Norm EN 50561-1:2013 wo nachlesen ?

Re: Norm EN 50561-1:2013 wo nachlesen ?

Beitragvon Dipol » Mo 18. Sep 2017, 12:49

LJ80 hat geschrieben: Ich denke also dass diese Messungen auch in dem Abstand bei PLC Signalen das Messgerät sprengen würden.

Es versteht sich von selbst, dass man die max. Eingangspegel von Verstärkern, Frontends und insbesondere von teuren Messgeräten nicht überschreiten darf. Um das zu verhindern gibt es kalibrierte Abschwächer.

LJ80 hat geschrieben: Wie zu damaliger Zeit bei mir gemessen wurde weis ich leider nicht , ich weis nur dass bei der ersten Begehung eine Richtantenne verwendet wurde und aus dem Auto heraus mit deren Dachantenne gemessen wurde, wie aber dann die Messung genau vorangegangen sind wo eben die vielen Fahrzeuge vor dem besagten haus gestanden haben weis ich nicht da die mich nicht unterrichtet haben dass hier weiter gemessen wurde.

Für die Messung von PLC-Signalen werden insbesondere Rahmenantennen verwendet, für das grobe Anpeilen genügen auch andere.

LJ80 hat geschrieben: Mir wurde nur mal so zwischen durch eben gesagt dass hier von irgend welchen Hauskanten aus in einem bestimmten Winkel und Entfernung gemessen würde, aber nicht welche Antennen hier verwendet würden und welche Pegel als Grenze gelten, man sagte nur unter vorgehaltener Hand dass die Pegel wie immer viel zu hoch sind, wie hoch und um wie viel zu viel oder was da sein dürfte, null Informationen auf meine Frage.

Die Grenzwerte nach NB 30/SchuTSEV gelten definitiv auch für Powerline. Gemessen wird nach Messvorschrift „511 MV 08“, Veröffentlicht im Amtsblatt 13/2013, Mitteilung 176/2013, die ergibt aber die gleichen Messergebnisse wie die Vorgängerversion.

Im Bereich zwischen 7,5 und 30 MHz beträgt die zulässige Störstrahlfeldstärke knapp 34 bis 27 dB(µV/m), je Abstandsverdoppelung sind den Messwerten 6 dB hinzuzurechnen.

EMV_Folie5.jpg
Messung der Störstrahlung von BK-Anlagen
EMV_Folie5.jpg (24.58 KiB) 145-mal betrachtet

EMV_Folie6.jpg
Grenzwerte nach NB 30/SchuTSEV zwischen 0,01 und 100 MHz
EMV_Folie6.jpg (29.34 KiB) 145-mal betrachtet

Der Spruch "Wer HF misst, misst Mist" gilt auch und besonders für PLC-Signale. Ich halte es auch bei Verwendung einer kalibrierten Rahmenantenne für illusorisch mit beliebigen Spektrumsanalysatoren und Korrekturfaktoren dem mit Rhode & Schwarz Profimessgeräten ausgestatteten Messdienst der BnAG fehlerhafte Messungen nachweisen zu können und daran wird auch die Lektüre der EN 50561-1 nix ändern.

Viel Spaß bei der Pegel-/Feldstärke-Umrechnung. :sup:
Dipol
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Re: Norm EN 50561-1:2013 wo nachlesen ?

Beitragvon Wolf » Mo 18. Sep 2017, 15:48

Dipol hat geschrieben:(...)
Wolf hat geschrieben:Normen haben immer nur Vermutungswirkung. Wenn ein Betriebsmittel dennoch stört, entspricht es nicht den Anforderungen des EMVG - egal, ob es einer Norm entspricht oder nicht.

Gerade auf die Vermutenswirkung, dass Normen die Anerkannten Regeln der Technik darstellen, kommt es doch im Streifall auch an.
(...)

Nein, im Sreitfall kommt es einzig und allein darauf an, ob die Geräte die grundlegenden Anforderungen des EMVG einhalten.

Wenn ein Betriebsmittel (hier ein Powerline-Modem) ein bestimmungsgemäß betriebenes Funkgerät stört und damit dessen Betrieb unmölich macht,, dann ist die Vermutung, dass das Betriebsmittel allein aufgrund seiner (angeblichen) Norm-Konformität den Anforderungen des Gesetzes entspricht, widerlegt.

Gruß
Wolf :-)
"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert
Wolf
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Re: Norm EN 50561-1:2013 wo nachlesen ?

Beitragvon Dipol » Mo 18. Sep 2017, 19:48

Wolf hat geschrieben: Wenn ein Betriebsmittel (hier ein Powerline-Modem) ein bestimmungsgemäß betriebenes Funkgerät stört und damit dessen Betrieb unmölich macht,, dann ist die Vermutung, dass das Betriebsmittel allein aufgrund seiner (angeblichen) Norm-Konformität den Anforderungen des Gesetzes entspricht, widerlegt.

Das ist eine verständliche Meinung, aber bei konkurrierenden Frequenznutzungen realitätsfern. Ich schreibe das mit gutem Gewissen, denn bislang ich nutze diese EMV-Schleudern abseits funktionierender Marktkontrollen (noch) nicht. Ob das jeder OM von sich sagen kann?

Als Helmut den S6 erwähnt hat, musste ich schmunzeln, weil ich einen alten Funkschauartikel aufbewahrt habe. Kostprobe:

Funkschau hat geschrieben: "Die Belegung des Sonderkanals S6 wird sich hinsichtlich der künftig einzuspeisenden TV-Sat-Programme nicht vermeiden lassen." In diesem Sinne beschrieb die Oberpostdirektion München ein Vorhaben, das die Funkamateure der gesamten Bundesrepublik aufhorchen läßt. Konkret: Es geht um die Belegung des TV-Kanals S6 in den Breitband-Kabelanlagen der deutschen Bundespost, dessen Frequenzbereich das gesamte 2-m-Amateurfunkband überdeckt. Nun könnte man meinen, daß via Kabel übertragene Hochfrequenzsignale keinen Einfluß auf AmateurFunksignale haben und umgekehrt. Doch weit gefehlt!

Wegen mangelhafter Schirmdämpfung der Haus-Verteilanlagen sind gegenseitige Störungen vorprogrammiert. Funkamateure können dann schwache 2-m-Signale nicht mehr aufnehmen, und das Fernsehprogramm im Kanal S6 wird von Amateurfunksendern bis zum Zusammenbruch gestört. Dem Apell der Funkamateure, den Kanal doch bitte freizuhalten, kam die Post bislang nicht nach - im Gegenteil: Jede dritte Oberpostdirektion belegt den "S6" bereits.

Da mutet es fast wie Nestbeschmutzung an, wenn der Münchener Distriktsvorsitzende des DARC (Deutscher Amateur- Radio-Club), Bernhard Sturma, anmerkt, daß der größte Teil der Funkamateure "mit den Störungen leben" könnte. Beim QSO mit dem OM um die Ecke würden sie die Rauschsperre des Funkgeräts halt so hochdrehen, daß der S6 das Gerät nicht mehr "aufmacht"; und wenn eine extrem undichte Verteilanlage den Empfänger eines Mobilgerätes "zustopft", geht man eben ein paar Meter weiter und setzt dort das Funkgespräch fort.
...
Wird der Kanal S6 aber bundesweit genutzt, dann stört er nicht nur den Fernempfang dieser 2000 Funkamateure, vielmehr werden alle 2-m-Sendesignale zu potentiellen Störquellen für ungleich mehr "Kabelhaushalte".

Ich habe mal das gemacht, was man bei ominösen 120 dB(µV) Störpegel hätte gleich machen sollen, nämlich umgerechnet:

  • 120 dB(µV) Pegel ≙ 1 V Spannung oder 20 mW Leistung @50 Ω
Ausgehend von 5 mW PLC-Sendeleistung ergibt sich bereits vor Berücksichtigung der Feldverluste ein "Gewinn" von Faktor 4. Wer glaubt an das Perpetuum Mobile? :lol:

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Re: Norm EN 50561-1:2013 wo nachlesen ?

Beitragvon Jack4300 » Mo 18. Sep 2017, 22:13

Dipol hat geschrieben:120 dB(µV) Pegel ≙ 1 V Spannung oder 20 mW Leistung @50 Ω [/list]
Ausgehend von 5 mW PLC-Sendeleistung ergibt sich bereits vor Berücksichtigung der Feldverluste ein "Gewinn" von Faktor 4.


Ich glaube in Post #3 dieses Threads schrieb er mal was von 120µV an der Antenne.
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Re: Norm EN 50561-1:2013 wo nachlesen ?

Beitragvon Dipol » Mo 18. Sep 2017, 22:50

Jack4300 hat geschrieben: Ich glaube in Post #3 dieses Threads schrieb er mal was von 120µV an der Antenne.

Du hast den rechten Glauben!

Die 120µV in Beitrag #3, die kein Pegel sondern eine SPANNUNG wären, wurden in Beitrag #7 auf 120dBµV PEGEL geändert.
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Re: Norm EN 50561-1:2013 wo nachlesen ?

Beitragvon Yaesu FT857D » So 24. Sep 2017, 14:36

Hat hier nur am Rande damit zu tun (PLC):
Laut neuester Meldung im DL-Rundspruch, wurden in den USA von der FCC 2 Bänder im Lang und Mittelwellenbereich für den Amateurfunkdienst freigegeben.
Die OMs sollten sich bei einer Organisation registrieren lassen, wenn sie Betrieb auf diesen Bändern machen wollen.
Dann wird im Umkreis von 1 Km kein PLC zugelassen.... :paper: :banane:

So etwas, müsste bei uns (in D und möglichst hoch bis 30 Mhz) möglich sein...
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