lasst mal die Kirche im Dorf. Die Anfragen galten wohl eher stationären, fest aufgebauten Anlagen. Das sind solche Installationen, die auch aufgebaut bleiben wenn der Besitzer nicht zugegen ist oder Nachts schläft.

Verwendest Du eine Funkanlage wo Du ab und an, bei Bedarf die Antenne frei Schnauze aufbaust, verstößt Du in Deutschland mit Sicherheit gegen irgendwelche Regeln und Normen. Dafür musst Du bereit sein die Verantwortung zu tragen. Möchtest Du jedoch generell allen Vorschriften genügen würdest Du, in diesem unseren Lande, zu rein gar nichts mehr kommen. Streng genommen gibt es sogar Vorschriften, die sich gegenseitig ausschließen. Es geht darum dafür ein Gespühr zu entwickeln ab wann es wichtig ist entsprechende Regeln und Normen einzuhalten. Auch wenn Du temporär funkst könnte Dich ein Blitz aus vermeintlich heiterem Himmel treffen. Unwahrscheinlich aber nicht unmöglich. Dich könnte auch ein Blitz auf freiem Feld oder in einem Fußballstadion treffen. Es ist dies das allseits bekannte Lebensrisiko. Es geht auch darum, was Du für ein Risiko bereit bist zu tragen.

Für feste Installationen würde ich allerdings vernünftige Erdungs- und Blitzschutzmaßnahmen dringend und obligatorisch empfehlen. Im übrigen kenne ich alteingesessene Amateurfunker, die alle möglichen Blitzschutzmaßnahmen vom Elektriker haben installieren lassen, aber dennoch bei Gewitter immer ihre Geräte trennen.


Das Trennen von der Antenne, selbst bei Schutzerdung, reicht alleine nicht aus. Selbst wenn zusätzick der Netzstecker gezogen wird, können allein die 50 cm am Gerät verbliebenen SWR Kabelbrücke Geräteschäden hervorufen, z.B. durch ein "hausinternes" Lemp. Da nützen auch keine 250Kilo-Ampere blitzstromtragfähige "Erdungen". Selbst bei Blitzschutzanlagen ("Blitzableiter") auf dem Gebäude. Ein 100%iger Schutz ist nie gegeben, auch bei allen sicherlich gut gemeinten und sinnvollen VDE Bemühungen...
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon Dipol » Mo 16. Okt 2017, 22:33

ax73 hat geschrieben: Es gibt hier bestimmt jede Menge Leute die 40 Jahre und mehr keinen Blitzschlag in die eigene
Antenne erlebt haben. Woran das wohl liegt?

An der GDV-Blitzbilanz ändern solche Fragen rein gar nix.

Ähnlich nicht zielführende Fragen stellen sich auch Lottospieler, die seit 40 Jahren auf einen Hauptgewinn warten. Es sterben laufend Menschen durch eigene Hand, auch durch Straßenverkehr oder z. B. Krebs. Auf den Friedhöfen liegen viele Menschen die nicht einmal halb so alt werden durften wie ich. Ich bin schon weit über die 40 und lebe noch immer. Woran das wohl liegt?

ax73 hat geschrieben:Die beiden letzten Poster sollten vielleicht mal rausgehen an die frische Luft...
Bloß nicht, die wird seit dem Rauchverbot in Gaststätten und ohne Diesel-Fahrverbot viel zu oft unzumutbar verpestet. :banane:

hf-doktor hat geschrieben: Da nützen auch keine 250Kilo-Ampere blitzstromtragfähige "Erdungen".

Eine "Erdung" oder Blitzschutzutzanlage mit diesem Schutzlevel zu erleben, war mir in jahrzehntelanger Tätigkeit noch nicht vergönnt. Auf 200 kA Blitzstromtragfähigkeit geprüfte Blitzschutzbauteile gibt es immerhin, 250 kA wären mit mehreren Ableitungen auch praktisch erreichbar.

Fakt ist, dass auch suboptimale Direkterdungen schadensmindernd wirken aber immer auch mit Einkopplungen von Teilblitzströmen in die Antennenanlagen verbunden sind. Umgekehrt ist die undifferenzierte Behauptung, dass bei einem Direkttreffer grundsätzlich ALLES kaputt sei, jedenfalls bei Anlagen mit normkonformen Blitzschutzpotenzialausgleich falsch. Dass man mit einem zur Öse gebogenen 16 mm² Kupferdraht an einem feuerverzinkten Kreuzerder oder nur für Starkstrom-PA konzipierten Banderdungsschellen und HES mit mickrigen Schräubchen keine 100 kA Blitzstromtragfähigkeit erzielen kann, sollte auch blitzschutztechnischen Laien einleuchten.

hf-doktor hat geschrieben: Selbst bei Blitzschutzanlagen ("Blitzableiter") auf dem Gebäude. Ein 100%iger Schutz ist nie gegeben, auch bei allen sicherlich gut gemeinten und sinnvollen VDE Bemühungen...

Bei allen Bemühungen nationaler und übernationaler Normengremien für Blitzschutzangelegenheiten, versteigen sich weder VDE noch CENELEC oder IEC zu solchen Behauptungen. Das Gegenteil ist richtig:

In Tabelle 5 der Normenreihe IEC 62305 sind die in den einzelnen Blitzschutzklassen empirisch erforschten Restrisiken gegen hohe wie auch sehr niedrige (Hoppla, das gibt es ja auch!) Blitzströme aufgeführt. Hier die Austria-Version der IEC 62305-1:

Blitzstromparameter_Wahrscheinlichkeiten.jpg
Wahrscheinlichkeiten der Blitzstromparameter.
100%tiger Blitzschutz wäre unwirtschaftlich, insbesondere bei Direkterdungen verbleiben immer noch Restrisiken.
Blitzstromparameter_Wahrscheinlichkeiten.jpg (18.86 KiB) 116-mal betrachtet

Wer die Norm nicht greifbar hat und sich ernsthaft kundig machen will, steigt am besten über DEHN Blitzplaner, DEHN Blitzfibel (Austria-Version, siehe Folie), OBO Blitzleitfaden oder das VdB-Blitzschutz-Montagehandbuch in die komplexe Blitzschutzmaterie ein.
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon Yaesu FT857D » Di 17. Okt 2017, 09:39

guglielmo hat geschrieben:Du temporär funkst könnte Dich ein Blitz aus vermeintlich heiterem Himmel treffen. Unwahrscheinlich aber nicht unmöglich. Dich könnte auch ein Blitz auf freiem Feld oder in einem Fußballstadion treffen. .

Genau dies (im Fussballstadion aus heiterem Himmel) gab es letztes Jahr in der Nordpfalz.
Dort wurden mehrere Erwachsene und Kinder leicht verletzt. Gewitter gab es zu dem Zeitpunkt nicht mal ansatzweise in der Nähe....(Nähe definiert als max. 5 Km Umkreis)
Die Flutlichtmasten (geerdet!) um das Spielfeld herum, boten dabei anscheinend keinen Schutz?!
Der Blitz dürfte (nach allen bisherigen Untersuchungen) von einem Gewitter gekommen sein, dass gut 30 Km entfernt im Hunsrück stattfand
und die Blitzentladung über die Atmosphäre "gesprungen" und der Einschlagpunkt in diesem Fussballstadion gewesen ist.

@KLC:
Rolf dir dürfte aufgefallen sein, hier wird von stationärem Betrieb zuhause gesprochen, also im eigenen Haus, Mietswohnung usw....
Der Mobilbetrieb (mit fast den gleichen Gefahren was Blitzeinschlag angeht) ist eine andere "Hausnr."!
Man denke daran, dass eine Mobilantenne auf dem Faradayischen Käfig (PKW, LKW ect.) ist und somit auch Blitzgefährdet ist.
Oder bist du mit Mobilantenne auf dem Autodach durch ein Gewitter gefahren? Ich denke nicht....
Ist ein anderes Thema, welches man mal auch betrachten sollte, insbesondere seit es Autos mit Kunststoffkarosserie (da wären wir wieder bei den GFK-Masten) bzw. Cabrios, gibt.
Zuletzt geändert von Yaesu FT857D am Di 17. Okt 2017, 09:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon Yaesu FT857D » Di 17. Okt 2017, 09:49

ax73 hat geschrieben:100m Banderder von der Antenne zum Haus :think:

Das ist eine Verbindungsleitung innerhalb des Erdbodens im Falle des TE, zur Blitzschutzanlage bzw. des PA des Hauses.
So wird dies in der neuen DIN-VDE Norm genannt, um zu verhindern,
dass gefährliche Teilblitzströme nicht über die Verbindungsleitungen (Koaxkabel, Steuerleitungen) ins Haus gelangen,
obwohl der Antennenmast auf dem eigenen Grundstück in 50 oder 100 m Entfernung steht....
ax73 hat geschrieben:Wir haben schon Herbst! :dlol:

Da kann es auch noch Gewitter geben und gerade die im Winter, sind bedeutend heftiger und schlimmer!
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Re: Was passiert bei einem Blitztreffer?

Beitragvon KLC » Di 17. Okt 2017, 10:34

guglielmo hat geschrieben:@KLC: Nun lasst mal die Kirche im Dorf. Die Anfragen galten wohl eher stationären, fest aufgebauten Anlagen.

JA genau, das ist das Problem.

Weil ich nicht in der Karre wohne (die ich leider auch nicht mit massiven Blitzschutzmaßnahmen fest anschließen kann), und zum Glück nicht den ganzen Tag auf Achse zubringen muß, wollte ich meinen zu dürftigen Funkbetrieb auch stationär (in der Mietsbude) betreiben. Hier sind eine Mehrparteien Satelitenanlage und eine Antenne für den nöbL, heute nömL, alles ohne jeglichen Blitzschutz, der auch nicht erstellt wurde , als das Dach grundlegend (Wärmedämmung,Neueindeckung mit erforderlichen Zimmermannsarbeiten und sämtlichen Klempnerarbeiten) erneuert wurde, die erneuerte Elektro-Installation ohne jeglichen (grob,mittel oder fein, die in der Verteilung soll es sein) Überspannungsschutz.

Leider bin ich nicht nur kein Baron sondern auch gar nicht rot (am Wattmeter).
Und solche lustigen Frequenz-Hooligänse , die mal massiv auf den Putz hauen bzw. Taste drücken, sind hier an der Saar leider sehr dünn gesäät.
(Suche auf diesem Wege immer noch lustige CB-Funker aus Saarbrücken und Umgebung, für die fröhliche Funkfreizeitgestaltung !! )
So ist also der gediegene Sofa-Funk angesagt.
Nichts Aufregendes, aber eine nötige Möglichkeit , um dem CB-Funk auch zuträglich zu sein, oder besser am Leben zu halten.
Leider ist wohl zu dieser Maßnahme das Funkgerät möglichst ständig in Betrieb zu haben. Falls sich doch noch jemand auf die zugelassenen 80 Kanäle verirrt.
denn : :| Funk ist, wenn ich auf die Taste drücke und dann eine Antwort bekomme . :tup:

Alle Zeit lang nach Freisen unter die Windräder kommen ist nicht das , was ich favorisiere.
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